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Montag, 18 November 2024 15:20

Saarland: Planungszeiten für Bahnstreckenreaktivierungen, wo bleibt der Aufschrei?

Deutschland möchte als Wirtschaftsstandort in der Welt ganz vorne mitspielen. Dazu braucht es allerdings Innovationen, Ideen aber auch Schnelligkeit bei Planung und Umsetzung von Großprojekten. Wer sich die Ergebnisse der Nutzen-/Kostenanalyse im Saarland anschaut, der freut sich zunächst, dass sich überhaupt was nach Vorne bewegt. Aber noch wenigen Minuten kommt die Ernüchterung, allein die Planung der Strecken soll mindestens 10 Jahre dauern.

Wo bleibt der Aufschrei von der Landesregierung, vom Mobilitätsministerium oder von der Presse und den Medien? Der Bürger hat sich ja schon an die "German Langsamkeit" gewöhnt.

Gehen wir zurück zu unseren Vorfahren (die sich für uns schämen würden), damals brauchte man viel weniger Zeit, auch um größere Bauvorhaben im Bahnbereich umzusetzen, ganz ohne Digitalisierung, Baumaschinen oder Fachkräftemangel.

11 Jahre insgesamt dauerte die Planung und der Bau der Bahnstrecke Leipzig - Hof (1841 - 1851) inklusive der zwei größten Ziegelsteinbrücken der Welt (Göltzschtalbrücke ► 574 m lang, 78 m hoch ◄ // Elstertalbrücke ► 279 m lang, 68 m hoch ◄).

Für den Bau des ersten 40 km langen topographisch einfachen Streckenabschnitts von Leipzig nach Altenburg brauchte man ein Jahr (1 Jahr).

Ganz ohne Computer, Bagger oder Gleisbauzüge und trotz Staatsverträgen zwischen den Königreichen Sachsen und Bayern und dem Fürstentum Reuß wurde die Bahnstrecke nach 11 Jahren in Betrieb genommen.

Auch die Pfälzische Ludwigsbahn von Ludwigshafen bis Bexbach wurde in 11 Jahren geplant und gebaut und dabei gab es bei der Planung Verzögerungen (der reine Bau dauerte nur zwei Jahre) und man beachte es liegen auf der Strecke elf (11) Tunnel.

Und heute soll alleine die Planung von Strecken, die als Trasse schon vorhanden sind, eine Zeit von 10 Jahren vergehen, nochmals die Frage wo bleibt der Aufschrei?

Wir brauchen die Mobilitätswende (Energiewende) jetzt und nicht in zehn bis fünfzehn Jahren, da ist es zu spät.

Die "German Langsamkeit" muss überwunden werden, dazu müssen die Politik aber auch die Wirtschaft, sowie die Deutsche Bahn aktiv werden.

Die Strecke der Linken Saarstrecke (Rosseltalbahn) ist vom Saarbrücker Hauptbahnhof bis Fürstenhausen betriebsbereit und ist sogar elektrifiziert.

Die Strecke bis Fürstenhausen muss eh bis 2031 für den Güterverkehr zum Kraftwerk Fenne betriebsbereit gehalten werden, warum soll es dann über 10 Jahre dauern bis dort wieder Personenzüge fahren.

Die Plattform Mobilität fordert erneut die modulare Reaktivierung der Reaktivierungskandidaten und die zeitnahe Beantragung der Fördermittel.

Pressemeldung Plattform Mobilität SaarLorLux e.V.

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