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Donnerstag, 12 Dezember 2024 10:45

Hamburg: Prellbock-Altona zum Bauzustand S-Bahnhof Diebsteich

Nach den Planungen der DB InfraGO AG soll der S-Bahnhof Diebsteich – allerdings mit einer Verspätung von 473 Tagen gegenüber dem ursprünglich verkündeten Fertigstellungstermin 16.10.2023, am 31.01.2025 in Betrieb gehen.

Wieder im Januar 2025 mehr als drei Wochen kein S-Bahnverkehr

Vorher gibt es aber noch massive Erschwernisse für die Fahrgäste! Denn vom 06.01. bis 31.01.2025 wird die S-Bahnstrecke zwischen Altona und Elbgaustraße vollständig gesperrt. Die Züge der Linie S3 enden in Altona, die der Linie S5 an der Holstenstraße. Zwischen Pinneberg und Elbgaustraße wird es einen S-Bahn- Pendelverkehr geben. Für den Streckenabschnitt Altona – Elbgaustraße und Elbgaustraße – Altona müssen die Reisenden mit Schienenersatzverkehr in bekanntermaßen überfüllten Bussen vorliebnehmen. Und oft auf verstopften Straßen.

Für die Pendler aus Pinneberg und allen Stationen dazwischen bedeutet dies eine Fahrzeitverlängerung von bis zu 30 Minuten und mehr (pro Strecke versteht sich)! Denn die DB braucht angeblich für das Umlegen der Gleise und die Testung der Anlagen volle drei Wochen!

Prellbock sagt: Setzt doch die Regionalzüge und Zusatzregionalzüge ab Altona ein

Zusätzliche Regionalzüge von Pinneberg nach Altona oder die Einlegung eines Zwischenstopps für die RE- Züge aus Kiel, Neumünster und Flensburg bzw. von Westerland in Pinneberg um dort Reisende in Richtung Hautbahnhof bzw. Altona aufzunehmen, sind nicht vorgesehen und von den Aufgabenträgern (HVV bzw.
NahSH ) nicht gefordert und bestellt worden. So gibt es nur das Minimalprogramm auf den Rücken der Fahrgäste.

Der mit extrem teuren grün-bläulich changierenden Glaswänden ausgestattete Eingang zum neuen S-Bahnhof soll darüber hinwegtäuschen, dass der neue S-Bahnhof mindestens drei Jahre lang ein Provisorium sein wird, denn er ist nicht barrierefrei!

Der Aufzug und die Fahrtreppen zum S-Bahnsteig sollen erst später eingebaut werden und erst mit Fertig- stellung des gesamten Bahnhofsprojektes voraussichtlich, nicht vor 2028 – oder nach Prellbock Schätzung erst 2030 in Betrieb gehen – falls der zu kleine Fernbahnhof am Diebsteich je gebaut wird. Prellbock fragt das Eisenbahnbundesamt und die Senatsstelle für die Gleichstellung behinderter Menschen, wie in einer Zeit, in der alle Welt von „Inklusion“ redet, überhaupt die Betriebsgenehmigung für einen neuen S-Bahnhof ohne einen barrierefreien Zugang erteilt werden kann. Denn der nagelneue S-Bahnhof Diebsteich kann von Menschen mit Behinderungen und Müttern und Vätern mit Kinderwagen nicht benutzt werden!

Eine traurige Ausrede der Deutschen Bahn Infra GO AG

Die Ausrede, die wir gehört haben: Der alte S-Bahnhof sei ja auch nicht barrierefrei gewesen. So eine Antwort ist schwer zu verdauen und macht fassungslos. Überhaupt macht der S-Bahnhof Diebsteich, besonders das Bahnsteigdach mit teuren Edelstahlsäulen und Glasdächern den Eindruck, als würde die DB über unendlich viel Geld verfügen, dass sie aber nicht hat. Der Bau wird im Wesentlichen aus Steuermitteln finanziert. Und wir haben leider keine Antwort bekommen, wie teuer der S-Bahnhof Diebsteich nun wird.

Daher fordert Prellbock Altona:

• Der S-Bahnhof muss bei seiner Eröffnung von Tag 1 an barrierefrei sein. Das heißt: die DB muss den 2. Ausgang herrichten, den Fahrstuhl und die Rolltreppen, die im Rohbau schon fertiggestellt sind, einbauen. Reisende können darauf nicht 3 Jahre und mehr warten.
• Für die dreiwöchige Sperrpause im Januar 2025 zur Umlegung der Gleise muss ein verstärkter Regionalverkehr auf der Schiene (mit zusätzlichen Zügen und zusätzlichen Halten) von Pinneberg nach Altona und zum Hauptbahnhof eingerichtet werden. Die Leistungen sind bei den Bahn- gesellschaften umgehend zu bestellen.
• Die DB muss endlich die Kosten für das S-Bahn-Diebsteich-Projekt offenlegen. Wir haben nicht vergessen, dass der Neubau des S-Bahnhofs Ottensen 3x teurer wurde als geplant.

Dazu Michael, Jung, Sprecher der Bürgerinitiative Prellbock Altona e. V.: "Seit bald drei Jahren müssen die Bewohner:innen und Beschäftigten am Diebsteich mit dem Fehlen einer Schnellbahnanbindung leben. Schließung und Abriss der alten S-Bahnstation war einst mit der fehlenden Barrierefreiheit begründet worden. Aber auf einen barrierefreien Zugang zu ihrer S-Bahnstation werden sie noch mindestens drei weitere Jahre warten müssen. Das ist in einer Zeit, in der Inklusion oberste Maxime der Politik sein sollte, ein Skandal erster Güte! Es ist unverständlich, wie die Politik diesen Plänen der DB überhaupt zustimmen und diese genehmigen konnte. Angesichts des Bauzustandes des späteren Hauptzugangs zum S-Bahnsteig, ließen sich bei gutem Willen Fahrstuhl und Rolltreppen binnen eines halben Jahres nachrüsten. Das ist das Mindeste, was die DB und die Hamburger Politik den leidgeprüften Bahnfahrgästen schuldig sind.“

Pressemeldung Prellbock Altona

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