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Mittwoch, 09 Juni 2021 10:16

UIC: 13. Ausgabe des internationalen Tages zur Förderung von sicherheitsbewusstem Verhalten an Bahnübergängen (ILCAD)

ilcad
Foto Ilcad.

Am 10. Juni 2021 findet zum 13. Mal der ILCAD (International Level Crossing Awareness Day) unter der Schirmherrschaft des Internationalen Eisenbahnverbandes (UIC). (UIC) statt. Der im Jahr 2020 von Network Rail im National Railway Museum of York geplante, dann aber auf 2021 verschobene Auftakt von ILCAD, kann auch dieses Jahr nicht als Präsenzveranstaltung stattfinden und wird daher online ausgerichtet.

Aufgrund des Erfolges der Online-Konferenzen 2020 in englischer und dann in spanischer Sprache, findet die diesjährige Veranstaltung dreisprachig in Englisch, Spanisch und Französisch statt, um die Reichweite und den Rahmen des Austauschs über die effiziente Arbeit im Bahn- und Straßenverkehrssektor weltweit auszudehnen. Mehr dazu demnächst unter www.ilcad.org.

Trotz der aktuellen Lage haben die UIC und die ILCAD-Partner beschlossen, auch 2021 eine weltweite Kampagne zu organisieren.

Sicherheit ist das Herz der Bahnaktivitäten und daher plädiert die UIC mehr denn je dafür, am 10. Juni über Sicherheit an Bahnübergängen (Veröffentlichungen in sozialen Medien, Pressemitteilung und Poster, die mit den ILCAD-Partnern geteilt werden) zu kommunizieren.

Zwar sank der Bahn- und Straßenverkehr während der Lockdowns und Ausgangssperren in vielen Ländern der Welt drastisch, trotzdem kam es leider noch zu Kollisionen und tödlichen Unfällen an Bahnübergängen. Vielerorts begannen Menschen in dieser Zeit, Bahnübergänge zu benutzen, da ihr Lebensstil sich mit der Telearbeit veränderte. In einigen Ländern, wie Großbritannien, war eine Erhöhung der Anzahl der „Beinahe-Kollisionen“ mit diesen neuen Bahnübergangsnutzern zu verzeichnen.

Sobald die Anzahl der Züge nach den Lockdowns wieder das frühere Normalniveau erreicht, besteht die akute Gefahr, dass die Zahl der Zusammenstöße und Unfälle an Bahnübergängen zunimmt, da sich Autofahrer und Fußgänger unter Umständen an das geringere Verkehrsniveau gewöhnt haben.

Ohne die Straßenverkehrsteilnehmer zu entschuldigen, müssen wir zugeben, dass wir in diesen schwierigen Corona-Zeiten alle gestresst durch Arbeit, Studium, Kinderhüten, die ständig wechselnden sanitären Anweisungen, Schlafstörungen, die Angst den Job zu verlieren oder keinen Job zu finden und besorgt um unsere Gesundheit oder das Wohlergehen geliebter Menschen sind.

Straßenverkehrsteilnehmer werden von Zügen erfasst, weil sie einen Bahnübergang möglicherweise unter Missachtung der Grundregeln der Sicherheit und der Straßenverkehrsordnung trotz geschlossener Schranken und Lichtsignale überqueren, oder weil sie abgelenkt und unaufmerksam bzw. in Eile sind (ein Zug muss erreicht werden, ein Termin darf nicht verpasst werden, die Kinder müssen zur Schule gebracht oder abgeholt werden, ein Arzttermin ...).

Solche Fehlentscheidungen im falschen Moment können dramatische Folgen, wie schwere oder sogar tödliche Verletzungen, nach sich ziehen.

Die Zielgruppe von ILCAD 2021 sind „abgelenkte Menschen“, daher lautet das diesjährige Motto „Ablenkung kann tödlich sein!“

In einer idealen Welt gäbe es keine Bahnübergänge. Nach Schätzungen der UIC-Sicherheitsdatenbank existieren jedoch weltweit eine halbe Million davon und daher ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Straßenverkehrsteilnehmer, die an dieser Schnittstelle die Schienen überqueren, sich an die Straßenverkehrsordnung halten und Verkehrszeichen, Signale und Schranken beachten, die zu ihrem Schutz aufgestellt wurden. Fußgänger sind hier genauso angesprochen wie Kraftfahrzeugfahrer.

Insgesamt 98% der Zusammenstöße an Bahnübergängen werden durch die mutwillige oder versehentliche Verletzung von Verkehrsregeln verursacht. Falsche Verhaltensweisen können durch Ablenkung bedingt sein (Routine, Stress, Müdigkeit, Konsum psychoaktiver Substanzen, Bedienung elektronischer Hilfsmittel am Steuer, wie Navi oder Handy), aber auch durch Geschwindigkeitsüberschreitungen.
Die Zahl der Kollisionen mit ungeschützten Verkehrsteilnehmern (Fußgänger, Radfahrer) nimmt in einigen Ländern tendenziell zu. Sie überqueren den Bahnübergang trotz geschlossener Schranken und blinkendem Signal, lassen teilweise den ersten Zug passieren und werden dann von einem zweiten Zug aus der Gegenrichtung erfasst. In anderen Fällen tragen sie Kopfhörer oder eine Kapuze und hören bzw. sehen den Zug nicht kommen. Teilweise handelt es sich auch um Jogger oder Radfahrer, die es eilig haben, oder um ältere Menschen, die einen Bahnübergang so regelmäßig überqueren, dass sie sich der potenziellen Gefahr nicht mehr bewusst sind.

Die Hauptaufgabe von ILCAD ist es, einem möglichst großen Personenkreis die Kernbotschaften zur Sicherheit an Bahnübergängen zu vermitteln.

Pressemeldung UIC

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