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Donnerstag, 10 September 2020 08:24

Starke Performance im ersten Halbjahr 2020 unterstreicht die Widerstandsfähigkeit von Knorr-Bremse

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Die Knorr-Bremse AG, Weltmarktführer für Bremssysteme und führender Anbieter von weiteren Systemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge, hat heute die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2020 vorgelegt.

Frank Markus Weber, Finanzvorstand der Knorr-Bremse AG: „Die Covid-19-Pandemie hat Knorr-Bremse im ersten Halbjahr 2020 in allen Märkten getroffen. Unsere erste Priorität galt dem gesundheitlichen Schutz unserer Mitarbeiter. Mit einem frühzeitigen und schnell eingeleiteten Maßnahmenprogramm zur Ertrags- und Cashflow-Stabilisierung als Reaktion auf den Nachfragerückgang konnten wir die Auswirkungen auf unsere Ergebnissituation im ersten Halbjahr 2020 signifikant eindämmen. Unser starkes Nachmarktgeschäft in beiden Divisionen half, die Ergebnismargen auf einem stabilen Niveau zu halten. Vor allem in China haben wir bereits im zweiten Quartal eine spürbare Erholung gesehen, die sich in diesem Maße aber nicht so fortsetzen wird. Die globale Situation ist weiterhin mit großen Unwägbarkeiten behaftet.“

Resilientes Geschäftsmodell durch stabilen Nachmarkt

Das Marktumfeld des Knorr-Bremse Konzerns war in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2020 von der Covid-19-Pandemie geprägt. Im Markt für Schienenfahrzeuge zeigte sich in China und Europa gegen Ende des 1. Halbjahres bereits eine Erholung von den massiven Einschränkungen der ersten Monate, während Länder wie Indien und Nord- und Südamerika mit voller Stärke getroffen wurden. Der globale Nutzfahrzeugmarkt litt im ersten Halbjahr 2020 in fast allen Teilen der Welt unter den Auswirkungen der Pandemie und sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 %. Einzig der chinesische Markt erholte sich rasch und übertraf sogar das erste Halbjahr 2019 um 21 %.

Der Auftragseingang im Knorr-Bremse Konzern lag infolge dessen im ersten Halbjahr 2020 mit 2.727,1 Mio. EUR (Vorjahr 3.581,2 Mio. EUR) um -23,8 % unter dem Vorjahr. Der Auftragsbestand zum 30.06.2020 in Höhe von 4.363,3 Mio. EUR zeigte sich mit lediglich – 3,9 % unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 4.542,3 Mio. EUR sehr solide.

Der Umsatz des Knorr-Bremse Konzerns war im ersten Halbjahr 2020 um -15,2 % auf 3.055,8 Mio. EUR (Vorjahr: 3.601,5 Mio. EUR) rückläufig. Die Umsätze in der Division RVS lagen aufgrund weltweit rückläufiger OE-Umsätze insgesamt um -7,2 % unter dem Vorjahresnivau.Demgegenüber gingen in der Division CVS die Umsätze bedingt durch eine weltweit stark rückläufige Nutzfahrzeugproduktion sowie vorübergehend geschlossene Kundenwerke vor allem in Europa und den USA insbesondere im zweiten Quartal um -23,9 % zurück. Der Umsatzanteil der Division RVS stieg daher auf 57 % (Vorjahr: 52 %).

Der Anteil der Nachmarktumsätze im Konzern am Gesamtumsatz erhöhte sich spürbar auf 37,7 % (Vorjahr: 31,7 %). Absolut stiegen sie um 1,0 % und spiegeln das robuste Geschäftsmodell des Knorr-Bremse Konzerns wider.

Die regionalen Umsatzbeiträge zeigten die positive Marktentwicklung der Region Asien/Pazifik, die absolut den Umsatz um 2,2 % steigern konnte. In den übrigen Regionen Europa/Afrika sowie Nord- und Südamerika waren die Umsätze im ersten Halbjahr 2020 rückläufig. Die regionale Aufteilung der Umsätze war per Ende des ersten Halbjahres 2020:

• Europa/Afrika 45 % (Vorjahr: 47 %)
• Asien/Pazifik 34 % (Vorjahr: 28 %)
• Nordamerika 20 % (Vorjahr: 23 %)
• Südamerika 1 % (Vorjahr: 2 %).

Mit diesen Entwicklungen setzt sich Knorr-Bremse mit seinem robusten Geschäftsmodell und dem Fokus auf Schienen- und Nutzfahrzeuge sowie einem starken Nachmarktgeschäft weiterhin deutlich von anderen Industriegüter-Märkten und von seinem Wettbewerb ab.

Stabile EBITDA- und EBIT-Marge dank schneller und frühzeitiger Maßnahmen

Knorr-Bremse reagierte auf die weltweite Covid-19-Pandemie umgehend mit einem umfangreichen Maßnahmenprogramm, um in dem herausfordernden Umfeld die Stabilität des Unternehmens sowie den bestmöglichen Schutz der Mitarbeiter zu gewährleisten. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Division CVS auf einen konjunkturellen Umsatzrückgang im nordamerikanischen und europäischen Nutzfahrzeugmarkt eingestellt und ein umfassende Kostenkontrolle sowie ein Effizienzsteigerungsgprogramm eingeführt. Diese Maßnahmen wurden angesichts temporärer Werkschließungen der Kunden im ersten Halbjahr 2020 deutlich verschärft und konsequent umgesetzt. Auch in der Division RVS sowie in den übrigen Bereichen wurden Kostenprogramme eingeführt. Dadurch konnten die negativen Auswirkungen von Covid-19 auf die Ergebnissituation des Konzerns deutlich begrenzt werden.

Das EBITDA im ersten Halbjahr 2020 belief sich auf 535,5 Mio. EUR (Vorjahr 669,0 Mio. EUR) und lag damit vor allem volumenbedingt um -20,0 % unter dem Vorjahr. Die EBITDA-Marge entwickelte sich mit 17,5 % nur moderat rückläufig (Vorjahr 18,6 %). Die operative EBITDA-Marge, bereinigt um Restrukturierungsaufwendungen am Standort Wülfrath (16,4 Mio. EUR) belief sich im ersten Halbjahr 2019 auf 19,0 %.

Auch im EBIT musste im ersten Halbjahr 2020 ein deutlicher Rückgang um -25,4 % auf 397,5 Mio. EUR (Vorjahr 533,2 Mio. EUR) verzeichnet werden. Die EBIT-Marge betrug 13,0 % und lag damit nur um 1,8 Prozentpunkte unter dem gebuchten Wert des Vorjahres (14,8 %).

Ein günstiger Produktmix führte zu einem im Vergleich zum Umsatz relativ geringeren Rückgang der Margen und unterstreicht damit die Stabilität des Geschäftsmodells.

Systeme für Schienenfahrzeuge (RVS) trotz Covid-19 mit starkem Auftragsbestand und solider Marge

Der Auftragseingang der Division RVS reduzierte sich infolge der Covid-19-Pandemie in allen Regionen um -13,5 % auf 1.664,3 Mio. EUR (Vorjahr 1.924,7 Mio. EUR). Demgegenüber stieg der Auftragsbestand zum 30.06.2020, aufgrund der positiven Auftragslage insbesondere im zweiten Halbjahr 2019, auf 3.496,5 Mio. EUR (Vorjahr 3.261,1 Mio. EUR).

Der Umsatz der Division RVS verzeichnete im ersten Halbjahr 2020 einen Rückgang um – 7,2 % auf 1.740,8 Mio. EUR (Vorjahr 1.876,0 Mio. EUR). Dank eines starken europäischen und nordamerikanischen Marktes legte das RailServices-Geschäft zu. Demgegenüber reduzierten sich jedoch die OE-Umsätze vor allem in Europa, insbesondere in den Bereichen Light-Rail-Vehicles, Regional & Commuter sowie Hochgeschwindigkeitsverkehr. Daneben verzeichneten Nordamerika, vor allem im Frachtgeschäft, sowie Asien im Lokomotivengeschäft und Hochgeschwindigkeitsverkehr Umsatzrückgänge. Auf dem asiatischen Markt konnten diese infolge der starken Entwicklung im Metrogeschäft zum Teil kompensiert werden.

Das EBITDA lag volumenbedingt mit 390,2 Mio. EUR vergleichsweise moderat um -6,4 % unter dem Vorjahreswert (Vorjahr: 417,0 Mio. EUR). Dies führte zur einer stabilen Entwicklung der EBITDA-Marge, welche im ersten Halbjahr bei 22,4 % (Vorjahr: 22,2 %) lag. Dabei profitierte die Division von der erfreulichen Entwicklung des margenstarken Nachmarktsgeschäfts, dessen Ergebnisbeiträge zu einer Stabilisierung der Ergebnismarge auf hohem Niveau beitrugen. Darüber hinaus wirkte sich das sofort eingeleitete Kostensenkungsprogramm zur Abmilderung der Folgen der Covid-19-Pandemie auf die Ergebnissituation positiv aus.

Systeme für Nutzfahrzeuge (CVS) mit robustem Nachmarktgeschäft

Die Division Systeme für Nutzfahrzeuge musste im ersten Halbjahr 2020 einen signifikanten Rückgang im Auftragseingang um -36,1 % auf 1.060,6 Mio. EUR (Vorjahr 1.658,5 Mio. EUR) verzeichnen. Diese Entwicklung resultierte aus insbesondere im zweiten Quartal 2020 erfolgten temporären Werkschließungen unserer Kunden infolge der Coronakrise. Der deutliche Rückgang im Auftragseingang spiegelte sich auch im Auftragsbestand wider, welcher zum 30.06.2020 um -32,1 % auf 880,1 Mio. EUR (Vorjahr 1.295,6 Mio. EUR) sank.

In allen Märkten war erwartungsgemäß im ersten Halbjahr 2020 eine gesunkene Nutzfahrzeug-Produktion zu verzeichnen, die durch die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie verstärkt wurden. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 sank die globale Truck Production Rate im ersten Halbjahr 2020 um -16 %, in Westeuropa um -42 %, in Nordamerika sogar um -49 %. Entsprechend reduzierte sich der Umsatz der Division CVS im ersten Halbjahr 2020 deutlich um -23,9 % auf 1.314,7 Mio. EUR (Vorjahr 1.726,7 Mio. EUR). Mit 71 % Anteil am Gesamtumsatz der Division verzeichnete der Bereich OE-Kunden einen Rückgang um -7 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr (78 %). Demgegenüber konnte der Nachmarktanteil am Gesamtumsatz auf 29 % (Vorjahr 22 %) zulegen und präsentierte sich auch absolut robust, nahezu auf Vorjahresniveau.

Das EBITDA sank im ersten Halbjahr 2020 um -40,1 % auf 158,2 Mio. EUR (Vorjahr 264,2 Mio. EUR). Die EBITDA-Marge lag mit 12,0 % um -3,3 Prozentpunkt unter der des Vorjahres (15,3 %). Bereinigt um die Restrukturierungsaufwendungen am Standort Wülfrath in Höhe von 16,4 Mio. EUR lag die operative EBITDA-Marge im Vorjahr bei 16,3 %.

Investitionen in Forschung- und Entwicklung sowie in Produktions- und Automatisierungsprojekte gesteigert

Im ersten Halbjahr 2020 investierte Knorr-Bremse 6,4 % des Umsatzes in Forschungs- und entwicklungstätigkeiten. Davon entfielen 5,7 % des entsprechendes Umsatzes auf die Division RVS und 7,3 % des entsprechenden Umsatz auf die Division CVS.

Die zukunftsorientierte Investitionspolitik des Knorr-Bremse Konzerns wurde im ersten Halbjahr 2020 trotz Priorisierungen im Rahmen der Covid-19-Pandemie fortgesetzt und unterstreicht die langfristigen Wachstums- und Innovationsprioritäten des Konzerns. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte betrugen zum 30.06.2020 147,9 Mio. EUR (Vorjahr 123,4 Mio. EUR, bereinigt um 10,3 Mio. EUR für das Nordgelände). Wesentliche Investitionen in Sachanlagen flossen vor allem in laufende Bauprojekte zum Ausbau von Fertigungskapazitäten an den nordamerikanischen Standorten Huntington und Bowling Green, in strategische Investitionen im Rahmen des Lenkungsgeschäfts sowie in Ersatz- und Erweiterungsprojekte für Produktionsanlagen und deren Automatisierung sowie in Lieferantenwerkzeuge und IT-Projekte.

Der Knorr-Bremse Konzern beschäftigte zum 30.06.2020 insgesamt 28.941 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, -2,9 % weniger als im Vorjahr (Vorjahr: 29.812). In einigen Ländern nutzte Knorr-Bremse Kurzarbeit, um die Mitarbeiterkapazität an die veränderte Auslastung anzupassen, ohne jedoch hochqualifizierte Mitarbeiter freisetzen zu müssen. Die Akquisition R.H. Sheppard im Nutzfahrzeugbereich trug im ersten Halbjahr 2020 792 Mitarbeiter bei. Demgegenüber entfielen die im ersten Halbjahr 2019 noch enthaltenen 529 Mitarbeiter der mittlerweile veräußerten Powertech-Gruppe im Schienenfahrzeugbereich.

Liquidität in Höhe von 2,3 Mrd. EUR sichert operativen Handlungsspielraum

Bereits im März hatte Knorr-Bremse bekanntgegeben, zusätzliche Kreditlinien in Höhe von 750 Mio. EUR zu ziehen. Damit ist der operative Handlungsspielraum auch für mögliche weitere Zuspitzungen in der Covid-19 Pandemie und eine mögliche Verschärfung der konjunkturellen Entwicklung abgesichert. Mit einer Brutto-Liquidität zum 30.06.2020 von insgesamt 2,3 Mrd. EUR verfügt Knorr-Bremse über ausreichende Flexibilität, um den Liquiditätsbedarf zu decken.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2020 bestätigt

Basierend auf dem ersten Halbjahr 2020 und vorbehaltlich weiterer Lockdowns aufgrund der Covid-19-Pandemie und damit verbundener negativer Effekte auf den Geschäftsverlauf bis Jahresende rechnet das Unternehmen für das Gesamtjahr 2020 mit einem Umsatz von 5.900 bis 6.200 Mio. EUR (Vorjahr 6.937 Mio. EUR) und einer operativen Ergebnismarge (EBITDA) von 16,5 % bis 17,5 % (Vorjahr 18,8 %). Der Ausblick setzt voraus, dass sich die Weltwirtschaft nicht schlechter als derzeit erwartet entwickelt und das politische Umfeld sowie Währungskurse stabil bleiben.

Pressemeldung Knoor-Bremse

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