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Dienstag, 11 Januar 2022 13:45

NRW: DB Regio, National Express und Vias Rail werden Abellio-Verkehre übernehmen

Die drei Eisenbahnverkehrsunternehmen DB Regio AG, Region NRW, National Express Rail GmbH und VIAS Rail GmbH werden ab 1. Februar 2022 die bisher von der Abellio Rail GmbH betriebenen Regionalverkehrslinien übernehmen. Dies haben die politischen Gremien aller beteiligten Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) entschieden. Wir erklären Ihnen, was dies konkret für den Betrieb der Netze und Linien bedeutet.

DB Regio soll als Nahverkehrstochter der Deutschen Bahn die Linien der S-Bahn Rhein-Ruhr (S 2, S 3, S 9, RB 32, RB 40 und RE 49) sowie das Ruhr-Sieg-Netz mit den Linien RE 16, RB 46 und RB 91 übernehmen. National Express soll ab 1. Februar 2022 die Rhein-Ruhr-Express-Linien RE 1 (RRX) zwischen Aachen und Hamm und RE 11 (RRX) zwischen Düsseldorf und Kassel betreiben. Das britisch-deutsche Eisenbahnverkehrsunternehmen bedient bereits die Linie RE 4 (Aachen – Dortmund), RE 6 (RRX) Flughafen Köln/Bonn – Minden) und RE 5 (RRX) (Wesel – Koblenz) und ist somit zukünftig für den gesamten RRX-Vorlaufbetrieb verantwortlich. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen Vias Rail soll das Niederrhein-Netz mit der grenzüberschreitenden Linie RE 19 zwischen Düsseldorf und Arnhem/Bocholt, die RB 35 zwischen Gelsenkirchen und Mönchengladbach sowie die Linie S 7 zwischen Wuppertal und Solingen übernehmen. Diese Vergaben sind als Notvergaben im Rahmen einer sogenannten freiwilligen ex-ante-Transparenzbekanntmachung erfolgt. Die hieraus resultierenden Beauftragungen laufen als Direktvergaben bis Dezember 2023. Für die Zeit danach sollen die Verkehre langfristig neu ausgeschrieben werden.

DB Regio AG, Region NRW
S-Bahn Rhein-Ruhr S 2, S 3, S 9, RE 49, RB 32, RB 40
Ruhr-Sieg-Netz RE 16, RB 46, RB 91

National Express Rail GmbH
Rhein-Ruhr-Express
RE 1 (RRX), RE 11 (RRX)

VIAS Rail GmbH
Niederrhein-Netz RE 19, RB 35
Der Müngstener S 7

Aufgabenträger werben bei Abellio-Belegschaft für einen Wechsel zu den neuen EVU

Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren benachbarten SPNV-Aufgabenträgern und in Abstimmung mit dem Land NRW das Leistungsangebot im SPNV soweit es möglich ist, aufrecht zu erhalten. Dennoch wird es in der betrieblichen Übergangssituation auf einigen Linien zu geplanten Einschränkungen kommen. Denn der Übergang von mehr als 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Abellio sowie die Übergabe von 120 Triebfahrzeugen und der Bahnbetriebswerke in Duisburg und in Hagen auf die drei neuen Verkehrsunternehmen, im laufenden Betrieb, ist nicht anders zu realisieren. „Wir haben für den Übergang der Mitarbeiter*innen persönlich bei der Abellio-Belegschaft geworben und den Mitarbeitenden garantiert, dass alle Regelungen ihres bisherigen Arbeitsvertrages übernommen werden – und zwar inklusive der Überstunden- und Urlaubsansprüche“, erklärt Ronald R.F. Lünser, Vorstandssprecher des VRR. Die bisherigen Abellio-Mitarbeiter*innen müssen auch keine zusätzlichen Prüfungen absolvieren oder sonstige Auflagen erfüllen. Dieses Angebot gelte ausdrücklich auch für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich derzeit noch in der Probezeit befinden, so Lünser weiter.

Alle Beteiligten arbeiten gemeinsam an einem bestmöglichen Betriebsübergang

Parallel zur technischen Prüfung der Fahrzeuge haben die SPNV-Aufgabenträger vier gemeinsame Arbeitsgruppen mit dem Land und allen beteiligten EVU gegründet, um den Betriebsübergang in allen Bereichen bestmöglich vorzubereiten. Trotzdem bleiben DB Regio, National Express und Vias Rail nur noch wenige Wochen, um die Übernahme der Strecken zu organisieren. Um diesen Übergang bestmöglich zu gestalten, haben die SPNV-Aufgabenträger einen mehrstufigen Übergangsfahrplan mit vorübergehend eingeschränktem Angebot erstellt.

Übergangsfahrplan bis voraussichtlich 27. Februar 2022

Erste Fahrplanänderungen wurden bereits umgesetzt, die weiteren Phasen des Übergangsfahrplans starten am 17. Januar und 1. Februar 2022. Das eingeschränkte Angebot gilt bis voraussichtlich 27. Februar 2022 (Betriebsende). Ab diesem Zeitpunkt soll der reguläre Fahrplan wiederhergestellt sein. Die Fahrplanänderungen im Detail:

S-Bahn Rhein-Ruhr
• RB 40: Essen – Hagen, seit dem 8. Januar kommen lokbespannte Züge zum Einsatz, der Fahrplan gilt aber weiterhin, lediglich eine Zusatzfahrt in der Hauptverkehrszeit (Verstärker) entfällt.
• RE 49: Einstellung zum 10. Januar, Alternativen sind durch die Linien S 3 und S 9 gewährleistet.

Der Müngstener (S 7) und Niederrhein-Netz
• S 7: Reduzierung des Taktes ab 17. Januar, statt drei Fahrten in der Stunde nun stündlich zwei Zugleistungen.
• RB 35: Einstellung der Leistung ab 17. Januar, Parallelverkehre mit RE 42, RB 33 sowie RB 32 und RE 3.
• RE 19: Ausfall von Zusatzfahrten in der Hauptverkehrszeit (Verstärker) zwischen Emmerich und Düsseldorf ab 17. Januar.

Ruhr-Sieg-Netz
• RB 46: Bochum – Gelsenkirchen, Einstellung ab 17. Januar, ein Schienenersatzverkehr wird vorbereitet.
• RE 16 und RB 91: Auf dem Teilabschnitt zwischen Letmathe und Iserlohn Schienenersatzverkehr mit der Betriebsaufnahme zum 1. Februar 2022.

RRX
• RE 11 (RRX): Einstellung der Leistung zwischen Düsseldorf und Essen ab 17. Januar, Parallelverkehr ist durch RE 1 (RRX), RE 2, RE 6 (RRX) sowie weitere Linien gewährleistet.
• Zwischen Essen und Kassel wird ein zweistündlicher Ersatzverkehr mit lokbespannten Zügen vorbereitet. Zudem besteht in diesem Abschnitt Parallelverkehr mit RE 1 (RRX), RE 6 (RRX) sowie RB 89 und RE 17.

Pressemeldung VRR

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