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Donnerstag, 02 Juli 2020 08:00

Rail Working Group: Die Eisenbahnindustrie informiert die Regierungen - "Kein Zurück"

Die Rail Working Group, die einen außergewöhnlichen Querschnitt der weltweiten Eisenbahngemeinschaft repräsentiert, hat ihre Mitglieder und Unterstützer gefragt, was sie für die Zukunft der Eisenbahnindustrie erwarten. Die Antworten geben einen faszinierenden Einblick in die Art und Weise, wie die Branche den Eisenbahnsektor nach der COVID-19-Krise sieht.

77% der Befragten waren der Meinung, dass die Rolle der Eisenbahnen in der globalen Lieferkette in Zukunft eine bedeutendere Rolle spielen würde, aber niemand hielt sie für weniger wichtig. 84% gaben an, dass die weitere Entwicklung der eurasischen Schienengüterverkehrskorridore nun eher ein Gebot der Stunde sei, und fast 98% der Befragten waren der Ansicht, dass die grenzüberschreitende Interoperabilität der Güter- und Personenschienenverkehrsdienste wichtiger wäre.

Etwa 7 % waren der Ansicht, dass der Schienenpersonenverkehr in den nächsten zwei Jahren im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern zunehmen würde, etwas mehr als 36 % waren der Ansicht, dass er im Güterverkehr zunehmen würde, und 45,5 % waren der Ansicht, dass sowohl der Güter- als auch der Personenverkehr nach der Krise jeweils im Vergleich zum Straßen- und Luftfahrtsektor zunehmen würden. Mehr als drei Viertel waren der Meinung, dass sich die Passagiere zunehmend für die Bahn statt für das Flugzeug entscheiden würden, sobald sich die Aufregung gelegt hat, aber das Urteil war einstimmig, dass die Regierungen nach der Krise in den kommenden Jahren ihre Prioritäten zugunsten der Bahn und anderer umweltfreundlicher Verkehrsträger neu setzen sollten.

Mehr als 95% sagten, dass mit der Verfügbarkeit neuer Technologien und leiserer, effizienterer und "grüner" Fahrzeuge die Bahnbetreiber und Finanziers ihre Investitionen in rollendes Material erhöhen sollten.

Aber vor diesem hoffnungsvollen Hintergrund ist das Problem eindeutig finanzieller Natur. Etwa 45 % der Befragten waren der Ansicht, dass sich die Eisenbahnen nach der Krise in einer schlechteren finanziellen Lage befinden würden, während 27 % der Ansicht waren, dass sich nichts ändern würde. 50% waren der Meinung, dass es weniger staatliche finanzielle Unterstützung für die Eisenbahnen geben würde, während weitere 30% keine wirkliche Veränderung erwarten. Interessanterweise gibt es jedoch eine starke Meinung (über 88%), dass die politischen Entscheidungsträger der Regierung den Markt liberalisieren sollten, um öffentlichen und privaten Betreibern den Wettbewerb zu ermöglichen, und über 95% waren der Meinung, dass angesichts des starken Drucks auf die Staatsfinanzen die Notwendigkeit einer privaten Finanzierung des rollenden Materials wichtiger wäre. Über 86% der Befragten vertraten die Ansicht, dass die internationale politische Zusammenarbeit und die Koordinierung des Verkehrs unter Einsatz von Instrumenten wie dem Eisenbahnprotokoll von Luxemburg an Bedeutung gewinnen würden.

"Offensichtlich ist die Branche der festen Überzeugung, dass die Regierungen nach Überwindung der gegenwärtigen Krise ihre Prioritäten im Verkehrssektor aus guten wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Gründen neu bewerten müssen", sagte der Vorsitzende der RWG, Howard Rosen. "Das Problem ist", fuhr er fort, "der Mangel an Ressourcen, und die Lösung muss privates Kapital sein, durch Eigenkapital, Schulden oder Leasing, unterstützt durch die Annahme des Eisenbahnprotokolls von Luxemburg durch die Regierung, was eine solche Lösung einfacher und billiger machen wird".

Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage können hier abgerufen werden.

Die Rail Working Group (RWG) ist eine nicht gewinnorientierte Gruppe, die auf Antrag von UNIDROIT (Internationales Institut für die Vereinheitlichung des Privatrechts) eingerichtet wurde, um die Position der Eisenbahnindustrie bezüglich der Annahme und Umsetzung des Protokolls von Luxemburg von 2007 zum Übereinkommen von Kapstadt über internationale Sicherungsrechte an beweglicher Ausrüstung in Bezug auf Fragen des rollenden Eisenbahnmaterials (das Eisenbahnprotokoll von Luxemburg) zu vertreten.

WKZ, Quwlle Rail Working Group

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