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Dienstag, 02 Oktober 2018 09:52

Sachsen: 15. Mitgliederversammlung EgroNet

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Rolf Keil (rechts) und Michal Pospisil leiten weiterhin die Zusammenarbeit im EgroNet-Nahverkehrsverbund. Blick in die Aula des Klosters Waldsassen. Fotos Band-Aktuell.

Auch im zurückliegenden Jahr hat das länderverbindende Nahverkehrssystem EgroNet seine Anziehungskraft erhöht. Knapp 80.000 Fahrgäste fuhren 2017 mit Straßenbahn, Bus und Zug durch das Vierländereck Tschechien, Bayern, Thüringen und Sachsen, rund 10.000 mehr als im Jahr zuvor. Das konnte auf der 15. Mitgliederversammlung des Kooperationsverbundes am Montag (1.19.2018) festgestellt werden.

Kommunalpolitiker und Nahverkehrsexperten der 20 Städte, Landkreise und Verkehrsverbünde sowie Vertreter der 63 Verkehrsunternehmen, die im EgroNet zusammenarbeiten, waren in der Aula des Klosters Waldsassen im Landkreis Tirschenreuth zusammengekommen, unter ihnen die Oberbürgermeister von Hof und Plauen, Dr. Harald Fichtner und Ralf Oberdorfer. "Die Nutzung des EgroNet zeigt, dass es weiterhin eine Erfolgsgeschichte ist. Besonders wichtig ist und bleibt die Verbindung von Nahverkehr und Tourismus", betonte Rolf Keil, Landrat des Vogtlandkreises und Vorsitzender des EgroNet-Verbundes.

Im Jahr 2001, als das EgroNet-Ticket eingeführt wurde, nutzten 10.000 Fahrgäste den länderverbindenden Fahrschein. Jetzt sind es 80.000. Vor allem die Einführung der Fünf-Personen-Systematik erfreut sich bei den Fahrgästen großer Beliebtheit, weil es sich gerade für Familien- und Gruppenreisen durch die Region bestens eignet.

Derzeit kostet das EgroNet-Ticket für eine Person 20 Euro, 26 für zwei, 32 für drei, 38 für vier und 44 Euro für fünf Personen. Erhältlich ist es in mehr als 120 Agenturen und in den Fahrscheinautomaten der Kooperationspartner. Seit Ende 2017 kann es auch als Handyticket gekauft werden.

Wie in den Jahren zuvor machten die Mitglieder intensiv auf die Elektrifizierung der Bahnstrecken aufmerksam. "Die Elektrifizierung ist dringend notwendig, um den öffentlichen Nahverkehr in der Region attraktiver zu gestalten und die Region besser in den Fernverkehr auf der Schiene einzubinden", erklärte Roland Grillmeier, stellvertretender Landrat von Tirschenreuth. Dies beinhaltet nach wie vor eine erhebliche Verbesserung in der Fernverkehrsanbindung durch Linien von Berlin - Leipzig - Hof und Rostock - Berlin - Dresden - Chemnitz - Hof sowie Hof - Nürnberg und Hof - Regensburg - München jeweils alle 2 Stunden mit Rendevouz in Hof. Gleichzeitig stellte Roland Grillmeier den Landkreis Tirschenreuth mit einer der schönsten Basilkas Deutschlands in Waldsassen als aufstrebende Tourismusregion vor. 2017 kamen 13 Prozent mehr Gäste in die Region an der Grenze zu Tschechien als im Jahr davor. Auch dadurch, so hofft er, können die Fahrgastzahlen im EgroNet weiter so gut steigen.

Breiten Raum in der Zusammenarbeit nahm auch in den zurückliegenden Monaten die gemeinsame Vermarktung der EgroNet-Region ein. Stets steht dabei die enge Verbindung von Nahverkehr und Tourismus im Mittelpunkt. Sie zielt auf eine regelmäßige und wiederkehrende Präsenz des EgroNets in Wort, Schrift, Bild und Ton, ist saisonal ausgerichtet und präsentiert verstärkt konkrete Ausflugsziele. Lust machen auf Ausflüge und Lust machen auf "Bahn fahren" wurde mit dem EgroNet-Angebot kombiniert. Dass zeigt sich in den zahlreichen Publikationen wie der Broschüre mit "EgroNet-Tagestouren" oder dem "Informationsflyer zum EgroNet-Ticket". Diese und weitere Prospekte wurden auch auf zahlreichen regionalen und überregionalen Veranstaltungen, Ausstellungen und Messen angeboten. Große LED-Wände und Plakate wurden ebenso für die EgroNet-Werbung genutzt wie Rundfunksender in der Region.

Während der Mitgliederversammlung wurde das neue Werbevideo zur Elstertalbahn vorgestellt, das für Fahrten auf einer der schönsten Zugstrecken Deutschlands entlang der weißen Elster von Gera über Greiz und Plauen bis nach Cheb (Eger) wirbt.

Michal Pospisil aus Cheb (Eger) wurde als stellvertretender Vorsitzender des Kooperationsverbundes wiedergewählt und wird mit Rolf Keil weiterhin gemeinsam das EgroNet leiten. Der Mitgliederversammlung schloss sich das EgroNet-Forum "Mobilität" an. Thema war die "Die Renaissance des Bus mit der Bahn". Dabei ging es hauptsächlich um die Einführung und Nutzung der fahrgastfreundlichen PlusBus-Netze.

Zum Abschluss nutzten viele der Teilnehmer die Möglichkeit, die weltberühmte Klosterbibliothek in der Basilika Waldsassen zu besichtigen. Das  EgroNet  wurde vor der  Expo 2000  entwickelt. Reisenden bietet das Mobilitätssystem 464 regionale Buslinien, 187 Stadtverkehrslinien und 42 Eisenbahnstrecken mit über 7.300 Haltestellen. Jeder kann im EgroNet-Gebiet von der Bahn auf Bus oder Straßenbahn umsteigen, muss aber nur einen einzigen Fahrschein - das EgroNet-Ticket - lösen. Heute umfasst das EgroNet-Gebiet eine Fläche von ca. 15.000 Quadratkilometern zwischen Karlovy Vary (Karlsbad), Marianske Lanzne (Marienbad), Cheb (Eger), Weiden, Hof, Zeulenroda, Gera, Plauen, Reichenbach, Zwickau, Aue und Johanngeorgenstadt. Hier leben drei Millionen Menschen.

Pressemeldung EgroNet

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