english

Samstag, 27 Januar 2018 11:16

Schleswig-Holstein: ET 445 - Verkehrsminister droht mit Sanktionen

Tomke Scheel P1150525 Twindexx

Die Verfügbarkeit der fabrikneuen ET 445 (Twindexx Vario von Bomdardier) auf der RE 7 hat sich seit dem Fahrplanwechsel zwar stetig verbessert, vollständig umgesetzt konnte das Flügelkonzept bislang dennoch nicht. Nun drohte vor gut einer Woche Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz mehreren gleichlautenden Medienmeldungen zufolge der DB Regio im Norden mit Sanktionen. Anlass waren die Probleme im Netz West mit der Marschbahn und im Netz Mitte zwischen Flensburg, Kiel und Hamburg (RE 7).

Gemäß den Schilderunegn der Medien verließ der Verkehrsminister wütend die Sitzung des Wirtschaftsausschusses in Kiel. „Der Minister ist sauer“, soll er über sich selbst gesagt haben. Zudem soll er mit deutlichen Worten seine Kritik an der Deutschen Bahn (DB) erneuert und mit Konsequenzen wie etwa Geldstrafen gedroht haben, wenn die Bahn sich weiter nicht an die mit dem Land geschlossenen Vereinbarungen halte. Die seit Monaten bestehenden Probleme bei der Marschbahn im Netz West würden nicht, wie in einem Zehn-Punkte-Aktionsplan vereinbart, konsequent beseitigt, kritisierte Buchholz demgemäß.

Bezüglich der RE 7 wurde in den Medienberichten die Kritik des Verkehrsminister wie folgt dargelegt. Nach dem neuen Fahrplan sollten Reisende ab Januar ohne umsteigen zu müssen, von Hamburg nach Kiel oder Flensburg fahren können. Dafür müssten die Züge in Neumünster geteilt werden und auf der Rückfahrt wieder zusammengekoppelt werden. „Das Konzept können wir zur Zeit nicht fahren, weil die uns mit drei Jahren Verspätung ausgelieferten Züge der Firma Bombardier jetzt so viele Probleme machen, dass nur noch sieben im Einsatz sind, statt neun, die man mindestens bräuchte, um das Konzept zu fahren“, wurde Buchholz zitiert.

Nun müssten Pendler mehr Zeit einplanen. „Die Kunden sind die Dummen. Man wird sauer, wenn hier permanent nichts klappt, sondern man den Eindruck bekommt, dass die Beteiligten nicht genug dafür tun, dass tatsächlich nach vorne gearbeitet wird.“ Der Minister erwartete von DB Regio zügig Verbesserungen.

Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis gab laut den Medienberichten die Probleme zu. Es hätte in den vergangenen Tagen etwa bei einem Drittel der Verbindungen von Hamburg nach Kiel und Flensburg keine Teilung der Züge gegeben. Wann der geplante Betrieb reibungslos laufe, könnte er nicht sagen. „Unsere und die Techniker von Bombardier arbeiten rund um die Uhr an der Behebung der Probleme.“ Für das vollständige „Flügelkonzept“ seien neun Triebwagen nötig. „Die Züge sind zur Schadensbehebung in der Werkstatt.“ Nach Angaben des Bahnsprechers würde zwischen 5 und 21.30 Uhr in Neumünster „geflügelt“, das sind 34 solcher Vorgänge. Am 15.01.2018 hätte es 14 und am 16.01.2018 zehn Ausfälle gegeben.

Auch aktuell scheinen die Probleme noch nicht vollständig behoben zu sein. Zumindest lässt sich dies angesichts einiger heute (26.01.2018) in Kiel untätig abgestellten ET 445 vermuten. So weilten u.a. ET 445 031 sowie ein weiterer ET 445 jeweils solo in Kiel.

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Zurück