english

Dienstag, 04 September 2018 13:14

Bayern: BEG forciert Maßnahmen für mehr Pünktlichkeit bei der Oberpfalzbahn

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regional- und S-Bahnverkehr im Auftrag des Freistaates plant, finanziert und kontrolliert, hat sich mit der Die Länderbahn GmbH DLB (Länderbahn), der DB Netz AG und dem Landratsamt Cham auf konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Pünktlichkeit des Bahnverkehrs im Raum Schwandorf - Furth im Wald verständigt. Die zuvor überdurchschnittlich hohe Pünktlichkeit der Oberpfalzbahn - ein Produkt der Länderbahn, die diese Strecke im Auftrag der BEG bedient - war seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2017 aus dem Takt geraten.

Ursachen waren vor allem Verspätungen, die aus den ebenfalls von der Länderbahn verantworteten Alex-Verbindungen auf der Fernstrecke zwischen München und Prag resultieren.

Fahrplananpassungen ab dem 10. September

Um wertvolle Minuten zu gewinnen, wird der Fahrplan der Oberpfalzbahn vorübergehend angepasst. Sie hält deshalb ab dem 10. September 2018 mit sechs Zügen am Tag vorläufig nicht mehr am in diesen Zeitlagen wenig frequentierten Halt Neubäu. Die Station soll mittelfristig für einen flexibleren Betrieb ertüchtigt werden. "Jede Sekunde zählt. Wir erhoffen uns von dieser Lösung einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung der Verkehre in Ostbayern", erklärt BEG-Geschäftsführer Thomas Prechtl.

Diese Maßnahme wurde im Zusammenwirken aller Beteiligten und nach intensiver Prüfung der qualitativen und verkehrlichen Wirkung beschlossen. Damit entspannen sich die Fahrzeiten zwischen Cham und Schwandorf um bis zu zwei Minuten. Zudem können mögliche Übertragungsverspätungen im überregionalen Alex-Verkehr besser kompensiert werden, die insbesondere auf die anhaltend starken Bautätigkeiten an der Schieneninfrastruktur in Tschechien und in Bayern zurückzuführen sind. Bis auf Weiteres fahren deshalb in Neubäu die Züge in Richtung Cham um 10:19, 12:19, 14:21 und 16:19 Uhr durch, in Richtung Schwandorf entfallen die Verbindungen um 08:30 und um 11:38 Uhr. "Dass die Anzahl der Halte in Neubäu vorübergehend reduziert wird, ist notwendig, um im Sinne aller Fahrgäste in Ostbayern wieder mehr Stabilität und Zuverlässigkeit auf die Schiene zu bringen", unterstreicht Prechtl. "Das Angebot bleibt aber mit 14 Zügen in Richtung Schwandorf und elf Zügen in Richtung Cham immer noch attraktiv. Das gilt insbesondere für Pendler und Schüler, die auch künftig mehr Verbindungen nutzen können, als das noch mit dem Fahrplan 2017 der Fall war." Mit dem Fahrplan 2018 wurde die Zahl der Halte in Neubäu montags bis freitags von 27 auf 32 gesteigert.

Die BEG erwartet, dass sich die ergriffenen Maßnahmen kurzfristig positiv auf die Betriebsqualität der Oberpfalzbahn auswirken werden. Darüber hinaus begleitet sie in intensiven Abstimmungsgesprächen die Länderbahn bei der Entwicklung von wirksamen und tragfähigen Lösungen für eine höhere Fahrzeugverfügbarkeit und eine Verstärkung der Personaldecke. Die Länderbahn ist mit dem Betrieb der Netze "Oberpfalzbahn/Waldbahn" und "Alex Nord und Süd" beauftragt. "Die Pünktlichkeit unserer Züge in den von uns betriebenen Netzen hat für uns hohe Priorität. Deshalb arbeiten wir gemeinsam mit allen Beteiligten unter Hochdruck an praxis­­tauglichen Lösungen, um den Ansprüchen unserer Fahrgäste bestmöglich gerecht zu werden. Das geänderte Fahrplankonzept für die Oberpfalzbahn ist dafür ein wichtiger Baustein", erklärt Wolfgang Pollety, Geschäftsführer der Länderbahn.

Durch die ergriffenen Maßnahmen ändern sich auch an anderen Stationen zwischen Cham und Schwandorf die Abfahrtszeiten geringfügig. Der ab dem 10. September für die Strecke gültige Fahrplan kann unter anderem im Internet unter www.bayern-fahrplan.de eingesehen werden.

Zusätzlicher Bahnsteig am Bahnhof Neubäu angestrebt

Um mittelfristig die jetzt gestrichenen Halte in Neubäu wieder zu ermöglichen, ist vorgesehen, den Bahnhof Neubäu für einen flexibleren Betrieb zu ertüchtigen. Konkret soll ein neuer Außenbahnsteig auf der Nordseite des Bahnhofs entstehen. Zwar verfügt die Station Neubäu derzeit bereits über zwei Gleise, es gibt aber nur am langsam zu befahrenden Überholgleis einen Bahnsteig. Das schnellere Hauptgleis können bisher nur durchfahrende Züge benutzen.

Mit dem zusätzlichen Bahnsteig könnten Züge der Oberpfalzbahn in Zukunft am schnellen Hauptgleis halten und zwischen Cham und Schwandorf in jede Richtung schneller unterwegs sein. Zudem könnten sich dort haltende Züge in beiden Richtungen wieder begegnen. Zuständig für den Bau der Infrastruktur ist DB Station&Service. Gespräche wurden bereits aufgenommen.

Landrat Franz Löffler hat bereits die Unterstützung des Landkreises Cham für das Projekt signalisiert: "Wir wollen dazu beitragen, dass dieses Projekt so schnell wie möglich realisiert wird", sagt Löffler. Der Landkreis prüft derzeit, sich an dem Projekt zu beteiligen und den Zugang zum Bahnhof über die Kreisstraße herzustellen, die den Bahnhof auf einer Brücke überquert. "Die Herausforderungen sind komplex, aber wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen, können wir zügig wieder ein Nahverkehrsangebot auf die Schiene bringen, das nicht nur für Pendler, Schüler und gelegentliche Nutzer attraktiv ist, sondern auch für die Besucher unserer Region", so Löffler. Der Landkreis unterstütze aber auch das Interimskonzept zur Stabilisierung der Pünktlichkeit. "Es müssen alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, damit sich unsere Landkreisbürger wieder auf den Bahnverkehr verlassen können. Mit den vorübergehend auf 25 reduzierten Halten können wir mit der Oberpfalzbahn für Neubäu noch ein ordentliches ÖPNV-Angebot gewährleisten."

Pressemeldung BEG

Zurück

Letzte Änderung am Dienstag, 04 September 2018 13:18