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Freitag, 26 Januar 2018 07:17

Baden-Württemberg: Initiative Bodensee-S-Bahn fordert Elektrifizierungs-Offensive wie in Bayern

Die Initiative Bodensee-S-Bahn (IBSB) fordert die Baden-Württembergische Regierung auf, eine ambitionierte Elektrifizierungs-Offensive für die Eisenbahnstrecken zu starten wie in Bayern. Dabei verweist die IBSB auf die Vinschgerbahn in Südtirol, wo sich die Investitionen in die Elektrifizierung innerhalb von sechs Jahren zurückzahlen, da der Betrieb elektrischer Bahnen wesentlich günstiger und daher wirtschaftlicher ist als der Dieselbetrieb.

Die bayerische Staatsregierung will eine "Bayerische Elektromobilitäts-Strategie Schiene" starten und die Elektrifizierung ausgewählter Bahnstrecken vorantreiben. Begründet wird diese Offensive mit den Worten: „Dabei haben E-Loks gegenüber Dieselloks mehrere Vorteile: Sie sind leiser, stoßen keine Schadstoffe aus und haben niedrigere Betriebskosten“. Dass diese schon seit Jahrzehnten bekannten Argumente die Bayern nun anspornen, sich für eine beschleunigte Elektrifizierung der Bahnlinien einzusetzen, ist erfreulich.

Was passiert in Baden-Württemberg?

Die Initiative Bodensee-S-Bahn (IBSB) schlägt vor, dass auch Baden-Württemberg eine entsprechende Offensive aufs Gleis setzt. So kann auch die schon lange geforderte Elektrifizierung der Bodensee-Gürtelbahn von Radolfzell nach Friedrichhafen realisiert werden. Gleichzeitig ist auch die Hochrheinbahn (Basel–Schaffhausen) vom Dieselbetrieb auf elektrischen Antrieb umzustellen.

Südtirol macht’s vor: Elektrifizierung rentiert sich schon nach wenigen Jahren

Das wirtschaftlich wichtigste Argument der bayerischen Regierung ist, dass mit dem elektrischen Betrieb niedrigere Betriebskosten anfallen werden. Das hat man auch in der Provinz Bozen-Südtirol erkannt: Die dortige Landesregierung hat beschlossen, die ca. 60 km lange Vinschgerbahn zwischen Meran und Mals bis 2020 zu elektrifizieren. Die Kosten werden auf etwa 56 Millionen Euro geschätzt, also knapp 1 Mio. Euro für einen einspurigen Bahn-Kilometer. "Das ist selbstverständlich viel Geld, aber auch eine gute Investition: für die Umwelt sowieso, aber auch finanziell", so der zuständige Landesrat Mussner.

Denn die Berechnungen der Experten kommen zu dem Schluss, dass die Elektrifizierung bereits nach sechs Jahren wirtschaftlich vorteilhaft sei. Zudem werden durch die Umstellung auf den elektrischen Betrieb jährlich 7.800 Tonnen weniger Kohlendioxid ausgestoßen. Elektro-Triebwagen erfordern auch einen deutlich geringeren Wartungsaufwand und sind weniger störanfällig – ein Vorteil, den auch die Fahrgäste auf der Gürtelbahn zu schätzen wüssten, die derzeit oft unter dem Ausfall von Dieselfahrzeugen leiden.

Die Initiative Bodensee-S-Bahn ruft die Baden-Württembergische Regierung auf, eine große Elektrifizierungs-Offensive zu starten und auch eigene Finanzmittel dafür einzusetzen. Der Bund muss den notwendigen GVFG-Fördermitteltopf deutlich aufstocken und darf seine Förderung nicht weiter nur auf Ballungsgebiete beschränken. Das Ziel ist eine nahezu 100 prozentige elektrische Eisenbahn in Baden-Württemberg. Denn die Elektromobilität auf Schienen ist seit über 100 Jahren bewährter „Stand der Technik“.

Pressemeldung Initiative Bodensee-S-Bahn (IBSB) 

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