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Mittwoch, 01 Juli 2020 17:02

Alstom: Künstliche Intelligenz zur Gewährleistung des Mindestabstands zwischen Fahrgästen und der Sicherheit in Zügen und Bahnhöfen

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Alstom hat eine neue Version von Mastria, der weltweit ersten multimodalen Lösung zur Überwachung und Mobilitätsorchestrierung, eingeführt, die KI nutzt, um Betreibern und Verkehrsunternehmen bessere Tools zur Steuerung des Fahrgastflusses anzubieten. Die Lösung ermöglicht es den Betreibern, ihr Angebot an die verschiedenen, durch die Covid-19-Pandemie bedingten Abstands- und Versammlungsvorschriften einfach und in Echtzeit anzupassen.

Dank großer Datenmengen und maschinellem Lernen bietet Mastria den Betreibern einen besseren Überblick über die Verteilung und den Fluss der Fahrgäste in Zügen und Bahnhöfen sowie bessere Vorhersagemöglichkeiten. Dies entspricht der Fähigkeit, die Fahrgastdichte und den Betrieb in Echtzeit zu antizipieren und zu steuern, unter anderem durch Anpassung der Zugfrequenz, der Kapazität und der erforderlichen Anzahl von Zügen sowie der Fahrgastströme an Bahnhöfen. Die Anpassung der Zugbereitstellung an den Bedarf optimiert die Betriebsbedingungen, einschließlich Kosten, und ist besonders nützlich für das Management schwankender Bedarfsspitzen, wie etwa in Hauptverkehrszeiten oder bei besonderen Ereignissen oder speziellen Mobilitätsbeschränkungen, wie im Fall von Covid-19.

Das neu eingeführte Mastria aggregiert Informationen zum Fahrgastbedarf von Zuggewichtssensoren, Fahrkartenautomaten, Verkehrssignalanlagen, Managementsystemen, Überwachungskameras und mobilen Netzen, um ein Echtzeitbild der Fahrgastströme zu bieten. Von diesem Zeitpunkt an verarbeitet Mastria die Daten und stellt den Betreibern die Informationen und Empfehlungen zur Verfügung, die notwendig sind, um jederzeit bestimmte Auslastungsgrade als Prozentsatz der maximalen Kapazität sicherzustellen und zu antizipieren. Diese Technologie kann eine Erhöhung der Zugfrequenz, eine Umverteilung des Fahrgaststroms auf bestimmte Bahnhöfe, eine Anpassung an andere Verkehrssysteme, eine Beschränkung des Zugangs zu Bahnhöfen oder sogar eine Steuerung der Fahrgastverteilung auf dem Bahnsteig vorschlagen, um durch mehr Wagen mehr Platz in dem entsprechenden Zug zu bieten. Mastrias leistungsstarke Vorhersagealgorithmen antizipieren diese Situationen und ermöglichen eine einwandfreie Planung des gesamten Systems.

"Vorhersagen bedeutet verhindern", sagt Stephane Feray-Beaumont, Vizepräsident für Innovation & Smarte Mobilität von Alstom Digital Mobility. "Die Fähigkeit dieses Tools, Millionen einzelner Daten in Echtzeit zu analysieren, macht es jederzeit zu einem unverzichtbaren Verbündeten für Betreiber, besonders in der gegenwärtigen Situation. Einfach ausgedrückt: Es passt das Verkehrsangebot an den Bedarf an, unabhängig von den Bedingungen. Alle Experten sind sich einig, dass der öffentliche Verkehr, insbesondere der Schienenverkehr, weiterhin das Rückgrat städtischer Mobilität bildet. Künstliche Intelligenz wird unser bester Reisepartner in dieser neuen Ära der Mobilität sein."

Die Panama-Erfahrung

Alstom hat Mastria Ende letzten Jahres für die Panama Metro eingeführt. Ziel war es, die Fahrgastströme zu analysieren und eine Möglichkeit zu bieten, Überfüllung zu vermeiden, die zu unvorhersehbaren Zeiten und nur an bestimmten Bahnhöfen auftrat. In nur drei Monaten und dank deep learning (künstliche neuronale Netze, die selbstlernende Algorithmen ermöglichen) konnte eine lokale Überfüllung bis zu 30 Minuten, bevor sie sichtbar wurde, vorhergesagt werden. Durch entsprechende Gegenmaßnahmen ließen sich die Wartezeiten an Bahnhöfen um 12% verkürzen.

Als Reaktion auf die Covid-19-Situation wird derzeit dieselbe Technologie eingesetzt, um die betrieblichen Maßnahmen, mit denen die Zuglast auf 40 % der Maximalkapazität gehalten wird, anzupassen, wie von den Gesundheitsbehörden des Landes empfohlen. Mit Hilfe verschiedener Datenquellen, wie Reiseinformationen für die Nutzer und das Gewicht der Fahrzeuge, wurden neue Merkmale entwickelt: Echtzeit-Überwachung der Fahrgastdichte und -ströme an Bahnhöfen und in Zügen - mit neuen vorausschauenden Warnmeldungen, Simulation der Öffnung und Schließung von Bahnhofszugängen und Analyse der Fahrgastverteilung über die gesamte Länge der Züge.

Die Mastria-Technologie

Mastria basiert auf vier wichtigen Standardfunktionen: multimodale Überwachung, Verkehrsmanagement, Koordination von Operationen und Vorhersageanalyse. Diese Funktionen sind vielseitig konfigurierbar und können nach den Bedürfnissen der Betreiber und dem globalen Umfeld des Mobilitätsnetzes kombiniert werden.

Mastria nimmt Daten von externen Informations- und Steuerungssystemen über sichere Netzwerkverbindungen auf. Es ist flexibel und skalierbar und kann an verschiedene Verkehrsnetze beliebiger Größe angepasst werden. Mastria kann um neue Strecken oder zusätzliche Transportmittel erweitert werden. Zahlreiche Piloteinführungen von Mastrias Technologie der Künstlichen Intelligenz haben bereits in Paris, Florenz, Zaragoza und Panama zu positiven Ergebnissen geführt.

Pressemeldung Alstom

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