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Mittwoch, 08 Mai 2019 07:10

Alstom: Trotz Rekord-Bilanz stellt sich die Herausforderung nach neuer Strategie

tgv du futur

TGV der Zukunft. Foto SNCF.

Fast drei Monate nach der Entscheidung der für Wettbewerb zuständigen EU-Kommissarin Margrethe Vestager, den Zusammenschluss zwischen Alstom und Siemens nicht zu genehmigen, hat die französische Gruppe ein ausgezeichnetes Ergebnis nicht nur über den Erwartungen der Analysten, sondern auch historisch gesehen hervorgebracht. Doch der Ausblick auf die Zukunft wurde auf den Capital Markets Day am 24. Juni verschoben.

Wie die Zeitung Le Monde beschreibt, hat der Konzern das Ende des Zyklus seines aktuellen Strategieplans erreicht hat. "Sehr starkes Umsatzwachstum und weitere Margenverbesserungen bestätigen den Erfolg unserer 2020-Strategie", sagte Alstom-PDG Poupart-Lafarge. Doch nun müssen neue Projekte für die Zukunft etablieret werden.

"Es ist noch etwas früh, um darüber zu sprechen", zitiert Le Monde einen Experten aus dem Führungsgremium von Alstom. "Eine der Stärken der aufgegebenen Fusion war es, die relativen Schwächen des einen durch die Stärken des anderen auszugleichen." Was das Rollmaterial betrifft, hat Alstom einen gewissen Vorsprung vor Siemens, aber andererseits ist Frankreich in Bezug auf automatische Signaltechnik und Eisenbahn-Computersysteme nicht so weit fortgeschritten wie Deutschland.

Und wenn man genau hinsieht, enthalten die Bücher von Alstom, so hervorragend sie auch sein mögen, einige Ungleichgewichte, die durch eine Ehe mit Siemens hätten korrigiert werden können. Erstens bleibt die Firma von der französischen öffentlichen Auftragsvergabe abhängig. Ohne die 100 TGV der Zukunft, die von der SNCF bestellt werden, und die U-Bahnen der zukünftigen Linien 15, 16 und 17 des Grand Paris Express würden die Aufträge um 4,1 Milliarden Euro reduziert. Im vergangenen Jahr wurde der Umsatz zu 51% in Europa gemacht, für 2018/2019 liegt Europa bei den Auftragseingängen sogar bei 60% .

Und das ist noch nicht alles: Für den meistprofitablen Bereich Dienstleistungen, Signaltechnik und Systeme steigt der Umsatzanteil (57% im Vorjahr) nicht mehr an. Er könnte sogar tendenziell sinken, da dieser Anteil am Auftragseingang von 55 % auf 50 % gesunken ist.

Es wird sich zeigen, wie Alstom die Zukunft gestalten will.

WKZ, Quelle Le Monde

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