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Dienstag, 30 Oktober 2018 14:16

Bayern: Fahrzeugausfälle beim Fugger-Express dauern an

Bereits seit Mai fehlen nunmehr fast an jedem Arbeitstag bei mehreren Berufsverkehrszügen im Fugger-Express-Netz Zugteile. Obwohl Vertreter der DB Regio gegenüber dem Fahrgastverband mehrfach Abhilfe in Aussicht stellten, änderte sich die Lage kaum. So verkehrten alleine am gestrigen Montag 10 Züge im Berufsverkehr zwischen Augsburg und München mit einem Wagen oder Zugteil - also bis zu 220 Plätzen - weniger. Die Abfahrt München 18.15 Uhr blieb in Althegnenberg nach einer Störung der Türüberwachung komplett liegen.

Für den Zeitraum vom 8. bis 21. Oktober fehlten werktags in Summe bei 22 Zügen im Berufsverkehr Wagen bzw. Zugteile mit insgesamt ca. 4800 Sitzplätzen. Mehrfach war auch wieder die Abfahrt 6.39 ab Augsburg Hbf betroffen, bei der in Normalfall alle 944 Sitzplätze besetzt sind und bei Ausfall eines Zugteils die drei verbleibenden Triebwagen mit zusätzlich 80 Stehenden bis an den Anschlag gefüllt sind. Darüber hinaus blieben auch in diesem Zeitraum zwei Züge wegen technischer Störungen jeweils über eine Stunde auf der Strecke liegen, ein weiterer Zug mit 720 Sitzplätzen fiel ebenfalls wegen technischer Probleme an den Fahrzeugen komplett aus.

"Das Mass ist voll", so Jörg Lange, Beauftragter der Fahrgastverbandes für den Fugger-Express. Es sei klar, dass man technische Probleme nicht von heute auf morgen lösen könne. DB Regio hätte aber nunmehr fünf Monate Zeit gehabt. "Wir laufen jetzt auf den Winter zu, da werden die Züge noch voller, da Auto- und Motorradfahrer auf den Zug umsteigen", so Lange weiter. Sei die Situation für die betroffenen Pendler bereits über den Sommer sehr ärgerlich gewesen, würde es bei Fortbestehen der Fahrzeuglage zu nicht mehr tolerierbaren Überbesetzungen oder schlichtweg zurückbleibenden Fahrgästen führen. Massive Probleme erwarte man bereits in der Woche nach den Herbstferien auf Grund des reduzierten und geänderten Fernverkehrangebots auf der Strecke Ulm - Augsburg - München wegen Bauarbeiten im Bahnhof Ulm, das ICE-Fahrgäste zum Ausweichen auf den Regionalverkehr zwinge.

PRO BAHN habe sich deshalb jetzt an die neu gewählten schwäbischen Landtagsabgeordneten im Augsburger Raum gewandt. Zusammen mit Glückwünschen zum Einzug in den Landtag übermittelten die Fahrgastvertreter die Bitte um Unterstützung. Konkreten baten der schwäbischen Sprecher Errol Yazgac und der Fugger-Express-Beauftragte Jörg Lange die Vertreter der Bürger, sich bei Verkehrsministerium und BEG dafür einzsetzen, dass diese umgehend mit der DB Regio wirksame Maßnahmen zur vertragskonformen Durchführung des vom Freistaat beauftragten und überwachten Zugverkehrs festlegen.

Zudem wies PRO BAHN darauf hin, dass zwischen dem Freistaat und der DB Regio aktuell die Bedingungen für einen Übergangsvertrag für die Jahre 2019 bis 2022 verhandelt würden. Hier bat man die Abgeordneten, sich für die Vereinbarung eines ausreichenden Fahrzeugreserve zwischen DB Regio und Freistaat einzusetzen.

"Von den Fahrgästen erwartet DB Regio auch die pünktliche Bezahlung der Fahrkarten bzw. des Abobeitrages", so Errol Yazgac: "Wir erwarten ebenso, dass die DB Regio verlässlich auch die versprochene Kapazität bereitstellt."

Pressemeldung Pro Bahn Bayern

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