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Dienstag, 24 Oktober 2017 12:16

Bahn-BKK: Springer Medizin Charity Award 2017 für Präventionsprojekt "STREETWORK+"

Nicht nur in Drittweltländern, sondern auch in Deutschland gelten die Straßenmilieus der Großstädte als Brutstädten gefährlicher Infektionskrankheiten. Besonders gefährdet sind unerfahrene jugendliche Straßenkinder und junge Obdachlose. Krätze, Geschlechtskrankheiten, Wundinfektionen, Erkältungskrankheiten aber auch ungewollte Schwangerschaften sind auf der Straße Dauerrisiken. Der 1. Platz des diesjährigen Charity Award des renommierten Springer Medizin Verlags erhielten daher die Off Road Kids Stiftung und die BAHN-BKK für ihre gemeinsame Präventionsinitiative "STREETWORK+".

Seit Jahresbeginn werden die Streetworker der Off Road Stiftung in Berlin, Dortmund, Hamburg und Köln darin geschult, jungen Obdachlosen insbesondere Infektionsschutz und Schwangerschaftsprävention professionell zu vermitteln. In den ersten neun Monaten wurden bereits mehr als 500 Straßenkinder und junge Obdachlose über Infektionsgefahren und Schwangerschaftsverhütung aufgeklärt, so Markus Seidel, Vorstandssprecher der Off Road Kids Stiftung: "Man darf einfach nicht vergessen, dass sich gerade junge Frauen auf der Straße so ziemlich jeden Tag der Gefahr aussetzen, vergewaltigt und schwanger zu werden. Unsere Streetworkerinnen und Streetworker beraten nicht nur, sondern sie gehen mit den jungen Frauen auch zu Frauenärzten und ermöglichen so eine wirksame Diagnostik und Verhütung."

Die reine Suche nach neuen Lebensperspektiven für Straßenkinder und junge Obdachlose allein reiche längst nicht mehr aus. "Wir müssen auch dafür sorgen, dass die jungen Menschen gesund bleiben und die Mädchen möglichst nicht schwanger werden, bis wir eine dauerhafte Zukunftsperspektive für sie gefunden haben", so Seidel weiter. "Streetwork+", so sieht es auch Hanka Knoche, Vorstand der BAHN-BKK, sei ein sehr plastisches Beispiel dafür, wie die Geldmittel aus dem neuen Präventionsgesetz unmittelbar und wirkungsvoll eingesetzt werden können. Zudem könne die BAHN-BKK das eigene Fachwissen direkt in das Präventionsprogramm "STREETWORK+" einbringen. Schirmherr des Springer Medizin Charity Award ist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, übergeben wurde die Auszeichnung im Rahmen der Springer Medizin Gala in Berlin.

Markus Seidel, Vorstandsprecher der Off Road Kids Stiftung, nahm die Auszeichnung in Berlin entgegen. "Wir freuen uns außerordentlich über diesen Preis, da so die Gesundheit derjenigen, die ganz am Rand der Gesellschaft stehen, in den Mittelpunkt gerückt wird." "Diese jungen Menschen ohne festen Wohnsitz brauchen unsere Aufmerksamkeit und unsere Hilfe", sagt Hanka Knoche.

Mit dem Charity Award zeichnet der Springer Medizin Verlag das herausragende Engagement von Stiftungen, Organisationen und Institutionen aus, die sich in besonderer Weise der Gesundheitsversorgung in Deutschland verpflichtet fühlen. Eine hochkarätig besetzte Experten-Jury wählt aus den Bewerbungen diejenigen aus, bei denen soziales Engagement, Nachhaltigkeit, Vorbildwirkung und gesellschaftliche Relevanz besonders herausragen. Den ersten Platz erreichte in diesem Jahr das neue Präventionsprojekt "STREETWORK+", das durch gezielte Aufklärungsarbeit die gesundheitlichen Gefahren von jungen Obdachlosen abwenden will.

Das Projekt STREETWORK+ stellt erstmals in Deutschland die professionelle Gesundheitsförderung und Schwangerschaftsprävention bei Straßenkindern und jungen Obdachlosen in Deutschland in den Mittelpunkt. "Unsere Streetworkerinnen und Streetworker sind als Gesundheitslotsen im Obdachlosenmilieu stark gefragt, das zeigen die Erfahrungen der letzten Monate", fasst Markus Seidel von Off Road Kids zusammen. Ein Viertel der täglichen Straßensozialarbeit wird für die Gesundheitsförderung bei Straßenkindern und jungen Obdachlosen in Deutschland eingesetzt.

Die Straßenkinder-Hilfsorganisation Off Road Kids geht davon aus, dass in Deutschland jährlich mindestens 6000 minderjährige Mädchen und junge Frauen bei Männern unterkommen, die sie oft kaum kennen. Vergewaltigungen und ungewollte Schwangerschaften seien an der Tagesordnung. "Seit 1993 haben wir in Deutschland deutlich mehr als 4500 junge Menschen erfolgreich aus der Obdachlosigkeit herausgeholt, aber bei schwangeren Mädchen ist die Suche nach einer tragfähigen Zukunftsperspektive für Mutter und Kind doppelt schwer. Auf der Straße schwanger zu werden, ist der falscheste Zeitpunkt überhaupt", fasst Markus Seidel zusammen.

Pressemeldung Bahn-BKK

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