english

Dienstag, 24 Oktober 2017 12:24

UIC: 6. Internationale Bahnhofskonferenz NEXTSTATION in Madrid

Vom 19. bis 21. Oktober 2017 organisierten der Internationale Eisenbahnverband (UIC) und der spanische Netzbetreiber (ADIF) die 6. Internationale Bahnhofskonferenz „NEXTSTATION” unter dem Motto „Smart Stations in Smart Cities“. Unter den rund 400 Teilnehmern aus 30 Ländern befanden sich alle wichtigen Partner des Bahngeschäfts: Vertreter von Regierungen, internationalen Organisationen, Bahnunternehmen sowie Bahnhofsmanager, Behörden, Dienstleister, Hersteller, Architekten, Städtebauer, Forscher usw.

Eröffnet wurde die Konferenz durch Renato Mazzoncini, UIC-Präsident und CEO der Ferrovie dello Stato Italiane (FSi), Iñigo de la Serna, spanischer Minister für öffentliche Arbeiten, Mohamed Rabie Khlie, Generaldirektor der marokkanischen Bahnen (ONCF) und Präsident der UIC-Region Afrika und Jean-Pierre Loubinoux, UIC-Generaldirektor. Alle hochrangigen Vertreter betonten bei der Eröffnungszeremonie, dass die Bahnen und Bahnhöfe smarter werden müssen.

Für Herrn Mazzoncini muss diese Smartness auf vier Pfeilern beruhen. „Smarte Städte müssen auch smarte Bahnhöfe haben. Die Infrastrukturen müssen stärker in die Städte integriert und umweltfreundlicher werden. Die Architektur der Bauten muss gut geplant und beständig sein, und das System insgesamt muss erschwinglich sein. Standardisierung und Innovation sollten dies ermöglichen.“ Ferner unterstrich er, High-Tech-Systeme förderten smarte Dienstleistungen. Ein weiterer Pfeiler seien Management und Dienstleistungen. „Es müssen nicht nur einfachere Lösungen und neue Tools für Bahnhofsmanager im Hinblick auf ein nachhaltiges Ressourcen-, Facility- und Informationsmanagement gefunden werden, sondern es ist auch unabdingbar, das Dienstleistungsangebot für unsere Kunden auszubauen. Wenn die Bahnhöfe sich diversifizieren und zum Zentrum menschlicher Interaktion werden wollen, müssen sie neue Dienstleistungen anbieten, die dem aktuellen und künftigen Bedarf der Reisenden entsprechen.“ Abschließend stellte er fest: „Dabei dürfen auch die kleinen und mittleren Bahnhöfe nicht vergessen werden, deren Geschäftsmodell sich zwar schwieriger darstellt, die aber für die Reisenden auch sehr wichtig sind.“

Offiziell eröffnet wurde NEXTSTATION durch Inigo de la Serna, den spanischen Minister für öffentliche Arbeiten. Er ging insbesondere auf die wichtige Rolle der Bahnen in Spanien ein, die dort ein Zeichen für Modernität und sozialen Fortschritt sind. Ferner hob er die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Vorteile des Ausbaus des Hochgeschwindigkeits-systems hervor, dank dem das Transportsystem nachhaltig, intermodal und intelligent ausgebaut werden könne.

25 Jahre nach dem Bau der ersten Hochgeschwindigkeitsstrecke in Spanien gelte dieses Modell nun als weltweiter Maßstab. Darüber hinaus wies er darauf hin, dass die Bahn auch die Erfahrung der Reisenden bei ihren Fahrten präge. Er schilderte smarte Lösungen, die zurzeit mit anderen Ministerien erarbeitet werden und wies auf einen praktischen Leitfaden hin, der auch die Vision von ADIF widerspiegele und der im November vorgelegt werde. In den kommenden Monaten und Jahren sollen darauf aufbauen intelligentere Bahnhöfe gebaut werden. Abschließend kündigte Inigo de la Serna die Erstellung eines universellen Zugänglichkeitsplans für den Zeitraum 2018-2026 an. „Wir brauchen ein Transportsystem, das auf Eingliederung, Nachhaltigkeit und Wachstum basiert und das von Menschen geführt wird, denen der Bedarf unserer Gesellschaft am Herzen liegt.“

Mohammed Rabie Khlie, der Generaldirektor der marokkanischen Bahnen (ONCF), erinnerte an die letzte NEXTSTATION-Konferenz in 2015 in Marrakesch. Die Bahnhöfe seien das Rückgrat für Mobilität und Transportsysteme. „Für das Bahnhofsmanagement gibt es keine Universallösung, sondern nur auf den jeweiligen Kontext zugeschnittene Lösungen, die dem vorhandenen Raum und den erforderlichen Dienstleistungen Rechnung tragen.“ Darüber hinaus hob er klar die Verbindung zwischen Wachstum und neuen digitalen Dienstleistungen hervor.

UIC-Generaldirektor Jean-Pierre Loubinoux, betonte: „Schon immer waren Bahnhöfe interessante Anziehungspunkte. Sie sind der Knoten und die nachhaltige Kombination für innerstädtischer Mobilität, die Fahrt von Stadt zu Stadt und den Übergang auf andere Verkehrsträger.“ Über ihre historische Bedeutung hinaus seien die Bahnhöfe der Angelpunkt für Reisen in der ganzen Welt, auf Grund derer sie erbaut wurden und die sie versinnbildlichten. „Eine Million Streckenkilometer werden täglich von einer Million Züge befahren, die ihrerseits 100 Millionen Fahrgäste transportieren und die von 100.000 Bahnhöfen abfahren oder dort ankommen. Jeder dieser Bahnhöfe ist einzigartig und der soziale Spiegel seiner Stadt, seines Landes und seiner Menschen“.

Abschließend hob er die Fähigkeit der Bahnhöfe hervor, uns „von der intelligenten Mobilität von Morgen träumen zu lassen und die jungen Generationen zu noch ehrgeizigeren und smarteren Lösungsentwürfen zu verleiten, die sich unsere Vorväter noch nicht träumen ließen.“

Für ADIF ist diese 6. Konferenz NEXTSTATION 2017 „das Tor zu den smarten Bahnhöfen der Zukunft, die Gelegenheit, gemeinsam die kommenden Herausforderungen zu erfassen, die bereits von anderen beschrittenen Wege weiter zu verfolgen und die in greifbarer Nähe liegenden Verwirklichungen zu betrachten. Wir können auf die Unterstützung renommierter Experten zählen, die uns dabei helfen, die vor uns liegenden Herausforderungen besser zu verstehen und die uns auf dem Weg der nicht aufzuhaltenden Umwandlung intelligenter Bahnhöfe in intelligenten Städten begleiten. Aber eigentlich geht es vor Allem darum, unsere Ansicht über die künftigen Herausforderungen auszutauschen und zu überlegen, wie wir uns in unserer hypervernetzten Welt weiterentwickeln und die Bahnhöfe zu Motoren des Wandels machen wollen.“

Genau dieser Traum war es auch, der die UIC dazu veranlassten den Verlag Langages du Sud mit der Herausgabe eines Buchs über die Bahnhöfe der Welt, Dream Stations, a Worldwide Odyssey, für die Konferenz zu beauftragen.

Zurück