english

Donnerstag, 17 Mai 2018 07:00

NRW/Rheinland-Pfalz: Uni Bochum forscht in Sachen Bahnlärm – und Pro Rheintal gibt Antworten

balarm

Bahnlärm und Straßenlärm von vier Gleisen und zwei Bundesstraßen fängt sich in Orten wie Boppard-Hirzenach wie in einem Parabolspiegel und verursacht Schlafentzug mit tiefgreifenden gesundheitlichen Folgen.

Am kommenden Dienstag, 22. Mai 2018 kommt eine Delegation der Ruhr-Universität Bochum nach Boppard, um sich über das Thema Bahnlärm im – dem Unesco-Welterbe zugeordneten – Rheintal zu informieren. 15 Studenten und 3 Professoren der Fächer Geschichte und Geografie haben sich mit dem Vorsitzenden von Pro Rheintal, Frank Gross, und Boppards Bürgermeister Dr. Walter Bersch verabredet, um ihre Fragen an sie zu richten.

Welche gesundheitlichen Schäden kann Bahnlärm verursachen? Wie beeinflusst Bahnlärm die Bevölkerungs-Entwicklung im Rheintal? Welche wirtschaftlichen und infrastrukturellen Auswirkungen hat Bahnlärm? Wie leiden das Welterbe und der Denkmalschutz unter Bahnlärm? Wodurch könnte diese Situation verbessert und aufgehalten werden?

So oder ähnlich lauten die Fragen, auf die Pro Rheintal nun seit mehr als zehn Jahren Antworten gibt, die inzwischen zwar einiges in den Köpfen bewirkt haben, in der Realität aber noch auf ihre Umsetzung warten lassen.

Das wirft einerseits die Frage auf, warum das so ist, und andererseits, wie es sein würde, wenn das Rheintal plötzlich so leise wäre, dass man nachts schlafen, tagsüber kommunizieren und arbeiten oder die hier verweilenden Touristen sich wieder richtig erholen könnten.

Über die Qualität dieser einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft besteht nicht erst seit der Ernennung zum Unesco Welterbe der Menschheit kein Zweifel mehr. Schon vor 200 Jahren waren sich Dichter, Musiker und Denker einig über den Zauber der unvergleichlichen Region. Der damals aufkeimende Tourismus erkannte schnell, dass diese Traumwelt im Durchbruchstal der Mittelgebirge auf die Agenda der betuchten Reisenden gehörte. Insbesondere Engländer fanden hier ihre Faszination. Schöner als jedes Disneyland vereint das Rheintal die raue Welt von Raubrittern und Burgen auf felsigen Klippen mit der geschmeidigen Romantik von endlos fließendem Rhein und Wein sowie einer Kultur, wie sie nirgendwo sonst auf der Welt anzutreffen und hier über die Jahrtausende gewachsen ist.

Ja, was wäre, wenn der Bahnlärm nicht wäre?

Aus Stunden- oder Tagestouristen, die höchstens eine Nacht bleiben, würden wieder Urlauber, die am Ort verweilen. Davon profitieren dann nicht nur Hotels und Restaurants, Boutiquen und Modegeschäfte, sondern auch Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe sowie vielseitige Zulieferer von Nahrungs- und Genussmitteln. Wohnhäuser wären hoch begehrt und ihr Wert würde sich in nur kurzer Zeit verdoppeln oder verdreifachen. Große Unternehmen würden ihre besten Leute in der schönen Rheintalumgebung ansiedeln. Kultur und Tourismus würden aufblühen. Kreative Softwareschmieden und hochtalentierte Systemanalytiker würden sich niederlassen. Hotels könnten wieder investieren und ihr Angebot den Standards der besten Urlaubsgegenden anpassen. Internationale Theater- und Musikfestivals fänden statt, von Open-Air-Konzerten bis zu Opernaufführungen auf der Loreley – „Rheingold“ über dem Rheingold!

Es gäbe Erlebnis- und Wellnessbäder mit warmem Thermalwasser wie einst bei den Römern. Geschichtstouren von der Frühzeit über das Mittelalter bis in die Gegenwart – alles an Originalschauplätzen. Mit Weißer Flotte, Panorama-Zügen und Fährschiffen ging es rheinauf und -ab. Das ganze Tal würde zu einem großen Erlebnisort mit frei zugänglichem öffentlichem Nahverkehr und wenig Individualverkehr werden.

Ein neues Kapitel Rheinromantik würde aufgeschlagen. Dichter und Denker, Maler und Musiker würden den Ruf des Tales wieder hinaus in alle Welt tragen. Die Besten kämen, um die einzigartigen Weine, die Erlebnisgastronomie, den Gesundheits- und Wellnesstourismus zu genießen. Weintouren, Exkursionen und Seminare, Wandertouren auf attraktiven Premiumwanderwegen. Jedes Eckchen, jedes Häuschen, jedes Unternehmen wäre über Nacht Gold wert. Die Menschen würden alle vom neuen Wohlstand profitieren. Handwerker und Dienstleister hätten ihre Auftragsbücher das ganze Jahr über prall gefüllt. Neue Versorgungsbetriebe entstünden, neue Ferienparks, Freizeitanlagen – und endlose Möglichkeiten.

Natürlich hat sich die Region längst auf die Situation mit Bahnlärm eingerichtet und die Schönheit des Rheintals überstrahlt den widerwärtigen, weil unnötigen Lärm alter oder defekter Güterwaggons. „Doch es ist höchste Zeit, dass sich etwas ändert, und dazu müssen alle mit anpacken und mitmachen“, lautet die zentrale Botschaft von Pro Rheintal an die Studenten und an die Region.

Ort: Stadthalle Boppard, am Dienstag, 22. Mai 2018, mittags um 13:00 Uhr.

Pressemeldung Pro Rheintal e. V. Bürgernetzwerk

Zurück