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Mittwoch, 14 Februar 2018 11:01

Niedersachsen: Landesweites Semesterticket startet zum Wintersemester 2018/19

Jetzt ist es amtlich: Ab dem Wintersemester 2018/19 können rund 220.000 Studentinnen und Studenten in Niedersachsen und Bremen erstmals ein landesweites Semesterticket nutzen, das freie Fahrt in sämtlichen Regionalzügen und S-Bahnen garantiert.

Nachdem an den 32 Hochschulen bereits im Januar die erste Hürde genommen wurde und die studentischen Entscheidungsgremien für das neue „Superticket“ gestimmt hatten, sind nun auch die Verträge zwischen der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG), den Studierendenschaften, den Eisenbahnunternehmen und der niedersächsischen Tarifagentur unter Dach und Fach gebracht. Das teilten die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen und die VerkehrsLandesAstenKonferenz Niedersachsen (VLAK) am Mittwoch in Hannover mit

„Damit ist die zweite Hürde genommen, einer Einführung zum Wintersemester steht nichts mehr im Wege“, freut sich LNVG-Chef Hans-Joachim Menn. Fast vier Jahre habe man intensiv mit den Studierendenvertretern, insbesondere der VLAK, den Bahnunternehmen, der Region Hannover, dem Regionalverband Großraum Braunschweig und der Niedersachsentarif GmbH verhandelt.

Diverse Konzepte seien entwickelt und wieder verworfen, komplexe Berechnungen durchgeführt und neue Vertragswerke entworfen worden. Auch die Aufgabenträger für den Schienenpersonen- nahverkehr außerhalb Niedersachsens hätten zugestimmt. Das Ergebnis, fasst Menn zusammen, sei ein neues Solidarticket mit einem tollen Preis-Leistungsverhältnis.

Lob für das Projekt kommt auch vom Land, in dessen Auftrag die 100-prozentige Landestochter den Nahverkehr auf der Schiene organisiert. Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann sagt: „Es freut mich sehr, dass Niedersachsen bundesweit nach Nordrhein- Westfalen das zweite Flächenland sein wird, das seinen Studierenden ein landesweites Semesterticket anbieten kann. Mein Dank gilt den Studierendenvertretungen, mit denen solch ein umfangreiches Projekt umgesetzt werden konnte. Die Zusammenarbeit mit den anderen Aufgabenträgern und den Verkehrsunternehmen war sehr konstruktiv, so dass die Studierenden das Semesterticket nicht nur in Niedersachsen, sondern zusätzlich in Hamburg und Bremen sowie auf zahlreichen Verbindungen in die umliegenden Bundesländer, sogar bis in die Niederlande, nutzen können. Der Schienenpersonennahverkehr und die niedersächsischen Universitäten gewinnen dadurch deutlich an Attraktivität.“

Für die VerkehrsLandesAstenKonferenz, die das Projekt bereits im Jahr 2014 initiierte, ist die neue Lösung ein wichtiger Meilenstein. VLAK-Vertreter Markus Grebenstein aus Braunschweig erläutert dazu: "Wir freuen uns sehr, dass der erste Schritt für eine bessere Mobilität der Studierenden gelungen ist und das Streckennetz für die Studierenden künftig deutlich besser zu durchschauen sein wird, selbst bei Anbieterwechseln. Das nächste Ziel für uns ist jetzt, das landesweite Semesterticket auch um die Nutzung der Busse und Straßenbahnen zu erweitern“.

Das neue Solidarmodell macht Schluss mit dem landesweiten Flickenteppich, in dem Studierende je nach Hochschule und zu unterschiedlichen Preisen nur bestimmte Bahnstrecken zwischen Harz und Nordsee nutzen konnten. Mit dem neuen Ticket geht die Reise nun teilweise über die Landesgrenzen hinaus, zum Beispiel bis nach Lübeck, Magdeburg, Kassel, Münster oder ins niederländische Hengelo. Die Preiskalkulation ist transparent und nachvollziehbar. Bei einer Ausschreibung des Bahnnetzes und einem möglichen Wechsel des Betreibers drohen keine Preisänderungen mehr.

Der Standardpreis beträgt ab Wintersemester 129,59 Euro, für Hochschulstandorte mit Verbund- Semesterticket liegt er bei 81,92 Euro je Semester. Für einige Hochschulen wird es etwas preis- werter, einige Standorte bzw. Studierende müssen etwas tiefer in die Tasche greifen. Das Preis- Leistungsverhältnis, sind sich die Verhandlungspartner einig, verbessert sich aber durch die vielen zusätzlichen Strecken für alle Studierenden.

Pressemeldung LNVG

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