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Donnerstag, 25 Juli 2019 08:01

Vossloh: Auftragseingang und Auftragsbestand wesentlich über Vorjahr

Der Konzernumsatz der Vossloh AG stieg in den ersten sechs Monaten 2019 von 418,1 Mio.€ im Vorjahr auf 437,1 Mio.€. Zu diesem Wachstum von 4,6 % trug hauptsächlich der Geschäftsbereich Core Components bei, insbesondere aufgrund einer Ende 2018 abgeschlossenen Akquisition in Australien. Im Zusammenhang mit dem am 23. April 2019 angekündigten Maßnahmenprogramm wird mit der Halbjahresberichterstattung erstmals ein bereinigtes EBIT ausgewiesen, das um ergebnisbelastende Einmaleffekte des Maßnahmenprogramms angepasst wird.

vossloh

Diese betrugen 6,9 Mio.€ im ersten Halbjahr 2019 und betrafen fast vollständig das Thema Mitarbeiterabbau. Das um diese Effekte bereinigte EBIT des Vossloh-Konzerns betrug in der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres 20,5 Mio.€ (Vorjahr: 22,8 Mio.€). Die bereinigte EBIT-Marge erreichte demnach 4,7 % im Vergleich zu berichteten 5,4 % im Vergleichszeitraum 2018.

Bei den Auftragseingängen setzte sich die bisherige positive Entwicklung auch im zweiten Quartal 2019 fort. Der Auftragseingang im Vossloh-Konzern übertraf in den ersten sechs Monaten 2019 die Umsätze sehr deutlich und betrug 568,9 Mio.€ (Vorjahr: 479,7 Mio.€). Dies entspricht einem Anstieg um 18,6 %. Zum 30. Juni 2019 lag der Auftragsbestand des Vossloh-Konzerns bei 726,9 Mio.€ (Vorjahr: 543,5 Mio.€).

Geschäftsbereich Core Components

Wesentlicher Treiber des höheren Auftragseingangs im Vossloh-Konzern war der Geschäftsbereich Core Components. Dort stiegen die Auftragseingänge in den ersten sechs Monaten 2019 maßgeblich um 34,4 % auf 243,9 Mio.€ (Vorjahr: 181,6 Mio.€). Davon entfielen 152,4 Mio.€ (Vorjahr: 148,6 Mio.€) auf das Geschäftsfeld Fastening Systems. Im Geschäftsfeld Tie Technologies lag der Auftragseingang im ersten Halbjahr des laufenden Jahres bei hohen 94,5 Mio.€ (Vorjahr: 33,9 Mio.€). Neben einem Groß- auftrag des Kunden Rio Tinto zur Lieferung von Betonschwellen für ein Minenprojekt in Australien haben sich auch die Auftragseingänge in Nordamerika positiv entwickelt. Zum 30. Juni 2019 belief sich der Auftragsbestand des gesamten Geschäftsbereichs Core Components auf 316,5 Mio.€ (Vorjahr: 177,2 Mio.€). Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs Core Components stiegen in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres auf konsolidierte 164,8 Mio.€ (Vorjahr: 141,0 Mio.€). Während die Erlöse bei Vossloh Fastening Systems mit 109,3 Mio.€ nahezu auf dem Niveau des Vorjahres von 110,6 Mio.€ lagen, stieg der Umsatz von Vossloh Tie Technologies auch akquisitions- bedingt auf 61,0 Mio.€ (Vorjahr: 31,1 Mio.€) an. Das bereinigte EBIT des Geschäfts- bereichs Core Components betrug 19,2 Mio.€ (Vorjahr: 16,1 Mio.€). Damit wurde eine bereinigte EBIT-Marge von 11,7 % (Vorjahr: 11,4 %) erzielt. Das EBIT inklusive der negativen Einmaleffekte des Maßnahmenprogramms lag bei 18,4 Mio.€.

Geschäftsbereich Customized Modules

Im Geschäftsbereich Customized Modules wurden im ersten Halbjahr 2019 wichtige Rahmenverträge unterzeichnet. So wird Vossloh in den nächsten Jahren Weichen- komponenten an Trafikverket, das schwedische Zentralamt für Verkehrswesen, liefern. Mit Trafikverket ist ein Umsatzvolumen inklusive Optionen von mehr als 75 Mio.€ ver- einbart worden. Ein weiterer größerer Rahmenvertrag wurde mit der italienischen Staats- bahn Rete Ferroviaria Italiana (RFI) über die kommenden zwei Jahre im Umfang von 25 Mio.€ unterzeichnet. Erst mit Abruf werden die Volumina im Auftragseingang aus- gewiesen. Daher sind die Werte nur teilweise im berichteten Auftragseingang erfasst. Insgesamt beliefen sich die Auftragseingänge des Geschäftsbereichs Customized Modules im ersten Halbjahr 2019 auf 273,4 Mio.€ (Vorjahr: 247,8 Mio.€). Der Auftrags- bestand zum 30. Juni 2019 betrug 387,4 Mio.€ (Vorjahr: 340,4 Mio.€). Der Umsatz des Geschäftsbereichs Customized Modules lag in den ersten sechs Monaten 2019 mit 231,7 Mio.€ knapp unter dem Vorjahreswert von 234,1 Mio.€. Das bereinigte EBIT betrug 7,7 Mio.€ und lag somit unter dem berichteten Wert des Vorjahres in Höhe von 12,6 Mio.€. Der Rückgang war insbesondere auf geringere Ergebnisbeiträge aus Großbritannien, den USA, Polen und Finnland zurückzuführen. Dagegen konnten in Schweden höhere Ergebnisbeiträge erzielt werden. Die bereinigte EBIT-Marge betrug somit 3,3 % (Vorjahr: 5,4 %). Das ausgewiesene EBIT, welches die für das Maßnahmen- programm angefallenen negativen Einmaleffekte berücksichtigt, lag bei 6,0 Mio.€.

Geschäftsbereich Lifecyle Solutions
Der Auftragseingang im Geschäftsbereich Lifecycle Solutions entwickelte sich ebenfalls positiv. So wurde im ersten Halbjahr 2019 ein um 14,2 % höherer Auftragseingang von 60,7 Mio.€ erzielt (Vorjahr: 53,1 Mio.€). Der Auftragsbestand des Geschäftsbereichs betrug 24,7 Mio.€ zum 30. Juni 2019 nach 29,1 Mio.€ zum 30. Juni 2018. Die Umsatz- erlöse für die ersten sechs Monate 2019 lagen bei 48,8 Mio.€ und somit um insgesamt 5,9 % über denen des Vorjahreszeitraums von 46,1 Mio.€. Das EBIT sank von 3,1 Mio.€ im Vorjahr auf bereinigt 1,5 Mio.€. Damit lag auch die bereinigte EBIT-Marge mit 3,2 % unter dem im Vorjahr berichteten Wert von 6,8 %. Maßgeblich für den Rückgang waren geringere Ergebnisbeiträge aus dem Verkauf von Fahrzeugen. Das ausgewiesene EBIT des Geschäftsbereichs für das erste Halbjahr 2019 lag bei -1,9 Mio.€.

Mitarbeiter

Im ersten Halbjahr 2019 betrug die durchschnittliche Zahl der Beschäftigten im Vossloh- Konzern 3.918. Damit ist der durchschnittliche Mitarbeiterstand im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018, unter anderem akquisitionsbedingt, von 3.735 um 183 Beschäftigte gestiegen. Im Vergleich zur Anzahl der Mitarbeiter zum Jahresende 2018 mit 3.937 Mit- arbeitern ist ein Rückgang um insgesamt 27 Beschäftigte auf 3.910 festzustellen. Infolge des Maßnahmenprogramms wird eine spürbare Absenkung der Mitarbeiterzahl zum Jahresende 2019 erwartet.

Maßnahmenprogramm

Das am 23. April 2019 angekündigte Maßnahmenprogramm zur nachhaltigen Steigerung der Profitabilität sowie zur Erhöhung der Eigenfinanzierungskraft umfasst eine Reduktion der Anzahl der Mitarbeiter gegenüber Ende 2018 in einer Größen- ordnung von 5 %. Die ausgewiesenen Einmaleffekte im ersten Halbjahr 2019 sind fast ausschließlich für den Personalabbau angefallen und umfassen etwa ein Drittel der ge- planten Mitarbeiterfreisetzungen. Zudem steht eine intensive Überprüfung unprofitabler bzw. unvorteilhafter Aktivitäten im Fokus des Programms. Für diese Aktivitäten werden verschiedene Alternativen geprüft, unter anderem auch ein möglicher Verkauf. Hiervon sind insbesondere Standorte weltweit des größten Geschäftsbereichs Customized Modules betroffen. Negative Einmaleffekte in wesentlicher Höhe in diesem Zusammenhang lassen sich nicht ausschließen. Neben diesen beiden Bausteinen zielt das Maßnahmenprogramm auf eine Reduktion von Gemeinkosten, eine Fokussierung von wesentlichen Investitionen sowie intensivierte Maßnahmen zur Reduktion des Working Capital. Alle Maßnahmen sollen weitestgehend in 2019 umgesetzt werden.

Ausblick

Das Management geht für das Geschäftsjahr 2019 aus dem operativen Geschäft weiterhin von einem Konzernumsatz von 900 Mio.€ bis 1 Mrd.€ und einem bereinigten EBIT zwischen 50 Mio.€ und 60 Mio.€ aus. Ergebniswirksame Effekte aus dem Maßnahmenprogramm mit Ausnahme der ausgewiesenen Effekte im ersten Halbjahr 2019 lassen sich gegenwärtig für das Geschäftsjahr 2019 noch nicht abschließend quantifizieren. Für das Geschäftsjahr 2020 erwartet Vossloh, unter anderem getragen durch die gute Auftragslage in China, unverändert Konzernumsätze zwischen 950 Mio.€ und 1,05 Mrd.€ und ein EBIT zwischen 65 Mio.€ und 80 Mio.€.

Pressemeldung Vossloh

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