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Freitag, 02 November 2018 08:32

Sachsen: Fahrgastvertreter begrüßen Pläne für Landesnahverkehrsgesellschaft

Der Fahrgastverband PRO BAHN begrüßt die Pläne des sächsischen Verkehrsministers Martin Dulig, die Zuständigkeit für den Nahverkehr auf eine zentrale Landesnahverkehrsgesellschaft zu übertragen. Dadurch kann das Kirchturmdenken der Zweckverbände durchbrochen und endlich ein integriertes Angebot für Bahn und Bus im gesamten Freistaat geschaffen werden.

Die Ankündigung des sächsischen Verkehrsministers gestern ist ein historischer Paukenschlag. Der Freistaat kehrt von seinem Sonderweg ab. Kein anderes Bundesland hat die Zuständigkeit für den SPNV auf ganze fünf Aufgabenträger verteilt. Dadurch entstanden aus Fahrgastsicht viele unnötige Schnittstellen. Oft denken die Zweckverbände nicht über die eigenen Grenzen hinaus. „Den RE 50 zwischen Leipzig und Dresden missbrauchen die Zweckverbände auf beiden Seiten als S-Bahn. 16 Zwischenhalte! Das hat mit Express nichts mehr zu tun“, stellt Ronny Hausdorf, Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN Mitteldeutschland fest.

Auch ein anderes Ärgernis wird angegangen: Es wurde angekündigt, dass eine Zweckbindung für die zur SPNV-Bestellung genutzten Regionalisierungsmittel eingeführt wird. Das ist wichtig, da bisher ein zu großer Teil der Mittel für andere Zwecke umfunktioniert wurde. „Wenn man die Zweckbindung konsequent umsetzt, kann man eine deutliche Ausweitung des Angebots realisieren - besonders in der Fläche - und stillgelegte Strecken wiederbeleben“, zeigt sich die stellvertretende Landesvorsitzende Anja Schmotz hoffnungsvoll.

Auch bundesweit ist dies positiv zu werten. Länderübergreifende Linien nach Sachsen, z.B. von Hof nach Dresden, mussten bisher mit vier Aufgabenträgern abgesprochen werden. In Bayern war die BEG beteiligt, in Sachsen der Zweckverband ÖPNV Vogtland (ZVV), der Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) und der Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (ZVOE). Dadurch gab es immer wieder Schwierigkeiten. „Auch bei den Plänen für den Deutschland-Takt mussten wir bisher immer mit fünf Zweckverbänden reden, die sich teilweise widersprachen. Damit könnte bald Schluss sein“, hofft Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN und Repräsentant im Arbeitskreis Deutschland-Takt des Zukunftsbündnis Schiene.

Wichtig ist für die Fahrgastvertreter jetzt aber besonders eines: „Das darf keine leere Ankündigung im beginnenden Wahlkampf sein, sondern muss auch umgesetzt werden“, fordert Hausdorf.

Pressemeldung Pro Bahn

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