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Donnerstag, 01 Februar 2018 07:10

Bayern: Verwaltungsgerichtshof Bayern lässt Berufung zur Wasserburger Altstadtbahn zu

Einen Etappensieg auf dem Weg zur Wiederherstellung der Wasserburger Altstadtbahn vermeldet der Fahrgastverband PRO BAHN: Der Verwaltungsgerichtshof Bayern hat die Berufung des Konsortiums "Wasserburger Altstadtbahn" zugelassen, nachdem das Verwaltungsgericht München vor gut einem Jahr die Klage gegen den Stilllegungsbescheid des Freistaats Bayern für nicht zulässig erklärt hatte.

Das ist jedoch noch keine Entscheidung zum Stilllegungsbescheid selbst, sondern nur darüber, dass das Konsortium weiter vor Gericht die Zulassung seiner Klage gegen den Stilllegungsbescheid erstreiten darf.

"Wir sehen damit unsere Rechtsauffassung bestätigt," erklärt dazu Norbert Moy, oberbayerischer Vorsitzender von PRO BAHN und ergänzt: "Viel lieber wäre es uns aber, wenn sich das Gericht nicht mit Fragen der Zulässigkeit unserer Klage aufhalten würde, sondern zur Sache selbst verhandeln würde."

Der Fahrgastverband hatte wiederholt kritisiert, dass die Stadt aufgrund einer falschen Nutzen-Kosten-Berechnung den Stilllegungsantrag gestellt hat und damit die Wiederaufnahme des Zugverkehrs blockiert hat. Die verkehrliche Entwicklung im Großraum München und die jüngst publik gewordenen Pläne, den Filzenexpress zur elektrifizierten S-Bahn auszubauen, haben dem damaligen Gutachten der Stadt mittlerweile die Grundlage entzogen. Ein Einlenken des Freistaats - beispielsweise durch Einbeziehung der Altstadtbahn in die Ausbaupläne - ist jedoch nicht zu erkennen, es droht ein jahrelanger Rechtsstreit um die Bahnlinie.

So ergibt sich die skurrile Situation, dass der Freistaat eine S-Bahn über die Dörfer bis Reitmehring baut, gleichzeitig aber die letzten vier Kilometer in die Stadt stilllegen will.

Das Konsortium "Wasserburger Altstadtbahn GbR", bestehend aus den Firmen BayernBahn GmbH, Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH, Innrail und dem Fahrgastverband PRO BAHN, hatte mit der Stadt Wasserburg über die Übernahme der Bahnstrecke verhandelt. Da die Stadt nicht gewillt war, dem neuen Betreiber die unterlassene Instandhaltung auszugleichen, erklärte sie die Verhandlungen für gescheitert und stellte beim Freistaat Bayern den Antrag auf Stilllegung der Altstadtbahn. Die Befürworter der Altstadtbahn sehen dagegen nur in umsteigefreien Zugverbindungen von der Wasserburger Altstadt bis nach München eine Möglichkeit, die verkehrliche Situation in Wasserburg nachhaltig zu verbessern.

Pressemeldung Pro Bahn Regionalverband Oberbayern

 

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Letzte Änderung am Donnerstag, 01 Februar 2018 07:02