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Dienstag, 15 August 2017 17:46

Berlin: Pro Bahn sieht Berlin beim City-Ticket der Deutschen Bahn benachteiligt

Bahnreisende, die eine BahnCard besitzen und damit Fahrkarten für den Bahn-Fernverkehr kaufen, haben in vielen Städten den Vorteil, dass sie den öffentlichen Nahverkehr auf der Fahrt zum oder vom Bahnhof nutzen können. Die Fahrkarten zeigen dann als Start oder Ziel den Namen der Stadt mit dem Vermerk „+City“.
Das City-Ticket wird den BahnCard-Kunden derzeit in 138 Städten angeboten, das sind praktisch alle deutschen Städte mit Bedeutung im Bahn-Fernverkehr. Dabei gilt das Angebot City-Ticket mit wenigen Ausnahmen für Fahrten im gesamten Stadtgebiet der jeweiligen Stadt.

Die Ausnahmen sind: Berlin (City-Ticket gilt nur im Tarifbereich A), Lübeck (Travemünde ist ausgeschlossen), und Frankfurt (der Flughafen ist ausgeschlossen). Die Einschränkung in Berlin ist gravierend: Das City-Ticket gilt damit nur innerhalb des S-Bahn-Rings sowie in der Ringbahn selbst, außerhalb kann lediglich der Bahnhof Lichtenberg angefahren werden, allerdings nur mit der S-Bahn.

Innerhalb des S-Bahn-Rings wohnen nur gut 1 Million der Berliner Bürger; die große Mehrheit der Berliner lebt außerhalb des S-Bahn-Rings, im Tarifbereich B des VBB: Mit fast 2,5 Millionen Einwohnern wäre „Berlin B“, für sich gerechnet, die größte Stadt in Deutschland, vor Hamburg und München – und ganz ohne City-Ticket!

Die große Mehrheit der Einwohner Berlins ist damit von einem attraktiven Vorteil des deutschen Bahntarifs ausgeschlossen. Absurde Folge ist auch, dass der Bahnhof Berlin-Spandau der einzige große ICE-Bahnhof ohne City-Tarif-Funktion ist, und die anderen Fernbahnhöfe Südkreuz und Gesundbrunnen den City-Ticket-Anschluss nur in Richtung „stadteinwärts“ bieten, was Ortsunkundigen kaum zu vermitteln ist.
Auswärtigen Besuchern Berlins ist diese drastische Einschränkung des City-Tickets in Berlin oft nicht bewusst, Ärger somit vorprogrammiert.
PRO BAHN Berlin-Brandenburg fordert daher:

• Die Gültigkeit des City-Tickets des DB-Fernverkehrs muss auf ganz Berlin erweitert werden. DB Fernverkehr, S-Bahn, VBB und BVG sollen unverzüglich Verhandlungen aufnehmen mit dem Ziel, das City-Ticket auch für die große Mehrheit der Berliner im Tarifbereich B und deren auswärtige Besucher anzubieten.

• Die zuständige Senatsverwaltung muss sich im Interesse der Mehrheit der Berliner und der Berlin-Besucher dafür einsetzen, dass diese Verhandlungen erfolgreich zum Abschluss kommen.

• Die Nutzung von City-Tickets „Berlin+City“ im Tarifbereich B muss für Ortsfremde bis zur formellen Erweiterung durchgängig geduldet werden. Eine derart gravierende Einschränkung des Angebots „City-Ticket“ in einer einzelnen Stadt ist für Bahnnutzer mit Reiseziel Berlin eine überraschende Bedingung, mit der ein BahnCard-Nutzer nicht rechnen muss.

Weiterhin ist aus Sicht von PRO BAHN notwendig, ein City-Ticket für alle Städte in Brandenburg einzuführen, die ein leistungsfähiges ÖPNV-Netz aufweisen. Derzeit sind nur Cottbus und Potsdam dabei. Eberswalde, Frankfurt (Oder) und Brandenburg (Havel) wären ebenso geeignete Städte für das City-Ticket.

Pressemeldung PRO BAHN Landesverband Berlin-Brandenburg e.V.

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