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Freitag, 27 September 2019 12:37

Rhomberg: Historisches Umsatz-Hoch

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DI Hubert Rhomberg und Mag. Ernst Thurnher, die beiden Geschäftsführer der Rhomberg Holding, reflektierten beim jährlichen Pressegespräch der Rhomberg Gruppe in der Firmenzentrale in Bregenz über das vergangene, sehr erfolgreiche Geschäftsjahr 2018/2019, das von 1. April 2018 bis 31. März 2019 reichte. Mit einem Umsatzplus von 6,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr blickt das international tätige Familienunternehmen auf einen historischen Höchststand.

Die gute Auftragslage und die Positionierung als Komplettanbieter im Bau- sowie Bahntechnikbereich zeichnen für den Umsatz von 753 Mio. Euro verantwortlich. 325 Mio. Euro davon entfallen auf den Bereich Bau/Ressourcen, die restlichen 428 Mio. Euro auf den Bereich Bahntechnik. Die Zahl der Beschäftigten ist von 2 668 auf 2 845 gestiegen. Davon arbeiten 678 in Vorarlberg (Vorjahr: 642).​

Nachhaltige Stadt- und Quartiersentwicklung im Fokus

Im Bereich „Bau und Ressourcen“ ist und bleibt Vorarlberg der Kernmarkt der Rhomberg Gruppe: „Wir wollen bereits genutzte Flächen sinnvoll nachnutzen und weiterentwickeln. So können wir brachliegende Industrie- und Gewerbeflächen wiederbeleben“, definiert Ernst Thurnher die Strategie des Unternehmens. In Vorarlberg und im süddeutschen Raum wird die Raum- sowie Quartiersentwicklung forciert, um den Standort dauerhaft zu stärken und neue Chancen zu nutzen. So soll langfristig auf dem erworbenen Rattpack-Areal (17 500 m2) in Dornbirn das bisherige Bau-Mischgebiet gemeinsam mit der Stadt neu entwickelt werden. Zu diesem Zweck wurde auch das Generali-Areal (14 000 m2) in Bregenz erworben. Die bestehenden Wohnungen auf dem Grundstück werden auch weiterhin Bestand haben. Die restliche Fläche wird einer Neu- und Weiterentwicklung unterzogen, vorrangig soll Wohnraum geschaffen werden.

Ein Meilenstein in der ganzheitlichen Quartiersentwicklung stellt das Rinker-Areal in Ravensburg dar. Auf 35 000 m2 entstehen nicht nur etwa 300 neue Wohnungen, sondern auch soziale Einrichtungen wie Kindertagesstätten oder Gewerbeflächen. Das Pilotprojekt rückt Wohnen und Leben für Personen aus allen Altersstufen und sozialen Schichten in den Vordergrund. Für das kürzlich erworbene 32 000 m2 große Zechwald-Areal (ehemals Kunert-Areal) in Lindau sind Gespräche mit wichtigen Stakeholdern geplant, um den Bedarf zu erheben und die ehemalige Industriefläche gemeinsam nachhaltig weiterzuentwickeln.

In Berlin setzt die Rhomberg Gruppe mit der Zech Group am Südkreuz einen prestigeträchtigen Holzhybrid-Bau um. Innerhalb der nächsten zwei Jahre werden zwei sechsstöckige Büro- und Geschäftsgebäude entstehen, in denen unter anderem der Energiekonzern Vattenfall angesiedelt sein wird. Durch diese innovative und erprobte Bautechnik wird auf die aktuellen Herausforderungen des Klimawandels reagiert: Das Projekt spart im Vergleich zu Bauprojekten mit dieser Größe rund 90 Prozent CO2 -Emissionen ein und zeigt erneut, dass nachhaltige Holzbauweise auch bei großvolumigen Bauvorhaben einsetzbar ist.

Um leistbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, wurden im vergangenen Geschäftsjahr gemeinsam mit den sozialen Wohnbauträgern im Land gemeinnützige Wohnbauprojekte z. B. in Meiningen, Rankweil, Lustenau und Wolfurt realisiert.

Im Eigenwohnbau ist die erste Bauetappe des aktuell größten Bauträgerprojektes, dem Bäumlequartier in Lochau, abgeschlossen. Dort entstehen in Summe 135 Wohnungen und fünf Gewerbeeinheiten in direkter Nähe zum Bodensee.

In der Schweiz ist der Einstieg als Bauträger mit lokalen Partnern gelungen, erste Projekte sind bereits in der Umsetzung. „Zudem beschäftigen uns hier verstärkt Building Information Modeling (BIM) und Lean Management und zeigen, wie Innovation unsere Arbeit positiv beeinflusst“, resümiert Thurnher.

„Nachhaltigkeit ist ein Teil unserer Unternehmens-DNA. Ein bedeutender Baustein davon stellt das Rhomberg Ressourcen Center in Hohenems/Dornbirn dar“, erläutert Ernst Thurnher. Im vergangenen Geschäftsjahr konnten 185 000 Tonnen Schüttmaterialien aufbereitet werden. Rund die Hälfte davon wird als Zuschlagstoff für Beton verwendet, die restlichen 50 Prozent als Tief- und Straßenbaumaterialien. „Diese recycelte Menge reicht für rund 10,3 km Straße – neun Meter breit und inklusive Gehweg“, veranschaulicht Thurnher die Bedeutung der Anlage. Umso wichtiger ist die Fortführung des Steinbruch Unterklien für die Rhomberg Gruppe und das Land Vorarlberg. In einem Feststellungsantrag an das Land Vorarlberg wird Klarheit gefordert, ob alle Verfahren in einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) möglich sind. Die Rhomberg Gruppe strebt freiwillig eine UVP an, um eine höchstmögliche Transparenz im Projekt zu gewährleisten.

Gerüstet für die Zukunft

Trotz der positiven Umsatzentwicklung will sich die Rhomberg Gruppe mit der „Strategie 2025“ weiterentwickeln und denkt über zusätzliche innovative Dienstleistungsangebote und eine Integrallösung für klimafreundliche Sanierungen nach. „Wir gehen davon aus, dass wir im Jahr 2025 rund 20 Prozent unseres Umsatzes mit Leistungen generieren werden, die wir derzeit in dieser Form noch gar nicht anbieten“, erklärt Hubert Rhomberg.

Als Komplettanbieter will sich die Rhomberg Gruppe weiter platzieren und konzentriert sich auf alternative, nachhaltige Wohnmodelle. Ein Beispiel dafür ist DAVID. Dem steigenden Bedarf an Wohnen wird mit leistbaren, komplett eingerichteten 1-Zimmer-Mietwohnungen entgegengewirkt. Der erste Standort in Vorarlberg befindet sich bereits in Planung.

Bahntechnik: neue Technologien im Einsatz

Die Rhomberg Sersa Rail Group, an der Rhomberg 50 Prozent hält, ist die zweite starke Säule des Familienunternehmens. „Wir konnten uns erneut als innovativer Komplettanbieter für Bahntechniklösungen beweisen und rücken eine zukunftsfähige, ressourcenschonende Mobilität in den Fokus. Wir bieten ein nahezu lückenloses Leistungsspektrum im Lebenszyklus der Bahn an“, erklärt Rhomberg. Die Bahnspezialisten konzentrieren sich auf die Heim- und Kernmärkte in der DACH-Region sowie ausgewählte internationale Märkte wie Australien, Kanada, UK und Irland. Bedeutend sind auch Rahmenverträge, wie etwa mit der ÖBB, SBB oder Industriekunden. Dadurch lassen sich Schwankungen des volatilen Projektgeschäfts ausgleichen.

Im vergangenen Geschäftsjahr konnten wichtige Aufträge abgeschlossen bzw. weiterverfolgt werden: Auf der Neubaustrecke zwischen Ulm und Wendlingen werden derzeit mehr als 120 km Gleise als Feste Fahrbahn verlegt. Das Auftragsvolumen beträgt 250 Mio. Euro. In Irland konnte sich die Tochter Rhomberg Sersa Rail Group Ireland einen 40-Millionen-Euro-Vertrag zur Instandhaltung des Schienennetzes sichern.

Digitalisierung auf dem Vormarsch

Die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung beschäftigen die Rhomberg Gruppe im Bereich Bau und Ressourcen sowie in der Bahntechnik. Eine zukunftsweisende Technologie wird in Vorarlberg eingesetzt bzw. getestet: Gemeinsam mit dem langjährigen Partner Montafonerbahn wird an einem Modell gearbeitet, das ein digitales Abbild der Bahnstrecke erstellt und so eine prädiktive Instandhaltung möglich macht.

Mit „Railium“ hat die Gruppe eine Online-Plattform inklusive App-Anwendung entwickelt, die die Einsatzplanung von Mitarbeitenden und Maschinen effizienter und einfacher macht. „Wir arbeiten laufend daran, Innovationen zu entwickeln und diese in unsere Arbeitsabläufe zu integrieren“, ergänzt Rhomberg.

Im Bereich Bau und Ressourcen läuft derzeit die Implementierung der Kollaborationsplattform RHome. Sie ermöglicht, Arbeitsabläufe intern sowie extern zu vereinfachen, Transparenz zu schaffen und Wissen zu teilen. Alle Beteiligten können im virtuellen Raum zeitgleich auf Daten zugreifen. „Neben der technischen Einführung besteht die Herausforderung im Moment darin, die MitarbeiterInnen dabei zu unterstützen, die Arbeitsweise neu zu denken. Wir sind aber auf einem guten Weg“, schließt Hubert Rhomberg ab.

Pressemeldung Rhomberg

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