Bayern: Streckensperrungen 2025 - Münchens Trambahnnetz braucht dringend bessere Ausweichrouten
Die heute von der MVG veröffentlichte Baustellenvorschau für 2025 zeigt wieder deutlich, dass das Münchner Trambahnnetz keine Ausweichrouten mehr hat. Diese wurden leider von Ende der 70er- bis Anfang der 90er-Jahre systematisch abgebaut.
Bei der nun für die Sommermonate 2025 angekündigten Großbaustelle am Karlsplatz werden die Schlitzwanddeckelfugen des U-Bahnhofes Karlsplatz saniert und die Tram-Gleise in der Sonnenstraße vor dem Justizpalast ausgetauscht. Von Juni bis August fallen hier vier Tramlinien aus.
Gäbe es die bis Ende der 70er Jahre existierende Gleisverbindung zwischen Lenbachplatz und Ottostraße (Der damaligen Gleisverbindung durch die „Bernheimer Klamm“ steht nun ein U-Bahn-Aufgang im Weg. Eine ähnlich funktionierende Gleisverbindung wäre heute aber auch vor der ehem. Bayerischen Börse möglich.) bzw. die Anfang der 90er Jahre abgebaute Strecke durch Karlsstraße noch, wäre der Ausfall nur minimal. So müssen jetzt ganze Streckenabschnitte auf Schienenersatzverkehr umgestellt werden. Und die letzten Jahre haben gezeigt, dass Baustellen inzwischen meist länger dauern sind als ursprünglich geplant.
Das Münchner Trambahnnetz muss auch fit gemacht werden für temporäre Umleitungen. Hier fehlen in der Innenstadt insbesondere:
• zusätzliche Weichen. Beispiele:
a) Von der Fraunhoferstraße sollten Trambahnen bei Bedarf (z. B. bei Bauarbeiten, Sperrungen des Sendlinger Tor Platzes) auch Richtung Reichenbachplatz/Isartor abbiegen können. Um den dafür nötigen Abbiegeradius zu realisieren, können die Abbiegegleise wie in anderen europäischen Städten auch verschlungen realisiert werden.
b) Vom Lenbachplatz in die Ottostraße
• zusätzliche Wendemöglichkeiten:
Bis 1993 gab es in der Innenstadt die Wendeschleifen am Maximilians- sowie Gärtnerplatz.
• Ausweichstrecke Karlsstraße:
Diese hätte einen direkten U-Bahn-Anschluss (U2 Königsplatz) und würde den inzwischen bereits drei- und künftig viergleisigen Bahnhofsvorplatz entlasten.
Für das Gelingen der Verkehrswende wird das Trambahnnetz bereits um weitere Strecken ergänzt. Für einen funktionierenden Trambahnbetrieb muss aber auch die Infrastruktur mitwachen. Neben zusätzlichen Betriebshöfen zählen hier auch zusätzliche Weichen und Gleisstrecken dazu, die vielleicht nicht jeden Tag gebraucht werden.
Pressemeldung Aktion Münchner Fahrgäste




