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Donnerstag, 05 Juli 2018 13:39

Bayern: DB stellt Plausibilitätsprüfung des Konzepts der Verkehrsberatung Vieregg-Rössler GmbH vor

Flächenverbrauch, Grundwasserschutz und Gabionenwände – das sind nur einige, aber sehr zentrale Aspekte, die die DB Netz AG bei ihrer Plausibilitätsprüfung des Konzepts der Vieregg-Rössler GmbH für die Tieferlegung der Bahntrasse im Abschnitt Dorfen näher betrachtet hat. Das Konzept soll eine Alternative zu den Planungen der DB für den Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38) im Bereich der Stadt Dorfen darstellen.

Flächenverbrauch: Der angegebene Flächenverbrauch des Vieregg-Rössler Konzeptes liegt deutlich über dem von der DB Netz ermittelten Bedarf. In der Folge müsste die Stadt Dorfen erheblich Grund erwerben. Die DB Netz bleibt bei ihren Plänen weitgehend auf bahneigenen Grundstücksflächen.

Grundwasserschutz: Der Boden im Bereich der ABS 38 setzt sich überwiegend aus feinkörnigen Ablagerungen mit Feinsanden, Schluffen und Tonen zusammen. Diese sehr wasserempfindlichen und meist nicht tragfähigen Böden führen zu schwierigen Grundwasserverhältnissen.

Aktuell ist im Konzept der Vieregg-Rössler GmbH kein dichter Bauwerkskörper vorgesehen. Die Folge: Wasser könnte in die Baugrube strömen und Erosions-schäden hervorrufen. Auch der Grundwasserspiegel könnte sich verändern.

Gabionenwände: 53.000m³ mit Steinen gefüllte Drahtkäfige sollen bei dem Vieregg-Konzept als Böschungsbefestigung und Lärmschutzanlage genutzt werden. Auf Grund der statischen Anforderungen durch Böden und Grundwasser müssten nach Einschätzung der DB-Ingenieure deutlich mehr Gabionen verwendet und ein zusätzliches Betonfundament errichtet werden.

Die Verkehrsberatung Vieregg-Rössler sieht für den Bodenaustausch zusätzlich circa 60.000 LKW-Ladungen vor, die durch das Gemeindegebiet abtransportiert werden müssten. Der Einbau der teilweise sieben Meter hohen Gabionenwand würde eine zusätzliche Baugrubenbreite während der Bauzeit von circa 12 Metern bedeuten. Mehr Bodenaustausch und mehr LKW-Bewegungen wären die Folge, bleiben aber im Konzept unberücksichtigt.

Bei einer ersten Plausibilitätsprüfung fiel auf, dass wesentliche und maßgebliche Aspekte bei dem Konzept der Vieregg-Rössler GmbH, wie z.B. Geologie, Richtlinien und Vorschriften, Grundwasserschutz, Landschafts- und Artenschutz, weitgehend nicht berücksichtigt wurden.

Bei allen Erkenntnissen handelt es sich um Ab- bzw. Einschätzungen, die im weiteren Planungsprozess genauer ingenieurmäßig zu untersuchen sind und deren planerische Tragweiten vollumfänglich bewertet werden müssen.

Die DB Netz AG empfiehlt der Stadt Dorfen, falls diese ihr Konzept der Verkehrsberatung Vieregg-Rössler weiterverfolgen möchte, eine ingenieurmäßige Planung in Auftrag zu geben und alle Punkte fachlich bewerten zu lassen.

Die gesamte Präsentation zur Plausibilitätsprüfung finden Sie ab dem 5. Juli 2018 auf der Projektwebsite https://www.abs38.de/service/downloads.html.

Unabhängig von der Entscheidung der Stadt Dorfen beplant die DB die mit dem Bund abgestimmte Vorzugsvariante für Dorfen weiter.

Das Bahn-Projekt Ausbaustrecke München-Mühldorf-Freilassing (ABS 38)

Für den zweigleisigen Ausbau mit Elektrifizierung (ABS 38) wurden zwischen Markt Schwaben und Mühldorf im Abschnitt Dorfen (Bahn-Kilometer 40,2-52,0) verschiedene Varianten in der Vorplanung betrachtet. In Rücksprache mit dem Eisenbahn-Bundesamt und dem BMVI wurde als Vorzugsvariante die wirtschaftlichste und technisch-funktional notwendige Lösung gewählt. Diese beinhaltet u.a. die Aufhebung der Bahnübergänge und eine kurze Troglösung im Bereich B15. Die DB Netz AG hat die Anrainer und die Verwaltung von Dorfen über das Vorhaben und die aktuelle Planung informiert.

Pressemeldung Deutsche Bahn

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