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Freitag, 14 Dezember 2018 15:00

Hamburg: Prellbock-Altona sieht keine konkreten Ergebnisse des Spitzengesprächs Senat/DB

Die Bürgerinitiative Prellbock Altona stellt fest, dass außer inhaltsleeren Versprechungen in dem Gespräch keine konkreten Ergebnisse erzielt wurden. Wenn Senator Dressel ausführt: „Wirhaben uns gegenseitig in die Hand versprochen, dass wir gemeinsam an dem Projekt festhalten“ und DB Netz verspricht, die Planungen für die Autoreisezuganlage zu beschleunigen, dann ist das fast so, wie blinde Kuh spielen. 

Die offensichtlichen Probleme des Diebsteich-Projektes wurden augenscheinlich nicht angesprochen. Eine Autorreiszuganlage im Nirgendwo versteckt in Langenfelde oder Eidelstedt auf dem DB-Betriebsgelände dürfte für die Bahnnutzer und Touristen höchst unattraktiv sein. Im Zeichen von Klimawandel und e-Mobilität hat der Autorreisezug eine gute Zukunft, verlängert er doch die Reichweite von E-Autos. 

Zu den weiteren Ungereimtheiten, die das Hamburgische Oberverwaltungsgericht moniert hatte, wie 

• Mangelnde Variantenabwägung zwischen Neubau und Modernisierung am gegenwärtigen Standort, wie ihn die Bürgerinitiative vorschlägt,

• Der nicht nachgewiesenen Leistungsfähigkeit des neuen Bahnhofs Diebsteich, der neben dem in Altona beginnenden und endenden Zugverkehr auch noch sämtliche vom Hauptbahnhof direkt nach Kiel, Flensburg, Itzehoe und Westerland fahrenden Züge aufnehmen soll, dafür aber nur 6 statt 8 Gleise zur Verfügung hat,

• Dem geplanten Abbau von fast 2/3 der Weichen und Signale im Rahmen des Verlagerungsprojektes, der die Stör-und Verspätungsanfälligkeit des Bahnverkehrs im Großraum Hamburg und auch bundesweit massiv erhöhen wird,

• Der mangelnden Zukunftsfähigkeit des Bahnhofs Diebsteich angesichts des erklärten Ziels die Zahl der Bahnreisenden bis 2030 zu verdoppeln,

wurde überhaupt nichts gesagt. 

Interessanterweise wurde auch das Thema Kosten und Kostensteigerungen in dem Spitzengespräch überhaupt nicht thematisiert. Dazu Michael Jung, Sprecher der Bürgerinitiative Prellbock Altona:  „Die Gesamtkosten des Diebsteich Projektes für Bahn und Stadt, wobei die DB AG nicht mehr als einen  mittleren zweistelligen Millionenbetrag bezahlen will, was exakt der Summe entspricht, die die DB AG von der Stadt für die Grundstücke erhalten hat, dürften sich angesichts der üblichen Preissteigerungen bei Bauprojekten der DB AG auf bald 1 Mrd. EUR belaufen. Dies ist alles Geld des Steuerzahlers, daher fordern wir als Bürgerinitiative hier volle Transparenz!“

Daher bleiben die Kernforderungen von Prellbock Altona unverändert:

• Erhalt des Fern-und Regionalbahnhof Altona am gegenwärtigen Standort, sofortiger Planungsbeginn für seine umfassende Modernisierung mit u.a.,

• Neuordnung des Gleisvorfeldes, Erneuerung der Bahnsteige und des nichtmehr zeitgemäßen Bahnhofsgebäudes, Abriss nicht benötigter Altanlagen.

• Sofortige Sanierung des Lessingtunnels und dort Schaffung neuer Bahnsteigzugänge.

• Unverzüglicher Planungsbeginn für denWohnungsbau in der „Neue Mitte Altona, Phase II“

• Umfassende Einbeziehung der Bürger, Fahrgastverbände und Gewerbetreibenden in den Planungsprozess für die Modernisierung des Bahnhof Altona.

Die Bürgerinitiative fordert ein umgehendes Ende des „Augen zu und weiter so“. Sie ist daher jederzeit bereit mit der Politik, der DB AG und den Privatinvestoren in einen Dialog über unsere Vorstellungen einzutreten.

Pressemeldung Prellbock-Altona

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Letzte Änderung am Freitag, 14 Dezember 2018 14:59