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Sonntag, 29 April 2018 18:36

NRW: DB Regio NRW senkt Stromverbrauch um rund 25 Millionen Kilowattstunden

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Anna Elsinghorst, Leiterin des Projekts Energieeffizienz bei DB Regio NRW. Energiesparendes Fahren DB Regio - Display auf einer Lok der Baureihe 146.

Die roten Züge in NRW haben im vergangenen Jahr ihren Stromverbrauch um rund 25 Millionen Kilowattstunden gesenkt. Dies entspricht der Menge Strom, die eine Kleinstadt mit etwa 5.000 Vier-Personen-Haushalten durchschnittlich pro Jahr benötigt. Mit der positiven Bilanz setzt die DB-Nahverkehrstochter ihr Energiesparkonzept fort, das seit Herbst 2016 umgesetzt wird.

„Das beeindruckende Ergebnis verdanken wir vor allem unseren Lokführern und Kundenbetreuern, die beim Fahren und Abstellen der Züge umsichtig handeln und unsere Energiesparvorgaben konsequent umsetzen“, sagt Anna Elsinghorst, Leiterin des Projekts Energieeffizienz bei DB Regio NRW. „Mit diesem Erfolg rückt unser langfristiges Ziel näher, den Energieverbrauch bis zum Jahr 2020 um sieben Prozent zu reduzieren.“

Ein besonders effektiver Hebel zur Senkung des Energieverbrauchs ist eine energiesparende Fahrweise. Wie effizient ein Triebfahrzeugführer fahren kann, hängt vor allem von der Beschaffenheit der jeweiligen Strecke ab. In Nordrhein-Westfalen sind diese sehr unterschiedlich: So gibt es energieintensive Linien mit starken Steigungen oder besonders vielen Halten, die ein ständiges Anfahren und Abbremsen notwendig machen. Für jeden Streckenabschnitt gibt es spezifische Fahrempfehlungen.

Umwelteffekt entspricht dem Potenzial von einer Million Buchen

„Allein durch den Einsatz unserer Lokführer konnten wir rund 22,5 Millionen Kilowattstunden Strom einsparen“, resümiert Elsinghorst. „Das spart nicht nur Kosten, es ist auch gut für die Umwelt. Denn wir haben damit den CO₂-Ausstoß um 12.400 Tonnen reduziert. Um diese Menge Kohlendioxid aus der Luft zu filtern, wäre ein Wald von fast einer Million Buchen nötig gewesen.“

Die Ankunftszeit wird durch die Energiespar-Offensive nicht beeinträchtigt. „Unsere Priorität ist natürlich weiterhin, pünktlich anzukommen und im Verspätungsfall Minuten aufzuholen“, betont Elsinghorst. „Aber auch geringe Verzögerungen lassen sich mit einigen Maßnahmen oft energieeffizient wieder einholen. Der Lokführer kann dann etwa im unteren Geschwindigkeitsbereich zügig beschleunigen, weil sich hier besonders viel Zeit aufholen lässt. Fährt er hingegen kurze Geschwindigkeitsspitzen aus, macht dies nur wenige Sekunden gut – verbraucht aber viel Energie.“

Einen beachtlichen Effekt in der Energiebilanz erzielten auch die Kundenbetreuer: Sie konnten bereits 2,7 Millionen Kilowattstunden einsparen, indem sie die Klimatisierung der Doppelstockwagen reduzieren, bevor die Züge in die Abstellanlage fahren. Für die Umwelt heißt das: rund 550 Tonnen CO₂ jährlich weniger in der Luft.

Für die Zukunft sind bereits weitere Energiesparmaßnahmen in Vorbereitung. „Auch im Bereich unserer Dieselfahrzeuge wollen wir das energiesparende Fahren vorantreiben“, so Elsinghorst. „Dazu werden wir nach und nach Telematik-Systeme in die meisten Fahrzeuge einbauen, die den aktuellen Kraftstoffverbrauch erfassen und in einem weiteren Schritt Echtzeit-Fahrempfehlungen geben sollen.“

Elektrische Lokomotive des Typs 146 der DB Regio AG – Region NRW

• Wird auf vielen Regionalexpresslinien in Kombination mit Doppelstockwagen eingesetzt. Die Lok zieht oder schiebt die Wagen.

• Viele Loks und Steuerwagen sind mit einem Fahrassistenzsystem ausgestattet. Dieses erfasst Position und Geschwindigkeit des Zuges, gleicht dies mit dem Fahrplan ab und gibt Abschaltempfehlungen

• Lok kann pneumatisch (mit Druckluft) oder elektrisch (Motor fungiert als Generator) bremsen. Bei elektrischem Bremsen wird die Energie zurück in die Oberleitung gespeist. So können bis zu 30 Prozent der bezogenen Energie zurückgespeist werden.

Energie-Beispiel RE5 „Rhein-Express“

• Der RE5 legt auf seiner Strecke Koblenz – Bonn – Köln – Düsseldorf – Duisburg – Oberhausen – Wesel rund 190 Kilometer in gut 2 ½ Stunden zurück und hält unterwegs bis zu 24 mal.

• Der durchschnittliche Verbrauch des Fahrzeugs je Fahrt zwischen Koblenz und Wesel mit einer Lok der Baureihe 146 und sechs Doppelstockwagen liegt bei rund 2.200 Kilowattstunden. Das entspricht etwa dem durchschnittlichen Jahresverbrauch eines Einpersonenhaushalts.

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