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Mittwoch, 14 Februar 2018 14:33

Baden-Württemberg: VCD begrüßt Debatte über Stellenwert und Aufgaben des ÖPNV

Nahverkehr ist wichtige Stellschraube, um Feinstaub und Stickoxidüberschreitungen in den Griff zu bekommen - kostenlose Nutzung ist nicht alleiniges Entscheidungskriterium für Umstieg.

Der ökologische Verkehrsclub (VCD) Baden-Württemberg begrüßt, dass die Bundesregierung erstmals auch eine Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zur Erzielung von besserer Luft in den Städten in Erwägung ziehe.

Allerdings nutzten viele Berufspendler heute den eigenen PKW statt des ÖPNVs wegen des längeren Zeitaufwandes bei der Nutzung von Bus und Bahn – deshalb greife der Null-Tarif aus VCD-Sicht zu kurz.

"Alle Studien zur Mobilität zeigen auf, dass nur durch einen konsequenten Ausbau des Bus- und Bahnnetzes mit dichten Takten, guter Vernetzung und hoher Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit die Verkehrsprobleme in den Städten gelöst werden können", erklärt VCD-Landesvorsitzender Matthias Lieb. "Der Vorschlag der Bundesregierung für einen kostenlosen ÖPNV ist deshalb nicht zu Ende gedacht, denn heute ist in den Ballungsräumen, zum Beispiel rund um Stuttgart, der ÖPNV schon weitgehend an der Kapazitätsgrenze".

"Statt den Nahverkehr kostenlos zu machen - für Baden-Württemberg wären dies rund 1,5 Milliarden Euro fehlende Fahrgeldeinnahmen pro Jahr –, sollte dieses Geld, das der Bund zur Verfügung stellen müsste, vorrangig in den Kauf von neuen Bussen, Stadtbahnen und Zügen und in mehr Busspuren, Straßenbahnstrecken und Taktverdichtungen investiert werden“, erklärt Matthias Lieb. Außerdem müsste die Tarifvielfalt reduziert werden, damit auch Gelegenheitsnutzer leichter den Zugang zu Bus und Bahn fänden - Baden-Württemberg sei mit 22 Verbünden dabei besonders "kreativ", so der VCD.

Zur Gegenfinanzierung müssten dringend die Diesel-Subventionen für den PKW- und LKW-Verkehr eingestellt werden, die jährlich bundesweit 7,4 Milliarden Euro ausmachten, fordert der VCD.

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