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Montag, 15 Januar 2018 16:11

Sachsen: DB Netz AG empfiehlt Städtebahn „Fahren auf Sicht“

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Die Strecke von Heidenau nach Glashütte ist von der DB Netz AG frei gegeben, jedoch empfiehlt DB Netz AG aufgrund mangelnder Standfestigkeit der Bäume der Geschäftsleitung der SBS „Fahren auf Sicht“.

Torsten Sewerin, Geschäftsführer des Unternehmens: „Wir werden uns nicht durch eine allgemeine „Fahren auf Sicht Anweisung“ der DB Netz AG in die Verantwortung drängen lassen, die nicht in unserem Risikobereich steht. Ein „Fahren auf Sicht“ kann keine Lösung sein, sondern nur in Extremsituationen und Ausnahmefällen in Betracht kommen, zum einen, weil dies die vollständige Verantwortung des Lokführers nach sich zieht, zum anderen, weil wir unsere Fahrplanvorgaben der Züge einhalten müssen. Rückschnitts- oder Vegetationsprobleme des Netzbetreibers können nicht mit einer „Fahren auf Sicht“- Anweisung gelöst werden.

Beim „Fahren auf Sicht“ hat der Lokführer seine Fahrweise so einzurichten, dass er rechtzeitig vor jedem Hindernis zum Halten kommt. Die Fahrpläne der Züge werden nicht gehalten, da die Lokführer die Geschwindigkeiten der Züge beim „Fahren auf Sicht“ erheblich reduzieren.

Die Städtebahn hat am 12.01.2018 die DB Netz AG aufgefordert, zu konkretisieren, bis wann die Strecke zwischen Glashütte und Altenberg uneingeschränkt sicher befahrbar ist.

Darüber hinaus werden Bahnbetriebsexperten von Städtebahn und DB Netz AG Anfang der neuen Woche eine gemeinsame Bereisung der Strecke von Heidenau nach Altenberg vornehmen, um die Unfallschwerpunkte festzustellen und daraus einen Maßnahme Katalog erstellen.

Zwischenzeitlich finden an den größten Unfallschwerpunkten auf der Strecke bereits erhebliche Rückschnittmaßnahmen durch die DB Netz AG statt. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass der Zugbetrieb zeitnah wieder aufgenommen werden kann“, so Torsten Sewerin „und erwarten, dass die DB Netz erklärt: dass seitens der Infrastruktur der Abschnitt uneingeschränkt sicher befahrbar ist.“

DB Netz AG betont unverändert nachhaltig, für Rückschnitt gesorgt zu haben. Impressionen und Aufnahmen der Lokführer der Städtebahn zeigen jedoch etwas anderes. Mitarbeiter reichen dem Unternehmen immer wieder Bilder ein, die den katastrophalen Zustand dokumentieren. Der Betriebsrat der SBS betonte nunmehr in einem Schreiben an die Geschäftsleitung: „Der gesamte Betriebsrat steht zu Ihrer Entscheidung, den Betrieb auf der Strecke Heidenau-Altenberg einzustellen. Die Sicherheit der Fahrgäste und unsere Mitarbeiter muss immer an oberster Stelle stehen.“

„Es ist gut, dass endlich eine Bestandsaufnahme auf allen Strecken der SBS vorgenommen wird und der Rückschnitt auf unserem Regionalnetz rund um Dresden erfolgt“, so ein Lokführer der SBS. „Auf den Fernstrecken der DB Netz AG scheint der Rückschnitt ja auch gut zu funktionieren.“

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