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Donnerstag, 03 Dezember 2020 09:30

Rolls-Royce: 10 Jahre MTU-Werk in Aiken

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Fotos Rolls-Royce.

Das MTU-Werk von Rolls-Royce in Aiken in den USA feiert sein 10-jähriges Bestehen. Das fast vier Hektar große Gelände, auf dem Dieselmotoren der Marke MTU hergestellt werden, wurde im Herbst 2010 eröffnet, nachdem das Unternehmen seine Produktion von Detroit im US-Bundesstaat Michigan nach Graniteville, im Aiken County im US-Bundesstaat South Carolina verlagert hatte.

Was als Montagewerk für zwei Produktlinien begann, ist in diesen zehn Jahren deutlich gewachsen.

"Das ursprüngliche Ziel des Werks in Aiken war es, unsere Produktionsaktivitäten in den USA besser gestalten zu können", sagt Jörg Klisch, Betriebsleiter in Aiken. ""Alles, was wir hier in den vergangenen zehn Jahren erreicht haben, spiegelt unsere positive Kultur und unseren Innovationsgeist wider. Wir haben immer wieder neue Herausforderungen angenommen, um das Werk und unsere eigenen Kompetenzen weiter zu entwickeln."

Montage und Fertigung vor Ort

Das Werk begann mit der Montage von MTU-Dieselmotoren der Baureihen 2000 und 4000, die einen Leistungsbereich von 560 bis fast 3000 kW abdecken und in einer Vielzahl von Off-Highway-Anwendungen in den Bereichen Bau, Industrie, Energieerzeugung, Bergbau sowie in der Öl- und Gasindustrie eingesetzt werden. Nach der offiziellen Eröffnung im Dezember 2010 lag der Schwerpunkt ausschließlich auf der Montage der Motoren. Bald darauf nahm das Werk die maschinelle Bearbeitung von Teilen auf, so dass das Werk seither eigene Komponenten herstellen kann.

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Investitionen im Laufe der Jahre dienten auch dem Aufbau eines Forschungs- und Entwicklungszentrums mit Prüfständen, auf denen anspruchsvolle Emissionskalibrierung und Zertifizierungstests erfolgen können. Zudem entstand ein Verwaltungsgebäude für Einkauf, Produktionsplanung und Qualitätsprüfung von Zulieferteilen. Das Werk produziert darüber hinaus militärische Antriebssysteme und montiert und überholt MTU-Motoren der Baureihe 883 und Antriebssysteme für militärische Anwendungen. Als nächstes nimmt das Werk die Aufarbeitung und Überholung von Motoren für Kunden in Nord- und Südamerika auf.

Preisgekröntes MTU Aiken-Ausbildungsprogramm für Jugendliche

Über die Fertigung und den Betrieb hinaus hat das vergangene Jahrzehnt auch das preisgekrönte Ausbildungsprogramm MTU Aiken Youth Apprenticeship Program hervorgebracht. Mit seinem einzigartigen Ansatz, der eine ausreichend hohe Qualifikation der Mitarbeiter sicherstellt, ist das Programm USA-weit bekannt geworden. Es kombiniert Unterricht im Klassenzimmer, praktische Ausbildung in einem lokalen Ausbildungszentrum und Ausbildung am Arbeitsplatz im Werk und ermöglicht Schülern der Sekundarstufe, Kompetenzen in der industriellen Fertigung zu erwerben und noch während ihrer Ausbildungszeit Geld zu verdienen. Bis heute haben 32 Absolventen das Programm erfolgreich abgeschlossen.

Erstes MTU-Microgrid in den USA im MTU-Werk Aiken

Eine weitere Errungenschaft ist die Fertigstellung eines 1,9 Millionen Dollar teuren Solarzellenfeldes im Jahr 2017, mit de, das MTU-Werk Aiken Solarstrom erzeugt. Mit einer Spitzenleistung von 1 Megawatt speist das Solarzellenfeld, das aus mehr als 4.200 Modulen besteht und sich über eine Fläche von knapp drei Hektar neben dem Werk erstreckt, direkt in das lokale Stromnetz ein und kann an sonnigen Tagen genug saubere Energie erzeugen, um 500 Haushalte zu versorgen.

Das Werk in Aiken beschäftigt 265 Mitarbeiter. Rund 100 Millionen Dollar hat das Unternehmen hier investiert. Es wird weiterhin eine bedeutende Rolle bei der Transformation des Rolls-Royce-Geschäftsbereichs Power Systems von einem Motorenhersteller hin zum Anbieter integrierter Lösungen spielen. Noch vor Ende dieses Jahres wird das Werk sein eigenes Microgrid ans Netz bringen, das zunächst für die Stromversorgung des Verwaltungsgebäudes genutzt werden soll. Künftig wird das Microgrid parallel zum öffentlichen Versorgungsnetz arbeiten, um den Spitzenenergiebedarf für die gesamte Anlage auszugleichen. Daneben dient es auch als Anschauungsobjekt - es soll Kunden zeigen, wie Microgrids funktionieren und wie sie zur Senkung der Energiekosten führen können.

"Mit Blick auf die Zukunft will das Werk Aiken seinen Einsatzbereich erweitern, um Technologien für die Stromversorgung aus Co2-freien Energiequellen zu liefern -beispielsweise für die Kombination von Solar- und Windkraft oder für Energiespeicherkapazitäten in Microgrids", sagt Werksleiter Jörg Klisch. "Unsere Strategie ist darauf ausgerichtet, unser Geschäft weiter zu diversifizieren."

Pressemeldung Rolls Royce

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