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Mittwoch, 05 August 2020 11:35

Voestalpine: Ergebnis zum 1. Quartal 2020/21 massiv von Folgen der Corona-Pandemie belastet

Die voestalpine war im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 (1. April bis 30. Juni) von einem massiven Nachfrageeinbruch in nahezu allen Abnehmerbranchen infolge der Covid-19-Pandemie betroffen. Durchaus solide entwickelten sich in diesem schwierigen Umfeld weiterhin die Technologiebereiche Bahninfrastruktur und Hochregallager.

Massiver Nachfrageeinbruch in nahezu allen Ländern und Branchen

Umsatz im 1. Quartal 2020/21 mit 2,4 Mrd. EUR um 28,1 % niedriger als im Vorjahr (3,3 Mrd. EUR)
Positives EBITDA von 158 Mio. EUR (-58 %)
Negatives EBIT von -49 Mio. EUR (-131 %)
Ergebnis vor Steuern bei -74 Mio. EUR (Vorjahr: 124 Mio. EUR) und Ergebnis nach Steuern bei -70 Mio. EUR (Vorjahr: 90 Mio. EUR)
Gearing Ratio stieg von 58,1 % auf 71,7 % im Jahresvergleich
Eigenkapital auf 5,5 Mrd. EUR reduziert (Vorjahr: 6,7 Mrd. EUR)
Mitarbeiterstand bei 47.894 FTE (-7,3 %)

Die voestalpine war im 1. Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 (1. April bis 30. Juni) von einem massiven Nachfrageinbruch in nahezu allen Abnehmerbranchen infolge der Covid-19-Pandemie betroffen. Insbesondere in Europa, wo der Konzern rund zwei Drittel seines Umsatzes erzielt, belasteten der Stillstand der Automobilindustrie, aber auch die generelle Schwäche im industriellen Bereich alle vier Divisionen. Der starke Nachfragerückgang führte zu sinkenden Stahlpreisen, die aufgrund der guten Stahlkonjunktur in China nicht von sinkenden Erzpreisen begleitet wurden und sich daher zusätzlich negativ auf das Ergebnis auswirkten. Während die Wirtschaft in Nord- und Südamerika ebenfalls einen deutlichen Abschwung erlebte, erreichten die chinesischen voestalpine-Standorte im Berichtszeitraum wieder eine Auslastung auf Vorkrisenniveau. „Wir haben es geschafft, uns sehr rasch an die völlig neue Situation anzupassen. Trotz der äußerst herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gelang es der voestalpine im 1. Quartal 2020/21, ein positives operatives Ergebnis EBITDA zu erzielen. Dies ist vor allem auf unser konsequentes Kostenmanagement und die rasche Umsetzung von ergebnisoptimierenden Maßnahmen im gesamten Konzern zurückzuführen. Darüber hinaus verfügen wir nach wie vor über eine ausreichende Liquidität“, so Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG.

Durchaus solide entwickelten sich in diesem schwierigen Umfeld weiterhin die Technologiebereiche Bahninfrastruktur und Hochregallager. Letzterer profitiert speziell vom boomenden Online-Handel. Die Branchen Luftfahrt sowie Öl- und Gasindustrie wurden durch den eingeschränkten Flugverkehr sowie den global gesunkenen Energiebedarf hingegen besonders stark von den Auswirkungen der Pandemie getroffen.

Entwicklung von Umsatz und Ergebnisziffern

Die Finanzkennzahlen des voestalpine-Konzerns zum 1. Quartal 2020/21 spiegeln die coronabedingte weltweite Rezession wider. So reduzierte sich der Umsatz im Vergleich zum 1. Quartal des Vorjahres um 28,1 % von 3,3 auf 2,4 Mrd. EUR. Auf Ergebnisseite ging das EBITDA von 371 auf 158 Mio. EUR um etwas mehr als die Hälfte zurück, blieb aber im positiven Bereich. Das Betriebsergebnis EBIT fiel mit -49 Mio. EUR negativ aus (Vorjahr: 157 Mio. EUR), wobei sich zuletzt bereits ein deutlich positiver Trend zeigte. Das Ergebnis vor Steuern kam im Berichtszeitraum bei -74 Mio. EUR (Q1 2019/20: 124 Mio. EUR) und das Ergebnis nach Steuern bei -70 Mio. EUR (Q1 2019/20: 90 Mio. EUR) zu liegen. Die Verschuldungskennzahl Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) stieg im Jahresvergleich von 58,1 % und gegenüber dem Bilanzstichtag (31. März 2020) von 67,2 % auf 71,7 % per 30. Juni 2020 an. Während die Nettofinanzverschuldung von 3,9 Mrd. EUR im Vorjahr auf 4 Mrd. EUR geringfügig zunahm, reduzierte sich das Eigenkapital von 6,7 auf 5,5 Mrd. EUR. Neben den negativen Sondereffekten im 3. und 4. Quartal des vergangenen Geschäftsjahres 2019/20 ist dies auch auf die Rückzahlung einer Hybridanleihe zum 31. Oktober 2019 zurückzuführen. Die Anzahl der Beschäftigten (FTE) im voestalpine-Konzern verminderte sich entsprechend der geringeren Produktionsauslastung gegenüber dem Vorjahresstichtag um 7,3 % von 51.670 auf 47.894. Im Juni 2020 waren in Österreich rund 10.400 und in Deutschland rund 2.600 voestalpine-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kurzarbeit bzw. international weitere 2.300 in kurzarbeitsähnlichen Modellen (z.B. Großbritannien, Rumänien, Belgien, Frankreich, USA).

Geschäftsbereich Railway Systems

Stabilisierend auf die Performance der Metal Engineering Division wirkte im 1. Quartal 2020/21 Railway Systems als "systemrelevanter" Geschäftsbereich in wichtigen globalen Absatzmärkten. Wenngleich der Geschäftsbereich Railway Systems nicht gänzlich unbeeinflusst von COVID-19 blieb, war das Geschäftsvolumen im 1. Quartal 2020/21 zufriedenstellend . Die Ordertätigkeit in zahlreichen Ländern Europas, aber auch in China, Indien und Südafrika schwächte sich angesichts der Ausbreitung der Pandemie nur leicht ab. In Nordamerika kürzten private Frachtbahnbetreiber Investitionen in die Erhaltung des Schienennetzes infolge des konjunkturellen Rückganges. In Südamerika hielt die Nachfrage ein stabiles Niveau.

In diesem Umfeld zeigte das global tätige Produktsegment Turnout Systems (Weichensysteme) eine gute Entwicklung. Beim vorwiegend auf Europa ausgerichteten Produktsegment Rails (Schienen) bewegten sich die Auslieferungsmengen im 1. Quartal 2020/21 auf dem Niveau des vergangenen Geschäftsjahres.

Basierend auf der weitgehend stabilen Entwicklung im Geschäftsbereich Railway Systems weisen die Finanzkennzahlen der Metal Engineering Division etwas geringere Einbußen aus als die anderen Divisionen des voestalpine-Konzerns. Die Umsatzerlöse verminderten sich um 14,1 % von 778,8 Mio. EUR im 1. Quartal 2019/20 auf 669,2 Mio.

Ausblick

Mit dem Ende des Lockdowns im 1. Quartal hat eine stufenweise Erholung der Nachfrage eingesetzt. Das Ausmaß der Verbesserung variiert nach Regionen und Marktsegmenten. Im 2. Geschäftsquartal ist wie über den Sommer üblich mit saisonal bedingt etwas schwächerer Nachfrage, beispielsweise aufgrund von Kundenstillständen, zu rechnen. Die Stärke wie auch die Nachhaltigkeit der wirtschaftlichen Erholung wird daher erst gegen Ende des 2. Geschäftsquartals fundierter einschätzbar sein. Angesichts der immer noch herrschenden Volatilität in einem unsicheren von Covid-19 beeinflussten Marktumfeld richtet sich der Fokus des voestalpine-Konzerns weiterhin auf Kostenmanagement und Ergebnisstabilisierung. Gleichzeitig bleiben die Anstrengungen im Bereich Working Capital Management hoch und Ausgaben für Investitionen niedrig, um sowohl den Cashflow als auch die Bilanzstruktur zu stärken. „Vor diesem Hintergrund bleibt die Erwartung von Beginn des Geschäftsjahres aufrecht, dass der voestalpine-Konzern im Geschäftsjahr 2020/21 ein EBITDA zwischen 600 Mio. EUR und 1 Mrd. EUR erwirtschaften wird“, so Herbert Eibensteiner.

Pressemeldung Voestalpine

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Letzte Änderung am Mittwoch, 05 August 2020 11:46