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Montag, 22 Januar 2018 20:33

Bayern: Fahrgastverband fordert Elektrifizierung von Bahnstrecken

Der Fahrgastverband PRO BAHN hat die bayerischen Bundestagsabgeordneten aufgefordert, sich für den massiven Ausbau des elektrischen Bahnbetriebs in Bayern einzusetzen. „Elektromobilität auf der Schiene funktioniert seit über 100 Jahren, da braucht es keine Erprobungen mehr“, so Winfried Karg, Vorsitzender von PRO BAHN in Bayern.

„Derzeit sind in Bayern weniger als 50 Prozent des Eisenbahnnetzes für den elektrischen Betrieb ausgerüstet, konkret geplant ist ein Ausbau auf gerade einmal 51 Prozent bis 2021. Das ist viel zu wenig für ein Land, das sich als Vorreiter in Sachen Technologie, Umweltschutz und Lebensqualität sieht.“

Fast alle Bahnstrecken gehören allerdings nicht dem Freistaat, sondern dem Bund in Form der Deutschen Bahn AG, und der Bund ist auch für deren Elektrifizierung verantwortlich. Daher setzt der Fahrgastverband auf das Engagement der bayerischen Abgeordneten in der neuen Legislaturperiode. „Als Eigentümer des Bahnnetzes hat es die Bundesrepublik in der Hand, ein solches Programm zu realisieren. Binnen zehn Jahren muss es möglich sein, dass 80 Prozent der Eisenbahnstrecken in Bayern mit elektrischer Energie betrieben werden.“

Aus den verschiedenen Fraktionen hat der Fahrgastverband ermutigende Antworten erhalten. Die Vertreter des Fahrgastverbandes werden die anstehenden Koalitionsverhandlungen und die danach anstehenden Beratungen und Beschlüsse beobachten; an den konkreten Entscheidungen wird man erkennen, in welchem Umfang sich die Abgeordneten an ihre getroffenen Aussagen erinnern.

Aus Sicht der Fahrgäste bringt der elektrische Betrieb nur Vorteile: Da diese Antriebsart eine ca. 25 Prozent höhere Energieeffizienz aufweist und dementsprechend die Kilometerkosten niedriger sind, könnte bei gleichbleibenden Bundeszuschüssen das regionale Zugangebot entsprechend der Nachfrage der Bürger deutlich ausgebaut werden. Gleichzeitig erlaubt der Elektroantrieb höhere Antriebsleistungen und damit durch bessere Beschleunigung kürzere Fahrzeiten sowie den Einsatz längerer Züge. All dies führt zu einer besseren Ausnutzung der vorhandenen Gleisinfrastruktur. Dazu kommen weniger Lärm im Zug und eine bessere Luftqualität an Bahnsteigen und Bahnhöfen.

Ein weitgehend elektrifiziertes Eisenbahnnetz führt bei Streckensperrungen zu einer deutlich verbesserten Flexibilität des Betriebs, was für die Wirtschaft ein deutlicher Standortvorteil ist. Die wochenlangen massiven Einschränkungen durch die Streckensperrung in Rastatt hat vor Augen geführt, wie wichtig ein für den elektrischen Betrieb ausgebautes Eisenbahnnetz ist. Auch die verladende Wirtschaft hat ein großes Interesse daran, dass Bahnstrecken elektrisch betrieben werden; so drängen seit Jahrzehnten nicht nur Firmen aus der Region um Burghausen darauf, dass die Bahnstrecke aus Richtung München zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert wird. Und nicht zuletzt sei der Aspekt des Umweltschutzes erwähnt; elektrisch betriebene Züge sind im Betrieb emissionsfrei und stellen einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der internationalen Verpflichtungen der Bundesrepublik zum Klimaschutz dar.

„Unserer Meinung nach kommt für die großen Hauptachsen und die viel befahrenen Strecken im Umfeld und im Zulauf auf die Ballungsräume nur ein Betrieb mit Fahrleitung in Frage, wie er seit über 100 Jahren erfolgreich und problemlos im Alltag funktioniert“, so Karg.

Pressemeldung Pro Bahn

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