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Donnerstag, 06 Dezember 2018 18:35

NRW: Der NWL spricht Abmahnung gegen Eurobahn wegen Organisationsversagen aus

Die Verbandsversammlung des NWL hat am 06.12.2018 eine Abmahnung gegenüber der Keolis Deutschland GmbH (Eurobahn) beschlossen. Begründet wird diese mit Organisationsversagen des Unternehmens und daraus resultierenden massiven und anhaltenden Nicht- und Schlechtleistungen beim Betrieb der von der Eurobahn bedienten Schienennetze.

Darüber hinaus wurde beschlossen, die Eurobahn aufzufordern, unverzüglich eine Untersuchung durch einen Gutachter zu beauftragen, der gemeinsam von den Vertragspartnern ausgewählt wird. Dieser soll die betriebliche Situation des Unternehmens untersuchen und Maßnahmen zur Verbesserung entwi-ckeln, um den Fahrbetrieb wieder zu stabilisieren.

Die Mitglieder der Verbandsversammlung kritisierten insgesamt die derzeitige Betriebsqualität der Eurobahn scharf und forderten schnelle und wirkungsvolle Verbesserungen. Andernfalls sähe man sich zu noch weitergehenden Maßnah-men gezwungen.

Bereits im Jahre 2017 musst sich die Geschäftsführung der Eurobahn in der Verbandsversammlung für die schlechte Betriebsqualität rechtfertigen.
Im Februar 2018 wurde gegenüber der Eurobahn eine Abmahnung infolge mangelhafter Qualität im Teutoburger-Wald-Netz ausgesprochen. Daraufhin trat zunächst eine Verbesserung der Leistungen in diesem Netz ein. Seit Au-gust 2018 allerdings haben sich die Leistungen der Eurobahn in sämtlichen Netzen (außer dem Teutoburger-Wald-Netz ist auch das OWL-Dieselnetz, das
Hellweg-Netz sowie das Maas-Rein-Lippe-Netz betroffen) erheblich ver-schlechtert.

Nach den jüngsten Auswertungen der Betriebsdaten der Eurobahn stiegen die Zahl Ausfälle und Teilausfälle über alle Netze von 4,6 % im Juli 2018 auf 11 % im Oktober 2018, was einer Anzahl von ca. 2.100 Fahrten im Monat ent-spricht. Nach Erkenntnissen des NWL sind diese Ausfälle auf eine dauerhaft nicht vollständig verfügbare Fahrzeugflotte, Personalmangel und fehlende Werkstattkapazitäten zurückzuführen.

Diese nicht akzeptable Leistungsqualität des Unternehmens spiegelt sich auch in massiven Fahrgastbeschwerden und entsprechender Berichterstattungen in den Medien wider.

Der Verbandsversammlung soll am 04.04.2019 erneut zur Betriebsqualität der Eurobahn berichtet werden, damit diese über die weitere rechtliche Vorge-hensweise entscheiden kann.

Der NWL fordert die Eurobahn außerdem auf, den betroffenen Fahrgästen wie-der aktiv eine angemessene Entschädigung zu zahlen.

Betriebssituation Keolis Deutschland

Beschlüsse der NWL Verbandsversammlung am 06.12.2018 in Unna

1. Die Verbandsversammlung beschließt die Abmahnung der Keolis Deutschland GmbH in allen Netzen wegen Organisationsversagen und der daraus resultierenden massiven und anhaltenden Nicht- und Schlechtleistungen und beauftragt den Verbandsvorsteher in Abstimmung mit den beteiligten SPNV Aufgabenträgern mit der weiteren Umsetzung.

2. Die Verbandsversammlung fordert die Keolis auf, unverzüglich ein Audit innerhalb ihres Unternehmens durchzuführen. Durch den Auditor ist ein Maßnahmenkatalog zu entwickeln, mit dessen verpflichtender Umsetzung die betriebliche Situation der Keolis wieder den vertraglichen Anforderungen entspricht. Der Auditor wird dabei gemeinsam mit den beteiligten Aufgabenträgern ausgesucht und die Kosten des Auditors von der Keolis bezahlt. Lehnt die Keolis die Durchführung des Audits unter den genannten Bedingungen ab oder führt sie die Maßnahmen nicht durch, ist im Weiteren über die Konsequenzen aus der Abmahnung zu entscheiden.

3. Aufgrund der massiven Qualitätsbeeinträchtigungen wird die Keolis Deutschland GmbH & Co KG aufgefordert, den Fahrgästen wieder aktiv eine angemessene Entschädigung zu leisten.

4. Der Verbandsvorsteher wird beauftragt, der Verbandsversammlung am 04.04.2019 zur Betriebsaufnahme Hellweg Netz 2 zu berichten und bei erheblichen Qualitätsmängeln einen Vorschlag zur weiteren rechtlichen Vorgehensweise einzubringen.

Pressemeldung NWL

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