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Sonntag, 06 Januar 2019 13:00

Sachsen-Anhalt: Krisengespräch zwischen NASA und Abellio

Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) und Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH haben sich am 04.01.19 in Magdeburg zu einem Krisengespräch getroffen. Hintergrund sind die Personalprobleme bei Abellio und die daraus resultierenden Zugausfälle der letzten Wochen.

Bereits seit dem 13.12.2018 stehen NASA und Abellio in permanenter Abstimmung zu genanntem Thema. Sowohl NASA als auch Abellio sind sich einig, dass die Stabilität des Angebotes oberstes Gebot ist. Kurzfristig hat Abellio Maßnahmen getroffen, um ab Montag, den 07. Januar 2019, einen verlässlichen Betrieb anzubieten. Ad-hoc-Zugausfälle sollen demnach der Vergangenheit angehören.

Gleichwohl geht das nicht ohne Einschränkungen auf bestimmten Strecken. So wird auf der Strecke Dessau – Köthen je eine Abendfahrt pro Richtung entfallen. Das betrifft den Zug 21:02 Uhr ab Dessau (Köthen an 21:22 Uhr) und den Zug um 22:18 Uhr ab Köthen (22:43 Uhr an Dessau). Diese Fahrten werden durch Busse im Schienenersatzverkehr ersetzt.

Auch die Unstrutbahn zwischen Naumburg und Wangen wird derzeit nicht mit Zügen, sondern nur mit Bussen bedient. Im heutigen Gespräch räumt Abellio ein, dass der bislang avisierte Endtermin 08.02.2019 für diese Maßnahme nicht haltbar ist und auch ab dem 09.02.2019 Ad-hoc-Ausfälle nicht auszuschließen wären. Deshalb muss der Einsatz von Ersatzbussen bis zum 03.03.2019 fortgeführt werden.

Um die Stabilität dauerhaft zu gewährleisten, wird es ab dem 04.03.2019 Einschränkungen im Dieselnetz Sachsen-Anhalt (DISA) und im Saale-Thüringen-Südharz-Netz (STS) geben. Diese sind noch in der Prüfung und Abstimmung. Geprüft wird unter anderem die Übernahme von verschiedenen Verkehrsleistungen durch Subunternehmer.

Die Hauptursache für den Personalmangel liegt im generellen Fachkräftemangel. Deshalb bildet Abellio bereits seit Anfang 2017 selber Triebfahrzeugführer aus.

Im heutigen Gespräch machte Abellio deutlich, dass die Personallücke größer ist, als das Verkehrsunternehmen bisher kommunizierte. Dies liegt an mehreren Einzelfaktoren, die in Summe zur derzeitigen Situation geführt haben. Die Lage am Arbeitsmarkt bedingt, dass Abellio unabhängig vom Bedarf pro Einsatz-Standort Einstellungen vornehmen musste und damit die bedarfsgerechte Verteilung auf die dezentral im Netz verteilten Einsatz-Standorte nicht gewährleistet ist. Ineffizienzen in der Ablaufplanung sind die Folge daraus.

Zusätzlich kam es im Zusammenhang mit der Bausituation in Magdeburg Hbf. und Halle Hbf. zu Fehlern bzw. zu Fehleinschätzungen, insbesondere die Rangier- und Abstellplanungen betreffend. Das suggerierte eine wesentlich geringere Personalunterdeckung als sie nun tatsächlich ist. Dies wurde seitens Abellio zu spät bemerkt.

Resultat ist ein Unterbestand von rund 40 Triebfahrzeugführern. Das sind ungefähr 10% vom Gesamtbedarf im DISA- und im STS-Netz. Es ist davon auszugehen, dass diese Lücke erst bis zum Jahresende 2019 geschlossen werden kann. Dafür wird Abellio die ohnehin permanent laufende Personalakquise fortsetzen und verstärken. Auch die eigene und von Abellio finanzierte Ausbildung von Quereinsteigern wird fortgesetzt.

Pressemeldung Abellio

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