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Donnerstag, 17 August 2017 13:04

NRW: Moderne Instandhaltung am Traditionsstandort Münster

Ähnlich einem Auto müssen auch Nahverkehrszüge regelmäßig gewartet, gereinigt und bei Bedarf repariert werden. Allerdings mit erheblich mehr Aufwand und in deutlich kürzeren Abständen: Denn jedes Fahrzeug legt im Jahr bis zu 400.000 Kilometer zurück – das entspricht zehn Runden um die Erde. Um diese Leistung verlässlich zu stemmen, legen alle Züge turnusmäßige „Boxenstopps“ ein. Damit diese schnell, effizient und zuverlässig absolviert werden können, müssen die Wege in die Instandhaltung und zurück auf die Strecke möglichst kurz sein. Durch seinen strategisch günstigen Standort leistet das Werk Münster als eine von landesweit sieben Instandhaltungsanlagen von DB Regio NRW einen erheblichen Beitrag zum funktionierenden Betrieb auf der Schiene. Dazu sind dort insgesamt rund 25 Millionen Euro investiert worden.

Rundum-Service für Züge unterschiedlicher Art

Auf den drei Gleisen der 2008 neu gebauten 168 Meter langen Haupthalle wird die „rote Flotte“ der DB gewartet, insbesondere die Züge der Haard-Achse (RE 2 Münster – Düsseldorf, RE 42 Münster – Mönchengladbach) und des Netzes Westliches Münsterland (RB 51 Dortmund – Enschede, RB 63 Münster – Coesfeld, RB 64 Münster – Enschede).

Anfang 2017 wurde am Werksstandort eine weitere Werkshalle für die Instandhaltung von 35 Fahrzeugen des britischen Unternehmens National Express in Betrieb genommen. Damit erbringt die Nahverkehrstochter der Deutschen Bahn erstmals in NRW vollumfängliche Leistungen im Auftrag eines Wettbewerbers.

Auf dem 90 Meter langen Arbeitsgleis der NX-Halle werden hauptsächlich Fahrzeuge der Rhein-Wupper-Schiene (RE 7 Rheine – Krefeld, RB 48 Wuppertal- Bonn) gewartet.

Entsprechend vielfältig ist das Fahrzeugportfolio, dass das Expertenteam behandelt: Von Doppelstock- über Diesel- bis zu Elektrotriebwagen reicht die Typenvielfalt. Je nach Anforderung sind die Arbeitsgleise mit Oberleitungen und speziellen Abluftanlagen ausgerüstet. Selbst große Fahrzeugkomponenten wie Achsen, Fahrmotoren oder Drehgestelle mit einem Gewicht von bis zu acht Tonnen können im Werk Münster schnell und sicher ausgetauscht werden – und das parallel an insgesamt bis zu fünf kompletten Zügen in den beiden Hallen.

Arbeitsgruben, aufgeständerte Gleise und Dacharbeitsbühnen sorgen dafür, dass das Team rund um die Fahrzeuge in ergonomisch optimaler Position arbeiten kann. Zur Werkstattausstattung gehören zudem leistungsfähige Hebebockanlagen sowie eine Achssenke. Per Ultraschall können Radsätze dort zudem auf Herz und Nieren geprüft werden.

Auch die Behebung von Vandalismusschäden sowie die Außenreinigung der Fahrzeuge zählen zum Leistungsumfang des Werks Münster. Neben einer WC-Entsorgungsanlage steht auf dem Werksgelände daher eine umweltfreundliche Waschanlage bereit, die durch den Einsatz neutraler Reinigungsmittel und ein aufwändiges Entsorgungssystem modernste Anforderungen in Sachen Ökologie erfüllt.

Zentraler Knotenpunkt in Sachen Fahrzeugbehandlung

Vor neun Jahren wurden mit dem Neubau der Werkstatt Münster von DB Regio NRW die bisherigen, nicht mehr zeitgemäßen Instandhaltungsanlagen in Münster und Osnabrück ersetzt. Seitdem hat sich der Standort in unmittelbarer Nähe zum Hauptbahnhof zu einem zentralen Knotenpunkt für die Behandlung von Nahverkehrszügen entwickelt. Und das nicht nur für die „rote Flotte“ der DB.

Neben der günstigen Lage zeichnet die moderne Ausstattung und das Know-how Team das Werk Münster aus. Derzeit sind in Münster rund 80 Mitarbeiter im Einsatz, die alle notwendigen Kontroll,- Instandhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten durchführen, zum Beispiel die Wartung der Klimaanlagen und Türen oder das Wechseln von Getriebeöl. Neben Bedarfsreparaturen gehört die sogenannte Planinstandhaltung zu ihren Hauptaufgaben. Dabei gilt es, genaue technische und zeitliche Vorgaben einzuhalten – von der einfachen Nachschau über festgelegte Fristarbeiten bis zur umfangreichen Revision.

Pressemeldung Deutsche Bahn

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