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Montag, 06 November 2017 17:45

UIC: Jahresbericht 2017 über die Bahnunfälle in Europa

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Der Internationale Eisenbahnverband (UIC) veröffentlichte gerade seinen Jahresbericht über Bahnunfälle in Europa. Im Rahmen der UIC-Sicherheitsdatenbank werden seit 2001 Unfalldaten gesammelt und mittlerweile enthält sie Informationen von 22 UIC-Mitgliedern, die insgesamt 89% des Schienennetzes des europäischen Wirtschaftsraums (EU und EFTA) ausmachen. 

Die von der UIC-Abteilung Sicherheit verwaltete Datenbank enthält nicht nur Unfallstatistiken, sondern auch aufschlussreiche Informationen über Ursachen, Umstände und Auswirkungen der Unfälle, die der Taxonomie und den Definitionen der EU-Gesetzgebung entsprechen.

Die Bahn ist das sicherste Landverkehrsmittel, das sein Sicherheitsniveau ferner ständig weiter verbessert. Dank der von der Gemeinschaft der Bahnen in allen Bereichen des Bahnbetriebs getroffenen Verbesserungsmaßnahmen verringerte sich im Zeitraum von 2007 bis 2016 die Anzahl der Unfälle und der Unfallopfer um ein Drittel.

Typologie der Unfälle des Jahres 2016

52% der Unfälle werden durch unbefugtes Betreten der Bahnanlagen verursacht, 24% durch regelwidriges Überqueren von Bahnübergängen. 7% der Unfälle betreffen am Bahnsteig verletzte bzw. aus dem Zug oder am Bahnsteig gestürzte Personen. Nur 13% der in der UIC-Sicherheitsdatenbank gespeicherten signifikanten Unfälle gehen zu Lasten interner Ursachen und sind auf technisches, organisatorisches oder menschliches Versagen im Bahnbetriebssystem zurück zu führen. Die restlichen Unfälle entstanden auf Grund witterungs- oder umweltbedingter Einflüsse.

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Es bewahrheitete sich mehr denn je, dass die meisten Unfälle durch Dritte verursacht werden, indem diese sich fahrlässig verhalten, abgelenkt oder sich der Gefahr nicht bewusst sind, einfach gedankenlos handeln oder aus Bequemlichkeit bzw. weil sie es eilig haben, die Regeln nicht beachten. Darunter leidet das Bahnsystem an allererster Stelle: 95% der 900 im Jahr 2016 zu verzeichnenden Todesfälle sind Dritte. Es ist daher unerlässlich, dass die Behörden das ihre dazu beitragen, diese Situation durch Bildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen zu verbessern und weiter gegen ungebührliches Verhalten Dritter auf Bahngelände angehen, so wie sie es seit Langem im Straßenverkehr tun.

Zugkollisionen und Entgleisungen

Zwischen 2010 und 2014 kam es zu 130 Zugkollisionen und Entgleisungen pro Jahr. In 2015 wurden 89 derartiger Unfälle gezählt, 2016 sank diese Zahl auf 70, was 4% aller signifikanten Unfälle ausmacht. Zwei Kollisionen in Belgien und Deutschland und eine Entgleisung in Spanien verursachten den Tod von 12 Reisenden, d.h. über die Hälfte aller Todesopfer unter den Reisenden im Jahr 2016.

Globaler Sicherheitsindex der UIC

Der globale Sicherheitsindex der UIC (GSI) zeigt mehr als die reine Unfallstatistik: jeder Unfall wird nach Art und Ursache, Anzahl der Opfer und Unfallkategorie gewichtet. Somit kann das allgemeine Sicherheitsniveau unabhängig von den seltenen Unfällen mit gravierenden Auswirkungen genauer aufgeschlüsselt werden.

Trotz der gleichbleibenden Anzahl der Unfälle zwischen 2015 und 2016 sinkt der GSI weiter und zeigt, dass sich das Sicherheitsniveau im europäischen Schienenverkehr stetig weiter verbessert.

Mitglieder der UIC-Sicherheitsdatenbank

ADIF (Spanien), ADIF-AV (Spanien), CFL (Luxemburg), CFR-SA (Rumänien), DB AG (Deutschland), Eurotunnel (Frankreich und UK), HZ (Kroatien), Network Rail (UK), Infrabel (Belgien), IP (Portugal), BANE NOR SF (Norwegen), MAV (Ungarn), ÖBB (Österreich), PKP (Polen), ProRail (Niederlande), SNCF Réseau (Frankreich), FS RFI (Italien), SBB CFF FFS (Schweiz), SZ (Slowenien), SZDC (Tschechien), Trafikverket (Schweden), ZSR (Slowakei).

Pressemeldung UIC

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Letzte Änderung am Montag, 06 November 2017 17:56