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Donnerstag, 20 Januar 2022 13:11

Schleswig-Holstein: Die Angelner Dampfeisenbahn braucht das dritte Gleis und mehr Infrastruktur

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Fotos Angelner Dampfeisenbahn.

Die Angelner Dampfeisenbahn leistet seit Jahren mit bescheidenen finanziellen Mitteln, aber großem ehrenamtlichen Engagement Beachtliches für den Tourismus in Kappeln und Umgebung. Die kleine Bahn wächst sogar: Nach dem Kauf der neuen Schienenbusse konnten im Sommer 2021 erstmals Fahrten nach Eckernförde angeboten werden und so Touristen umweltschonend in die Region gelockt werden, zweifelsfrei eine Stärkung für den Tourismus an der Schlei.

Das Land Schleswig-Holstein sieht dieses genauso – und förderte den Bau eines Haltepunkts in Lindaunis, unterstützte den Verkehr zudem finanziell. Die neuen Schienenbusse ermöglichen ein weiteres Wachstum. Ohne die Pandemie hätte es im Dezember Fahrten von Kappeln zum Kieler Weihnachtsmarkt gegeben.

Im neuen Landesnahverkehrsplan (LNVP) 2022-2027 erscheint die Bahnstrecke sogar als Kandidat für eine Reaktivierung, was deren Bedeutung auch im Hinblick auf die notwendige Verkehrswende unterstreicht.

Daher ist der Fahrgastverband PRO BAHN erfreut, dass die Stadt Kappeln – nach langen Diskussionen – die für 2020 und 2021 zugesagten Zuschüsse zahlen wird. Dazu Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN: „Dies ist ein erster und wichtiger Schritt in die richtige Richtung, dem aber in Zukunft weitere Schritte folgen müssen. So unterstützen andere Kommunen wie beispielsweise die süddeutsche Stadt Pfullendorf die nur im touristischen Verkehr betriebene „Räuberbahn“.

Unverständlich, warum die Stadt Kappeln der Angelner Dampfeisenbahn die Arbeit schwerer als notwendig macht, indem sie immer noch das dritte Gleis der Angelner Dampfeisenbahn im Kappelner Hafen begehrt.

Jan Niemeyer, Mitglied des PRO BAHN-Landesvorstandes, erklärt dazu: „Das die Bahn das dritte Gleis braucht, konnte jeder im Sommer beobachten. Denn ohne das dritte Gleis wären die Fahrten nach Eckernförde, zusätzlich zum Museumsbahnverkehr Süderbrarup – Kappeln, nicht möglich gewesen.“

Selbst wenn sie wollte, könnte die Angelner Dampfeisenbahn das dritte Gleis nicht einfach so aufgeben – das Gleis müsste zudem vom Eisenbahnbundesamt (EBA) von der Nutzung zu Bahnbetriebszwecken freigestellt werden.

Darüber hinaus fehlt es der Angelner Dampfeisenbahn an wichtiger Infrastruktur. So gibt es kaum geschützte Abstellmöglichkeiten. Die neuen Schienenbusse mussten im Freien abgestellt werden. Und sind prompt beschädigt und beschmiert worden. Seit Jahren wird mit der Gemeinde Süderbrarup und der Stadt Kappeln über die Bereitstellung einer Fläche für eine neue Fahrzeughalle verhandelt, ohne das bisher eine Lösung gefunden werden konnte.

Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert alle Beteiligten auf, den Wert dieser Bahnstrecke für einen umweltfreundlichen Tourismus anzuerkennen und diese entsprechend zu unterstützen.

Pressemeldung Pro Bahn Schleswig-Holstein

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