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Dienstag, 24 Juli 2018 13:59

Baden-Württemberg: Elektrifizierung Südbahn führt zu umfangreichem Schienenersatzverkehr

Die Elektrifizierung der Südbahn ist weiterhin im vorgesehenen Terminplan unterwegs. Damit realisiert die Deutsche Bahn AG wie geplant die lang erwartete Verbesserung der Anbindung des Bodenseeraumes und Oberschwabens an das nationale und internationale Schienenstreckennetz. Der Ausbau wird in vier Bauabschnitten zwischen Ulm, Friedrichshafen und Lindau bis 2021 ausgeführt.

Für die Elektrifizierung der Südbahn zwischen Ulm über Friedrichshafen bis Lindau begannen im Winter 2017 die ersten vorbereitenden Bauarbeiten im Abschnitt eins zwischen Ulm und Laupheim West. Seit Frühjahr 2018 laufen die Bauarbeiten in diesem Bereich, unter anderem arbeitet die Deutsche Bahn dort am Kabeltiefbau.

Bauabschnitt Ulm–Laupheim West

Für den Bau der Oberleitung sowie zur Erneuerung von drei Stützwänden südlich von Ulm entlang dem Gleis Ulm–Friedrichshafen ist eine Vollsperrung der Strecke notwendig. Zeitgleich beginnt der Neubau der Brücke an der Benz-straße in Ulm-Donautal. Die Deutsche Bahn nutzt die 15-wöchige Sperrung ab September auch für andere Instandhaltungsarbeiten an der Strecke. Somit können weitere Sperrungen vermieden werden.

Bauabschnitt Laupheim West–Aulendorf

In diesem Abschnitt werden 2018 Rodungs- und Kabeltiefbauarbeiten durchgeführt und der Neubau der Brücke B 465 „Eselsbergbrücke“ in Biberach begonnen.

Bauabschnitte Aulendorf–Friedrichshafen und Friedrichshafen–Lindau

In beiden Bauabschnitten sind 2018 keine Bauarbeiten geplant.

Kundenorientiertes Konzept für den Schienenersatzverkehr

Um den Ausbau auf insgesamt 125 Streckenkilometer in dem vorgesehenen Terminplan umsetzen zu können, sind in den einzelnen Abschnitten verschiedene Vollsperrungen notwendig. Start ist im Herbst 2018 mit dem Schienenersatzverkehr (SEV) vom 10. September bis 21. Dezember 2018 zwischen Ulm und Laupheim.

Fahrplankonzept SEV-Busse

Die Fahrzeit der Busse zwischen Laupheim Stadt und Ulm ist etwa drei Mal so lang als die der Züge. Um den Reisezeitverlust auf ein Minimum zu reduzieren wurde ein SEV-Buskonzept entwickelt, das aus Express-Bussen Laupheim West–Neu Ulm (über B30) und Bussen über Erbach (B 311) besteht. Die Express-Busse fahren zwischen 6 und 22 Uhr bis auf wenige Ausnahmen alle 30 Minuten, so dass in Neu-Ulm immer passende Zuganschlüsse nach Ulm Hbf erreicht werden können. Die IRE-Züge Stuttgart–Ulm, die sonst weiter bis Friedrichshafen–Lindau fahren, werden nach Neu-Ulm verlängert, wo bequemer zwischen Bus und Zug umgestiegen werden kann als in Ulm Hbf.

Fahrplankonzept Zugverkehr Laupheim West–Friedrichshafen Stadt

Zwischen Laupheim West und Lindau fahren die RE-Züge im gewohnten Stundentakt mit den regulären Anschlussbeziehungen in den Knoten Aulendorf, Friedrichshafen Stadt und Lindau Hbf. Dieses System wird ergänzt um ein weiteres stündliches Zugangebot, Laupheim West–Friedrichshafen, das zwischen Laupheim West und Aulendorf alle Zwischenhalte bedient. Damit fahren zwischen Friedrichshafen und Laupheim West auch etwa alle 30 Minuten Züge, die in Laupheim West auf die SEV-Busse abgestimmt sind.

Die Reisezeitverluste betragen in den meisten Fällen circa 35 Minuten. Lediglich bei Fernverbindungen kann es eine Stunde sein. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen bis 21. Oktober 2018 wird zur Fahrradmitnahme bei einzelnen Busfahrten ein Begleitfahrzeug eingesetzt. Darüber hinaus verkehrt ein Zugpaar „Radexpress-Bodensee“ zwischen Ulm und Friedrichshafen Stadt, welches den längeren Schienenweg über die Donaubahn (Ehingen–Herbertingen) nimmt. Es kommt ein spezieller Fahrradtransportwagen mit Platz für 60 Fahrräder zum Einsatz.

Pressemeldung Deutsche Bahn

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