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Freitag, 23 Juli 2021 09:36

UIC: Der internationale Eisenbahnverband begrüßt den "Fit for 55"-Plan der EU

Die UIC, der internationale Eisenbahnverband, begrüßt die Verabschiedung des „Fit for 55“-Plans der EU am 14. Juli 2021 und fordert eine beschleunigte Einbeziehung der externen Effekte bei der Kalkulation aller Transportarten, um so die für die Begrenzung des Klimawandels notwendige Verkehrsverlagerung voranzutreiben, die in der EU-Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität angestrebt wird.

Der Plan ist Teil eines Maßnahmenpakets der EU, um im Bereich Klima, Energie, Landnutzung, Verkehr und Besteuerung die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55% im Vergleich zu 1990 zu verringern. Damit sollen die notwendigen tiefgreifenden Veränderungen der Wirtschaft, Gesellschaft und Industrie in der EU auf den Weg gebracht werden.

Das jetzige Jahrzehnt soll durch diesen Plan für die Umstellung der Klimamaßnahmen stehen. Die „Fit for 55“-Vorschläge werden Europas Ambitionen zur Kohlendioxidreduzierung im Hinblick auf Klimaneutralität im Jahr 2050 auf eine breite Basis stellen, wenn sie angenommen und umgesetzt werden. Ohne dieses Paket wird Europa mit der gegenwärtigen EU-Klimagesetzgebung nur eine Reduzierung von 60% erreichen.

Die Schiene hat bereits ihren Teil dazu beigetragen und ist die einzige Transportart, die Emissionen verringert hat. Im Rahmen der ‚Umweltstrategie für 2030 und darüber hinaus‘ von UIC und CER haben führende Mitglieder der UIC sich 2010 verpflichtet, die Emissionen bis 2030 um 30% zu verringern. Die übermittelten Jahresdaten zeigen, dass dieses Ziel bereits erreicht ist (28% bei standortbezogenen Daten; 38% bei marktbezogenen Daten). Energiesparmaßnahmen kombiniert mit dem ständigen Ausbau von elektrifizierten Strecken haben dies ermöglicht. Die Bahnen treiben die Innovationen weiter voran, um noch effizienter zu werden und den Betrieb mit Diesel auslaufen zu lassen. Sie sind bereit, das Ziel von 55% um 2030 und Netto-Null-Emissionen vor 2050 zu erreichen, und sie engagieren sich, um ihren Anteil am Güter- und Personenverkehr zu erhöhen.

Eine strengere Kohlenstoffbesteuerung als Teil des Emissionshandelssystems (EHS) würde die externen Kosten für den Planeten aller Transportarten wirkungsvoller berücksichtigen und die Ausnahmen abschaffen, die in der Vergangenheit Verkehrsmitteln mit höheren Emissionen zugutekamen. Die Kunden von Straßen- und Luftverkehr zahlen gegenwärtig nicht alle verursachten Kohlenstoffemissionen. Faire Wettbewerbsbedingungen würden die Verlagerung des Verkehrs auf nachhaltigere Transportarten unterstützen. Die Einnahmen aus dem EHS müssen verstärkt eingesetzt werden, um transformative Projekte der Schiene und der nachhaltigen Mobilität zu fördern.

Die UIC wird die Umsetzung der Richtlinie über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe aufmerksam verfolgen und die Entwicklung von Lösungen unterstützen, die es den Eisenbahnen ermöglichen,
• den Energieverbrauch zu senken,
• rentabler zu sein, indem sie an Shift2Rail-Projekten zur prädikativen Instandhaltung für EVU und IB teilnehmen, um die Lebenszykluskosten zu reduzieren und die Verfügbarkeit der Ressourcen zu erhöhen (Fahrleitungen, Fahrzeuge usw.),
• weniger abhängig von Dieseltechnologien zu sein,
• leistungsstärker im kombinierten Verkehr aufzutreten unter Nutzung des UIC-Kodifizierungssystems für Güterwagen, Strecken und Ladeeinheiten und aller verfügbaren Technologien,
• leistungsfähiger mit längeren Zügen und im Schwerlastbetrieb zu werden dank der Simulationsmodelle wie z. Bsp. TrainDy,
• leistungsfähiger im grenzüberschreitendem Verkehr zu werden mittels einheitlicher Regeln für internationale Güterzüge insbesondere bei Bremsregeln,
• attraktiver für Kunden im Personenverkehr zu werden.

François Davenne, der Generaldirektor der UIC, sagte dazu: „Als weltweiter Verband der Bahnunternehmen hat die UIC alle Hebel in Bewegung gesetzt, um konkrete und effiziente Lösungen bereitzustellen, die eine massive Verkehrsverlagerung auf die Schiene erstrebenswert erscheinen lassen. Das „Fit for 55“-Paket und die Überarbeitung des EHS werden diese Verlagerung ermöglichen, weil die Steuerbelastung für alle Transportarten ausgeglichen wird. Wir alle sind uns bewusst, dass der Klimawandel weitergeht. Unser Handeln wird die Folgen verringern, aber wir müssen mit der Unsicherheit leben, dass nicht lineare Phänomene auftreten, die Konsequenzen für die Verkehrsinfrastruktur und das Leben, das wir bisher kannten, haben werden. In diesen schwierigen Zeiten müssen wir den Verkehr auf emissionsarme Verkehrsträger verlagern. Die Eisenbahnen sind ein Teil der Lösung. Sie haben einen Marktanteil von rund 10%, aber sind für weniger als 3% der globalen Emissionen verantwortlich. Darüber hinaus profitie
rt die Gesellschaft von der verbesserten Leistungsfähigkeit und Inklusion, die die Eisenbahnen bieten, wie auch von einer Verringerung der Straßenverkehrsopfer, von Verletzungen und lokaler Luftverschmutzung.“

Er fügte hinzu: „Die Priorität für unseren Sektor ist die Finanzierung von transformativen Projekten für die Eisenbahnen auf regionaler und globaler Ebene. Transformative Projekte sind die Projekte, die die Leistungsfähigkeit kurzfristig erheblich steigern können, wie zum Beispiel Digitalisierung, nahtlose Verknüpfung mit anderen Transportmitteln und Kapazitätssteigerungen auf den bestehenden Streckennetzen. Diese Projekte sind der Motor für eine Verkehrsverlagerung auf die Schiene und den öffentlichen Verkehr, um die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen und den Grünen Deal in Europa zu verwirklichen.“

Pressemeldung UIC

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