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Donnerstag, 25 November 2021 14:50

Baden-Württemberg: Abellio Rail Baden-Württemberg geht an Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) über

Die Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH (ABRB) wird zum 1. Januar 2022 an die Südwestdeutsche Landesverkehrs-GmbH (SWEG) übergehen. Die Übergabe der ABRB an die SWEG wurde mit einer Investorenvereinbarung beurkundet. Diese Vereinbarung sichert die Fortführung des Unternehmens sowie der verkehrsvertraglichen Dienstleistungen im Stuttgarter Netz/Neckartal.

Die Abellio-Züge werden im Streckennetz mit seinen insgesamt sieben Linien weiter mit der bisherigen Belegschaft und im bekannten Takt verkehren - allerdings dann unter dem Dach der SWEG als neue Gesellschafterin. Der Name Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH wird noch für eine kurze Übergangsphase Bestand haben, jedoch schließlich durch eine neue Firmierung ersetzt werden.

Die heutige ABRB bleibt in ihrer Gesamtheit erhalten. Alle MitarbeiterInnen werden von der SWEG übernommen und auch die Unternehmensstruktur bleibt bestehen. Die ABRB erhält nach europäischem Vergaberecht für zwei Jahre vorübergehend einen neuen Verkehrsvertrag. Nach Ablauf dieser Frist werden die Verkehrsleistungen inklusive Gesellschaft dann neu ausgeschrieben. An dieser Ausschreibung kann sich auch die SWEG als Gesellschafterin beteiligen.

"Die Übergabe der ABRB an eine neue Gesellschafterin ist nicht die Lösung, die wir angestrebt haben. Dennoch stand für Abellio stets die Sicherung aller Arbeitsplätze und die Stabilität der Verkehre im Stuttgarter Netz im Fokus. Dies ist geglückt.", sagte Rolf Schafferath, Vorsitzender der Geschäftsführung der Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH (ABRB). "Wir möchten uns bei allen MitarbeiterInnen der ABRB für ihren großen Einsatz in den vergangenen Jahren bedanken. Sie alle haben ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft, Fachkompetenz und Loyalität bewiesen. Wir sind gewiss, dass das Team der ABRB die Verkehrsleistungen im Netz Neckartal in gewohnt guter Qualität fortzuführen wird", so Rolf Schafferath.

Zum Hintergrund

Abellio, eine der bisher führenden Wettbewerbsbahnen in Deutschland, befindet sich seit dem 30. Juni 2021 in einem gesetzlichen Schutzschirmverfahren; seit 1. Oktober in einem Hauptverfahren in Eigenverwaltung. Das Schutzschirmverfahren, in das alle Abellio-Unternehmen in Deutschland eingebunden sind, wurde notwendig, nachdem externe, nicht vorhersehbare Kostensteigerungen, die nicht ausreichend von den einzelnen Verkehrsverträgen gedeckt sind, eine dauerhaft wirtschaftliche Fortführung der Verkehre unmöglich gemacht hatten.

In Baden-Württemberg war es, trotz intensiver Verhandlungen mit dem Aufgabenträger, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH (NVBW), nicht gelungen, zu einer langfristig tragfähigen Einigung zu gelangen. Die Landespolitik sprach sich für eine vollständige Weiterführung der Verkehre im Netz Neckartal durch einen Drittanbieter aus. Die SWEG legte dem Gläubigerausschuss der ABRB, in dem auch die NVBW vertreten ist, ein entsprechendes Angebot für die ABRB vor, das durch das Gremium akzeptiert wurde. Nach Abschluss der Investorenvereinbarung muss nun die Gläubigerversammlung über den Insolvenzplan entscheiden und das Insolvenzgericht einen Beschluss hierüber fassen. Dadurch gehen die Gesellschaftsanteile der ABRB an die SWEG über.

Pressemeldung Abellio GmbH

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