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Dienstag, 19 Oktober 2021 11:00

Sachsen: Bahninitiative Chemnitz kritisiert Planungsdrama Chemnitz - Leipzig

Laut Berichten der Freien Presse vom 18.10.2021 sollen die Planungen der Bahnstrecke zwischen Leipzig und Chemnitz nur teilweise einen zweigleisigen Streckenausbau beinhalten. Die Bahninitiative Chemnitz fordert ein transparentes Vorgehen und offene Kommunikation.

Kommt das zweite Gleis oder kommt es nicht? Selbst die Akteure der Bahninitiative können die Entscheidungsgrundlagen und Vorgehensweisen der Verantwortlichen nicht mehr nachvollziehen. Während noch im September eine Finanzierungsvereinbarung zwischen dem Freistaat Sachsen und der Deutschen Bahn vereinbart wurde, wodurch die Planungen vollständig zweigleisig erfolgen sollten, werfen die jüngsten Nachrichten aus Dresden und Berlin neue Fragezeichen auf.

„Es kann nicht sein, dass in anderen Regionen über den viergleisigen Ausbau von Strecken verhandelt wird, und wir hier immer noch für den zweigleisigen Ausbau der Strecke von Leipzig nach Chemnitz kämpfen müssen. Immerhin handelt es sich dabei um zwei der vier größten ostdeutschen Städte“, kritisiert der Präsident des Industrievereins Sachsen, Prof. Dr. Udo Bechtloff. Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg von Regionen sei eine nach innen und außen funktionierende Infrastruktur. Das gelte auch für Sachsen, so der Industrievereins-Präsident.

Auch der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert die neusten Entwicklungen. „Selbst wenn ein geplanter 30 Minutentakt mit Regional und Fernverkehr berücksichtigt wurde, nimmt man bei den Planungen bewusst Engpässe und starke Kapazitätseinschränkungen in Kauf. Bei der kleinsten Störung im betroffenen Südabschnitt ist ein zuverlässiges Betriebsprogramm nicht umzusetzen.“ Gibt Markus Haubold, Sprecher für Südwestsachsen, zu bedenken.

Kritik übt die Bahninitiative nicht nur aufgrund der geplanten eingleisigen Abschnitte. So ist man auch über die Art und Weise der gesamten Projektierung verwundert. „Die gesamten Ausbauplanungen erwecken den Eindruck eines kleinteiligen Stückwerks. Sowohl bei der Finanzierung als auch bei der Zielsetzung und Umsetzung scheinen die entscheidenden Akteure noch nicht zueinander gefunden zu haben. Anders lässt sich so ein Hin und Her nicht erklären.“ kritisiert Sebastian Drechsler, Sprecher der Bahninitiative.

Die Bahninitiative fordert jetzt klare Aussagen zu den Planungen aus Dresden und Berlin. Schließlich hat die Region bei diesem wichtigen Thema eine klare und transparente Vorgehensweise und Zielsetzung verdient. „Wir wären gut beraten, uns offen und ehrlich an einen runden Tisch zu setzen und gemeinsam die Erwartungen, Problemstellungen und Lösungswege zu besprechen. Diese Unzuverlässigkeit an Aussagen muss beendet werden.“ so Sebastian Drechsler.

Gemeinsam mit weiteren regionalen Akteuren wird die Bahninitiative sich für eine bessere und leistungsfähigere Fernbahnanbindung für die Region einsetzen. Der zweigleisige Ausbau zwischen Chemnitz und Leipzig spielt dabei eine übergeordnete Rolle.

Pressemeldung Bahninitiative Chemnitz

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