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Montag, 16 Oktober 2017 19:01

Bombardier: Verkauf von Flugzeug-Assets an Airbus?

Unter dem Druck niedriger Verkäufe der Flugzeuge der C-Serie und des Handelsstreits mit Boeing in den Vereinigten Staaten zieht Bombardier in Erwägung, Vermögenswerte wie die CRJ-Regionalflugzeuge und die Turboprop-Flugzeuge Q400 zu verkaufen. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg sucht Bombardier Investoren für seine Luftfahrtaktivitäten und wäre bereit, sich von bestimmten Aktivitäten zu trennen. Der europäische Riese Airbus gehöre zu den interessierten Käufern.

Die in den letzten Tagen vom US-Handelsministerium eingeführten, fast 300%igen Ausgleichs- und Antidumpingzölle, die zwar derzeit noch theoretisch sind, tragen zu einem erhöhten Druck auf die Liquidität von Bombardier bei.

Bombardier und Airbus hatten im Herbst 2015 ernsthafte Verhandlungen über Investitionen von Airbus an dem C-Serien-Programm aufgenommen. Diese wurden abgebrochen, nachdem sie öffentlich wurden. Nach diesem Scheitern wandte sich Bombardier an die Regierung von Quebec, die letztendlich eine Milliarde USD gegen 49,5% Beteiligung am C-Serien-Programms investierte.

Diesmal wäre Bombardier eher daran interessiert, Teile oder alle seine beiden anderen großen zivilen Flugzeugfamilien zu verkaufen. Die Turboprop-Flugzeuge des Typs Q400 stehen in erster Linie im Wettbewerb mit denen von ATR, einem Unternehmen, an dem Airbus beteiligt ist. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Experten sehen deshalb die Möglichkeit einer Übernahme durch Airbus. Da ATR bereits etwa 75 % des Marktes kontrolliert, würde die Übernahme des Q400 unweigerlich das Interesse der Aufsichtsbehörden auf sich ziehen. Der Hauptkonkurrent für CRJ-Regionalflugzeuge ist die brasilianische Firma Embraer. Sie werden in Mirabel, einem Vorort von Montreal, in der gleichen Fabrik wie die neue C-Serie montiert. Bombardier hat beide Baureihen in den letzten Jahren aufgrund der Bemühungen zur Entwicklung der C-Serie vernachlässigt.

WKZ, Quelle Bloomberg, La Presse

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