english

Dienstag, 09 Juni 2020 11:26

UIC: 12. Ausgabe des internationalen Tags zur Förderung von sicherheitsbewusstem Verhalten an Bahnübergängen (ILCAD)

Die 12. Ausgabe des „International Level Crossing Awareness Day“, ILCAD, wird am 11. Juni 2020 unter Schirmherrschaft des Internationalen Eisenbahnverbandes (UIC) organisiert.

Der diesjährige ILCAD findet unter besonderen Umständen statt. Aufgrund von COVID-19 sollte die Konferenz zunächst auf 2021 verlegt werden. UIC und die ILCAD-Partner entschieden sich jedoch dafür, die weltweite Kampagne in Form einer Webkonferenz auch 2020 durchzuführen. Nähere Informationen hierzu unter www.ilcad.org.

Sicherheit ist der Kern des Bahngeschäfts, weshalb die UIC beschloss, die wichtigen Botschaften von ILCAD gemeinsam mit den ILCAD-Partnern am 11. Juni über die sozialen Medien, Pressemitteilungen und Poster zu verbreiten.

Obwohl der Schienen- und Straßenverkehr aufgrund der Ausgangsbeschränkungen in den meisten Ländern der Welt drastisch gesunken ist, kam es doch wieder zu Zusammenstößen und Todesfällen. Da die Anzahl der Fälle von unbefugtem Betreten im gleichen Zeitraum zunahm, hatte die Einschränkung des Zugverkehrs keine Reduzierung der Unfälle zur Folge.

Mit der Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen und dem gleichzeitigen Hochschrauben des Zugverkehrs auf das normale Niveau besteht die Gefahr einer Zunahme von Unfällen und Todesfällen an Bahnübergängen, zumal sich Fahrer und Fußgänger an einen wesentlich geringeren Zugverkehr gewöhnt haben könnten.

In dieser beispiellosen Krise riefen viele Bahnunternehmen die Verkehrsteilnehmer in der Presse und den sozialen Medien auf, an Bahnübergängen noch wachsamer zu sein als sonst. Auch die Verkehrssicherheitsverbände warnten die Straßenverkehrsteilnehmer vor den Risiken.

Die im Rahmen der COVID-19-Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen haben uns gezeigt, wie stark die Sicherheit unser tägliches Leben beherrscht und wie wichtig es ist, die Bevölkerung insgesamt und insbesondere die schwächsten Bevölkerungsgruppen zu schützen.

Viele Unternehmen, einschließlich Bahnunternehmen, Verbände und Einzelpersonen starteten Initiativen, um anderen dabei zu helfen, zu arbeiten und sich zu schützen. Die Arbeit der Rettungsdienste, des medizinischen Personals und anderer Arbeitnehmer in Schlüsselberufen (einschließlich Bahnmitarbeiter) wurde unterstützt und gewürdigt.

„Gemeinsam sind wir stärker!“ könnte das Motto von ILCAD 2020 sein.

In einer perfekten Welt gäbe es keine Bahnübergänge. Laut Schätzungen der UIC-Sicherheitsdatenbank[1] (#_ftn1) gibt es weltweit jedoch noch rund eine halbe Million. Daher ist es von ausschlaggebender Bedeutung, dass die Verkehrsteilnehmer die Straßenverkehrsordnung einhalten und auf Schranken, Verkehrsschilder und Lichtsignale achten, die zum Schutz an den Bahnübergängen angebracht sind.

Trotzdem sind 98% der Zusammenstöße an dieser Schnittstelle darauf zurückzuführen, dass die Verkehrsregeln absichtlich oder unabsichtlich missachtet wurden. Fahrfehler können durch Routine, Stress, Müdigkeit, Unachtsamkeit, Konsum von psychoaktiven Substanzen oder Aufputschmitteln, aber auch durch die Benutzung elektronischer Hilfsmittel (Navigationssysteme, Handy usw.) entstehen. Bei Fahrern von langen Fahrzeugen oder Schwertransporten können Unfälle auch auf mangelnde Schulung oder ungenügende Information über die potenziellen Risiken an Bahnübergängen zurückzuführen sein.

Daseinszweck von ILCAD ist es, die Botschaften für sicherheitsbewusstes Verhalten an Bahnübergängen möglichst weit zu verbreiten.

Wussten Sie schon ?
• Eröffnung der Konferenz und weltweiten Kampagne von ILCAD 2021: 10. Juni 2021
• 40 Länder beteiligen sich an ILCAD: www.ilcad.org


Laut ERA  in der EU 2018:
• 2018 gab es in der EU-28 105.300 Bahnübergänge (davon über 53% geschützte Bahnübergänge.)
• Fast 300 Unfallopfer an Bahnübergängen in der EU.
• Gesamtkostenschätzung €1 Milliarde pro Jahr
• Die tödlichen Unfälle an Bahnübergängen machen im Bahnverkehr 31 % aller Todesfälle gegenüber nur 1 % der Todesfälle im Straßenverkehr aus.
• 2018 in der EU: 258 Todesfälle, 291 Schwerverletzte, 444 Unfälle

 Pressemeldung UIC

Zurück

Letzte Änderung am Dienstag, 09 Juni 2020 11:41