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Montag, 24 Januar 2022 12:56

Berlin: DBV-Regionalverband kritisiert die kurzfristigen Einschränkungen im Straßenbahn-, U-Bahn- und Busverkehr

Ab heute dünnt die BVG das Fahrtenprogramm auf vielen Linien deutlich aus. Entgegen der bisherigen Ankündigungen, dass dies nur auf schwach frequentierten Linien und nur in den Außenbezirken passiert, ist dies jetzt sogar bei der U-Bahn der Fall. Als Grund werden die Personalausfälle im Zusammenhang mit Quarantäne-Auflagen angegeben.

So wird auf allen U-Bahn-Linien der 3-5-Minuten-Takt im Berufsverkehr auf maximal 5 Minuten ausgeweitet. Das mag auf den ersten Blick unerheblich scheinen. Jedoch wird damit die Kapazität um etwa 40 % reduziert. Können volle Züge wegen 40 % weniger Fahrzeugkapazitäten das Ziel sein, wenn doch "Abstand halten" bei der Pandemie-Bekämpfung ständig verkündet wird?

Auch bei Bussen wird in der Innenstadt das Angebot um ein Drittel bzw. fast die Hälfte zusammengestrichen. Was dabei auffällt: die Busanbindung des Flughafens BER kommt sehr glimpflich davon. Statt 9 Bussen pro Stunde im Durchschnitt heute gibt es ab Montag weiterhin einen 10 Minuten-Takt mit 6 Fahrten pro Stunde tagsüber. Hätte hier nicht ein 20 Minuten-Angebot ausgereicht, da es ja schon ein üppiges Angebot mit S-Bahn und Regionalbahn gibt? Zumindest die Fahrten vom S-Bahnhof Schönefeld zum Terminal 1, 2, die pro Richtung 9 Minuten dauern, könnten wegfallen um freie Personalkapazitäten zu erzielen. Dieses dreifache Angebot aus BVG-Bus, S-Bahn und Regionalverkehr muss nicht sein. Vielleicht ist ja der Grund, dass Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) die Verkehrsanbindung des Flughafens mit der U-Bahn schon zur Chefsache erklärt hat und keinesfalls Abstriche duldet? Dies ist für den DBV nicht nachvollziehbar, da die U7-Verängerung die Realisierung der bereits in Umsetzung befindlichen Schienenprojekteim Programm "i2030" infolge fehlender Planungskapazitäten in Behörden und Unternehmen, Landesmittel und Bundesförderungen gefährdet.

So müssen sich die Die Berliner BVG-Fahrgäste müssen sich jetzt auf unbestimmte Zeit auf schätzungsweise 20 bis 30 Prozent weniger Fahrtmöglichkeiten einstellen. Corona wirds freuen, denn es wird im Berufsverkehr in Bahn und Bus kuschelig eng werden.

Um noch weitere Fahrplan-Einschnitte durch Personalausfälle zu verhindern, fordert der DBV-Regionalverband Ordnungsämter und Polizei auf, konsequent auf freie Busspuren und Haltestellenbuchten zu achten und auch abschleppen zu lassen. Denn Falschparker bremsen seit Jahren den Bus- und Straßenbahnverkehr aus.

Pressemeldung DBV-Regionalverband Berlin

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