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Donnerstag, 06 September 2018 11:13

Sachsen-Anhalt: 3. Hafenhinterland-Konferenz in Dessau-Roßlau

„Sachsen-Anhalt ist Hafenhinterland und zugleich Logistikstandort. Davon ausgehend – und auch mit Blick auf die neue Seidenstraße wollen wir unter dem Motto „Multimodale Logistikdrehscheibe Sachsen-Anhalt“ mit der diesjährigen Hafenhinterland-Konferenz unser Land regional und auch überregional zukunftsorientiert präsentieren. Dies auch frühzeitig vor der Ausrichtung des ITS World Congress 2021 in Hamburg, bei dem es um die Vorstellung und Demonstration der modernsten deutschen Technologien im Verkehrs- und Transportwesen geht“, sagte Verkehrsminister Thomas Webel heute bei der Eröffnung der 3. Hafenhinterland-Konferenz in Dessau-Roßlau.

Die Konferenz, an der heute und morgen 126 Logistikexperten/innen aus sechs europäischen Ländern (und zwölf deutschen Bundesländern) teilnehmen, widmet sich in diesem Jahr der Multimodalität der Verkehre. Auf dem Fachforum, das vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der Logistik.Initiative des Landes ausgerichtet wird, diskutieren sie Zukunftslösungen für die Hafenhinterlandverkehre in Mitteldeutschland. Als mitteldeutsche Logistikdrehscheibe und "Tor zum Osten" will Sachsen-Anhalt auf künftige Herausforderungen der im Hinterland der deutschen Seehäfen entstehenden Verkehre einstimmen und im regelmäßigen konstruktiven Dialog zwischen Experten aus Wirtschaft, Forschung und Politik eine Standortbestimmung vornehmen. Im Fokus stehen dabei aktuelle Trends und ihre Auswirkungen auf die Logistikwirtschaft.

Die Zukunft des Verkehrs in Europa werde von der Notwendigkeit bestimmt, seine Umweltauswirkungen drastisch zu reduzieren, gleichzeitig die Chancen der digitalen Revolution zu nutzen und eine starke Position im globalen Wettbewerb zu behaupten. Der Schlüssel für diese Zukunft sei der multimodale Verkehr. Aus diesem Grund habe die EU-Kommission das Jahr 2018 zum Jahr der Multimodalität ausgerufen, sagte der Minister: „Die Verlagerung von Gütern von der Straße auf Schienen- und Wasserwege ist seit langem erklärter politischer Wille, sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene. Diese Verlagerung hätte eine Dekarbonisierung zur Folge; das heißt eine deutliche Verringerung der CO2-Emissionen. Lösungsansätze finden sich hier beispielsweise sowohl in der effizienten Gestaltung der Transporte als auch in der Nutzung alternativer Antriebe. Ganz wesentlich hierbei sind verbesserte Rahmenbedingungen für die Alternativen im Schienengüterverkehr sowie bei der Schifffahrt. Die zunehmende Digitalisierung in der Branche ist zu einem der wichtigsten Wettbewerbsfaktoren geworden. Profitieren wird die Logistikbranche jedoch nur, wenn alle Unternehmen organisatorisch und strategisch dafür gerüstet sind.“

Auf dem Konferenz-Programm stehen Fachvorträge zu aktuellen Rahmenbedingungen der Verkehrsträger Schifffahrt, Schiene und Straße mit Fokus auf die Dekarbonisierung und Digitalisierung sowie entsprechende Lösungsansätze, Erfahrungen und Erfolge ausgewählter Referenzprojekte. In den anschließenden Podiumsdiskussionen wird den Teilnehmenden die Möglichkeit gegeben, interaktiv in Diskussionsrunden Fragen, Probleme und Anregungen zu formulieren beziehungsweise Lösungswege vorzustellen.

Im Rahmen eines abendlichen Empfanges, zu dem die gastgebende Stadt Dessau-Roßlau eingeladen hat, wird dann der erste Transferpreis Mobilität und Logistik vergeben. Die Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft Mitteldeutschland (DVWG) will durch diese Initiative Wissenschaft und Wirtschaft aus dem Bereich Mobilität und Logistik weiter verzahnen. Der Preis unter der Schirmherrschaft des Ministers für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt und in Zusammenarbeit mit der Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH sowie den Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau richtet sich an Studierende aus ganz Deutschland, die sich ausgewählter Aufgabenstellungen mitteldeutscher Unternehmen im Rahmen einer Projekt-, Bachelor-, Master- oder Diplomarbeit annehmen

Am Freitag stehen dann Convention-Tours auf dem Programm. Die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer haben dabei die Möglichkeit, Erfolgsgeschichten der mitteldeutschen Logistik hautnah zu erleben. Der Flughafen Leipzig/Halle, die im Juni eingeweihte Zugbildungsanlage Halle (Saale) und die europaweit beispielgebende Logistik am Chemiestandort Bitterfeld-Wolfen, der in diesem Jahr seinen 125 Geburtstag feiert, sind die Ziele der Touren.


Eine Begleitausstellung zeigt während der Konferenz Lösungsansätze für die Herausforderungen der multimodalen Verkehre. Die Deutsche Post beispielsweise präsentiert mit dem E-Scooter clevere E-Mobilität für den Arbeitsalltag. Die Kammerunion Elbe/Oder legt ihren Fokus auf Bedarfe und Lösungen der polnischen Partner. Die gastgebende Stadt Dessau-Roßlau zeigt die Potenziale des Wirtschafts- und Logistikstandortes, während das Landesverkehrsministerium das Interreg-Projekt „ChemMultimodal“ präsentiert, in dem Vertreter aus Politik, Chemieindustrie und Forschung aus sieben europäischen Ländern zusammenarbeiten - mit dem gemeinsamen Ziel, Chemiegüter von der Straße auf Intermodalverkehre zu verlagern.

Pressemeldung Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH

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