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Samstag, 23 Februar 2019 13:23

Hessen/Rheinland-Pfalz: Fachexkursion zur Citybahn Wiesbaden

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Fotos ESWE Verkehrsgesellschaft mbH.

Zum 21. Februar 2019 hatte das Citybahn-Team zu einer Fachexkursion für die Ringkirche und die Rheinstraße in Wiesbaden eingeladen. Anschließend gab es für alle Bürger Informationen im nahegelegenen Schumann-Saal des Hotels Mercure in der Bahnhofstraße.

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Zusammengefasst bin ich erfreut, dass das Citybahn-Team etliche Schwachpunkte der ersten Planung abgeändert oder beseitigt hat. In der Innenstadt Wiesbaden sind mehr Haltestellen vorgesehen. Da wird es künftig alle 350 m bis 550 m einen Halt geben. Dadurch wird die City von der Citybahn besser erschlossen. Folgendes erscheint mir von allgemeinem Interesse:

Linienführung

Linienführung und Haltestellen sind nun wie folgt vorgesehen:

• Von Mainz und der rheinüberspannenden Theodor-Heuss-Brücke wird die Citybahn über Biebrich und die Biebricher Allee zum Platz vor dem Hauptbahnhof Wiesbaden rollen. Dort gabelt sich die Strecke:
--- geradeaus, nach Osten, zu Auszugsgleisen, wo Bahnen (w)enden und später Richtung Osten/Südosten weitergeführt werden können.
--- nach links in die Bahnhofstr. zur Haltestelle 'Hauptbahnhof', die auch das Umsteigen in viele Buslinien ermöglicht.

Die Strecke führt dann die Bahnhofstr. stadteinwärts (nach Norden).

• Vor der Rheinstraße wird es in der Bahnhofstr. eine weitere Haltestelle geben: 'Rheinstr./RheinMainCongressCenter'. Dann biegt die Strecke nach links in die Rheinstraße.

• Zwischen Luisenplatz und Kirchgasse/Moritzstraße ist in der Rheinstr. eine weitere Haltestelle vorgesehen: 'Luisenplatz Süd'.

• Eine weitere Haltestelle wird in der Rheinstr. hinter der Wörthstraße sein: 'Ringkirche'.

Die Bahn kreuzt dann den Kaiser-Friedrich-Ring [=B 54], wird nördlich und südlich der Ringkirche zur Klarentaler Straße geführt.

• Der nächste Halt 'Klarentaler Straße' wird dann erst hinter der Kreuzung mit der Dotzheimer Straße sein, also nordwestlich dieser Kreuzung. Dort ist die Klarentaler Straße breiter, und dort ist Umsteigen zu Buslinien leichter.

Die Citybahn wird zunächst weiter bis zur 'Hochschule RheinMain' fahren. Später ist vorgesehen, über die alte Eisenbahn 'Aartalstrecke' über den Taunuskamm nach Taunusstein und in das Stadtzentrum von Bad Schwalbach zu kommen.

Auf der Innenstadtstrecke Wiesbaden, von der Hochschule RheinMain bis zum Hauptbahnhof, sollen die Bahnen in engem Takt verkehren. Jeder zweite Zug fährt dann weiter über Biebrich nach Mainz.

City-Bahn ohne Oberleitung

Eine Verschandelung des Stadtbildes mit Masten, Drähten und Halterungen an Häuserwänden ist ein Hauptargument der City-Bahn-Gegner. Deshalb wird überlegt, ähnlich wie in Nizza oder Bordeaux, abschnittsweise ohne Fahrdraht zu fahren.

Dr. Ing. Martin Pächer erläuterte die aktuellen Möglichkeiten, ohne Fahrdraht zu fahren:
• ca. 0,9 bis 1,0 km können mit SuperCaps=Superkondensatoren überwunden werden,
• größere Strecken nur mit Akku-Zellen oder mit Unterleitung [Schleifer auf dem Boden].

Man sollte nicht übersehen, dass der Betrieb ohne Oberleitung auch Probleme hat:
• Die Kosten steigen um das 2- bis 3-fache.
• Fahrzeuge werden schwerer. Gleise und Räder nutzen sich mehr ab.
• Fahrzeuge können weniger Personen befördern.
• Bodenkontakte und Schleifer zum Wiederaufladen sind empfindlich gegen Sand, Split, Schmutz.

Franz A. Roski

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