Sachsen: Koalitionsverhandlungen - Forderungen für den öffentlichen Verkehr
Der Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland hat anlässlich der laufenden Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen sächsischen Staatsregierung ein umfassendes Forderungspapier vorgelegt. Ziel ist es, eine zukunftsfähige Verkehrspolitik zu etablieren, die urbane und ländliche Räume gleichermaßen berücksichtigt und allen Menschen im Rahmen der Daseinsvorsorge Mobilität ermöglicht.
„Ziel muss es sein, allen Menschen eine attraktive Alternative zum motorisierten Individualverkehr zu bieten. Und dies unabhängig vom Einkommen oder dem Wohnort.“ fasst Markus Haubold, Vorsitzender des Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland, die Forderungen zusammen.
Kernforderungen des Positionspapiers:
• Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum: Langfristige Etablierung smarter On-Demand-Lösungen zur Feinerschließung nachfrageschwacher Gebiete.
• Einheitliche Mindestbedienstandards: Einführung sachsenweit gültiger Standards für die Anbindung von Orten, um eine zuverlässige und regelmäßige ÖPNV-Nutzung zu gewährleisten.
• Optimierung der Anschlüsse: Verbesserung der Übergänge zwischen Zug und Bus, um Reisezeiten zu verkürzen und die Angebote besser zu verzahnen.
• Reform der ÖPNV-Organisation: Reduktion der Verkehrsverbünde auf maximal drei, um Effizienz zu steigern und regionale Bedürfnisse besser zu berücksichtigen.
• Ausbau der Schieneninfrastruktur: Maßnahmen wie die Verlängerung des S-Bahn-Tunnels von Dresden Flughafen zu ESMC und die Elektrifizierung der Strecke Dresden-Klotzsche – Görlitz sowie Elektrifizierungen und Ausbau grenzüberschreitender Verbindungen.
• Reaktivierung stillgelegter Strecken: Vorantreiben bereits vereinbarter Reaktivierungen und Prüfung weiterer Strecken.
• SPNV-Offensive: Bereitstellung finanzieller Mittel zur Beschleunigung und Kapazitätssteigerung wichtiger Linien.
• Dekarbonisierung der Busflotte: Schaffung eines Finanzierungsrahmens für die vollständige Dekarbonisierung.
• Gerechtere ÖPNV-Tarife: Einführung eines einheitlichen Sachsentarifs, um Fahrten über Verbundgrenzen und Einzeltickets preislich attraktiver zu gestalten.
• Ausbau des Fernverkehrs: Kurzfristige Anbindung von Chemnitz und Südwestsachsen an den Fernverkehr sowie langfristiger Ausbau der Infrastruktur.
• Verstärkter Austausch mit den Fahrgästen sowie Fahrgastvertretungen und -verbänden.
Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert eine konsequente Priorisierung des ÖPNV in der sächsischen Verkehrspolitik, um nicht nur die Mobilitätswende voranzutreiben, sondern auch soziale Teilhabe, wirtschaftliche Effizienz und ökologische Verantwortung in Einklang zu bringen.
Das komplette Forderungspapier steht unter https://epbi.der-fahrgast.de/s/cg4x2Sbp5T5Gm4C zum Download zur Verfügung.
Pressemeldung Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland e.V.




