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Freitag, 06 Juli 2018 08:15

Berlin: Mitarbeiter der Straßenbahn beklagen Zustände bei der BVG

Die Ver.di-Vertrauensleute im Bereich Straßenbahn/Verkehr (VBS/Verkehr) der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben in einem offenen Brief an den Vorstand der BVG die prekäre Situation im Fahrdienst, den Ausfall von Verbindungen, die zu kurzen Ruhezeiten und den zu geringen Personalbestand kritisiert. Hinzu kämen schlecht organisierte Betriebsabläufe. Der Vorstand der BVG will im Laufe des heutigen tages eine Antwort geben.

Im Brief heisst es:

Wir Arbeitnehmervertretungen der Dienststelle VBS-Verkehr sind höchst besorgt über die sich täglich weiter verschärfende Situation im Bereich Straßenbahn!

Neben der bekannten prekären personellen Situation im Fahrdienst der Straßenbahn machen

• ständig zunehmende Langsamfahrstellen,
• defekte Weichen, die seit Monaten nicht repariert werden,
• mangelhafte Routenversorgung der Fahrzeuge,
• träge Bordrechner,
• chaotisch organisierte Streckenbaumaßnahmen,
• nicht funktionierende Lichtsignalanlagen (Beschleunigung)
• zu geringe Durchfahrtzeiten
• kaum zu realisierende gesetzliche Pausenansprüche
• sowie das Personaleinsatz- und Planungssystem (IVU Suite)

einen sicheren und ordnungsgemäßen sowie kundenorientierten Straßenbahnbetrieb kaum noch möglich.

Mit Stichtag 03.07.2018 standen für 642 Dienste nur 590 Fahrerinnen und Fahrer zur Verfügung!

Verkehrsfunkwagen können nicht eingesetzt werden, weil seit Monaten offene Stellen nicht besetzt sind. Es fehlen Dienstzuteiler, Gruppenleiter, Fahrzeug- und Personaldisponenten, Dienst- und Fahrplaner.

Die gesamte Struktur die im Hintergrund für einen ordnungsgemäßen Straßenbahnbetrieb notwendig ist, ist nicht mit den Leistungszuwächsen der letzten Jahre mit gewachsen.

Waren im Bereich Straßenbahn Ende 2013 rund 750 Fahrerinnen und Fahrer beschäftigt, so sind es heute mehr als 1150.

Auf Grund der genannten gravierenden Organisationsmängel und der nicht leistungsgerechten Entlohnung verlassen viele neue Kolleginnen und Kollegen nach kurzer Zeit wieder unser Unternehmen.

Wir fordern Sie auf, Ihrer Verantwortung als Vorstände gerecht zu werden und endlich dafür Sorge zu tragen, dass sich die Arbeitsbedingungen unserer Kolleginnen und Kollegen wieder so gestalten, dass es ihnen möglich ist ihre Arbeitsaufgaben ordnungsgemäß zu erfüllen sowie Anreize zu schaffen, die auch dienstjunge Kolleginnen und Kollegen dazu bewegen sich längerfristig an unser Unternehmen zu binden.

Unsere Kolleginnen und Kollegen stellen ihre Arbeitskraft, nicht ihre Gesundheit, für Entgelt zur Verfügung!

Quelle VBS/Verkehr

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