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Donnerstag, 28 November 2024 16:40

Bayern: SWM machen U-Bahnhöfe fit für die Zukunft

Nachdem die Münchner U-Bahn vor drei Jahren das 50-jährige Jubiläum gefeiert hat, kommen die Bahnhöfe in ihren ersten Erneuerungszyklus. Im Rahmen des Grunderneuerungsprogramms sanieren die Stadtwerke München (SWM) in den kommenden Jahren die Außenseiten mehrerer U-Bahnhöfe. Dabei werden insbesondere die sognannten Schlitzwanddeckelfugen untersucht, bei Bedarf saniert und abgedichtet.

Was ist eine Schlitzwanddeckelfuge?

U-Bahnhöfe werden entweder in offener Bauweise oder mit Tunnel-vortriebmaschinen in sogenannter bergmännischer Bauweise hergestellt. Zur Vermeidung großer Baugruben, werden bei der offenen Bauweise Wände zur Baugrubensicherung im Boden errichtet, zwischen denen dann der U-Bahnhof entsteht. Das können je nach Bodenbeschaffenheit und Platzverfügbarkeit Bohrpfahlwände oder Schlitzwände sein.
Um die Beeinträchtigungen an der Oberfläche so gering wie möglich zu halten, wird die Baugrube im Anschluss mit einem Deckel, der auf die Schlitzwände gesetzt wird, wieder geschlossen. Die weiteren Arbeiten finden dann unter diesem Deckel statt. Dort, wo der Deckel auf den Schlitzwänden aufliegt, entstehen die sogenannten Schlitzwanddeckel-fugen.

Warum werden die Schlitzwanddeckelfugen saniert?

Beim Bau der 35 betreffenden Bahnhöfe sahen die Vorgaben noch keine Abdichtung der Schlitzwanddeckelfugen vor. Im Laufe der Jahre wurde der Beton und teilweise auch der Bewehrungsstahl durch Korrosion stark beansprucht. Aus diesem Grund müssen die SWM den Zustand der Fugen und der darunter liegenden tragenden Bewehrung überprüfen, damit die Bahnhöfe auch für die Zukunft fit sind. Sind die Fugen freigelegt und der Beton entfernt, muss je nach Zustand die Bewehrung aus Stahl instandgesetzt oder ausgetauscht werden. Anschließend wird die Fuge von außen betoniert und abgedichtet, um sie künftig besser vor äußeren Einflüssen zu schützen.

Warum beeinflusst die Sanierung der Schlitzwanddeckelfugen den Verkehr?

Die Sanierung der Schlitzwanddeckelfugen kann grundsätzlich von innen oder von außen erfolgen. Die Sanierung von innen verursacht weniger Einschränkungen an der Oberfläche, hat aber eine Sperrung der U-Bahn im betroffenen Bereich zur Folge. Sie wurde in München noch nicht in dieser Form durchgeführt und ist bei einigen Bahnhöfen baulich nicht möglich. Sie ist daher für diese Fälle nicht erprobt. Darüber hinaus erfolgen noch Untersuchungen zu langfristigen Folgewirkungen mit der TUM.

Die Sanierung von außen kann je nach örtlichen Gegebenheiten aufwändiger sein, da die Fugen von der Oberfläche her freigelegt werden müssen. Das kann je nach Situierung auch Verkehrsbeeinträchtigungen und Baumfällungen erforderlich machen. Mit dieser Maßnahme haben die SWM am Hauptbahnhof und am Ostbahnhof bereits erfolgreich Erfahrung gesammelt. Die SWM lassen beide Methoden für jede Maßnahme sowie jeden möglicherweise betroffenen Baum durch einen unabhängigen Gutachter bewerten.

Wo das möglich ist, bündeln die SWM die Sanierungen der Schlitzwanddeckelfugen mit anderen Maßnahmen der SWM oder der Landeshauptstadt, um in absehbarer Zeit keine weiteren Einschränkungen in dem betroffenen Bereich zu verursachen.

schlitzwanddeckelbauweise phase 2

• Bei der Schlitzwanddeckelbauweise werden zunächst die Schlitzwände in den Boden gegossen
• Anschließend wird darüber der Deckel betoniert

schlitzwanddeckelbauweise phase 3schlitzwanddeckelbauweise phase 4

• Nach der Fertigstellung des Deckels kann die Oberfläche wiederhergestellt werden
• Der weitere Aushub sowie der Ausbau des Bauwerks können ohne weitere Einschränkungen für den Verkehr fortgeführt werden

sanierung schlitzwanddeckelfuge 5

• Abdichtung der Fugen

An welchen Bahnhöfen stehen Schlitzwanddeckelfugensanierungen an?

Bereits für das kommende Jahr 2025 geplant ist die Sanierung der Schlitzwanddeckelfugen am U-Bahnhof Karlsplatz (Stachus). Die Maßnahme wird gebündelt mit einer Erneuerung der darüberliegenden Tramgleise.

Bis 2030 folgen noch weitere Sanierungen, unter anderem an den Bahnhöfen Schwanthalerhöhe, Max-Weber-Platz und Theresienwiese sowie auf einzelnen Streckenabschnitten. Die Prüfung, welche Bahnhöfe darüber hinaus folgen, läuft noch.

Neue Gleise für die Tram und Instandhaltung am U-Bahnhof

Im Rahmen des Grunderneuerungsprogramms der Münchner U-Bahn sanieren die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ein Bauwerk des U-Bahnhofs Karlsplatz (Stachus). Für eine effiziente Baustelle und möglichst geringe Einschränkungen für die Fahrgäste wird die Maßnahme mit der Erneuerung der darüberliegenden Tramgleise der Linien 19, 21, 27 und 28 gebündelt.

Von Januar bis voraussichtlich Ende Mai 2025 finden die Bauarbeiten noch bei laufendem Trambetrieb statt, während die Spuren des Straßenverkehrs bereits teilweise auf zwei pro Richtung reduziert werden. In dieser Zeit werden die Bereiche der Schlitzwanddeckelfuge saniert, die sich im Straßenbereich befinden.

Von Juni bis August wird die Schlitzwanddeckelfuge im Bereich des Grünstreifens, des Straßenbereichs und der Tramgleise instandgesetzt. Um eine zusätzliche Sperrung und Einstellung des Tramverkehrs zu einem späteren Zeitpunkt zu vermeiden, nutzen die SWM die Gelegenheit, um den Bereich unter der Tragplatte zu sanieren. Im September sind der Rückbau der Baustelle und die Wiederherstellung geplant.

Detaillierte Informationen zur Verkehrssituation während der Bauphase gibt es auf der Servicekarte Baustellen der Landeshauptstadt unter muenchenunterwegs.de/baustellenkarte.

Erneuerung der Tramgleise zwischen Stachus und Lenbachplatz

Parallel dazu werden von Juni bis August die Schienen der Linien 19, 21, 27 und 28 am Karlsplatz (Stachus) im Abschnitt zwischen Prielmayerstraße und Elisenstraße erneuert. Nach 19 Betriebsjahren haben 6 Weichen und die Gleise auf einer Strecke von 600 Metern das Ende ihrer Lebensdauer erreicht.

Wegen den Sanierungsarbeiten und der parallel geplanten Gleiserneuerung am Maxmonument (siehe separate Meldung vom 28.11.2024 „Jahresvorschau 2025: Baustellen bei Tram und U-Bahn“) kann in dieser Zeit der Abschnitt Karlsplatz (Stachus) – Maxmonument – Max-Weber-Platz nicht bedient werden.

• Die Tramlinien 19, 21 können den Abschnitt Karlsplatz (Stachus) – Maxmonument nicht bedienen.
• Die Tramlinien 27, 28 können den Abschnitt Karlsplatz (Stachus) – Kurfürstenplatz nicht bedienen. Die Tram wird dort durch Busse ersetzt
• Das genaue Betriebskonzept ist noch in Arbeit

Pressemeldung SWM, MVG

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