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Mittwoch, 17 November 2021 09:30

UIC: Jahresbericht über Bahnunfälle in Coronazeiten veröffentlicht

Im Rahmen der UIC-Sicherheitsdatenbank werden seit 2006 Daten über signifikante Unfälle gesammelt. Mittlerweile enthält sie Informationen von 35 Mitgliedern aus den UIC-Regionen Europa, Asien, Mittlerer Osten und Afrika. 2021 traten vier neue Infrastrukturbetreiber bei: LTG (Litauen), NRIC (Bulgarien), EUSKOTREN und FGC (Spanien).

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Ab März 2020 hatte der Bahnverkehr stark unter der Pandemie zu leiden. Infolge der staatlichen Maßnahmen (Lockdowns, Ausgangssperren, Telearbeit, Verkehrseinschränkungen) sank der Schienengüter- und Schienenpersonenverkehr im Vergleich zum Monat Januar um mehr als -20%. Erst im Juli wurde das Niveau vom Jahresanfang wieder erreicht, blieb dabei allerdings immer noch unter dem Volumen 2019. Insgesamt sank das Jahresverkehrsvolumen um -8%.

Auswirkungen der Coronapandemie auf die Unfälle

Die Entwicklung der monatlichen Unfälle folgt demselben Schema: starke Senkung der Zahlen im April, gefolgt von einem stetigen Anstieg bis September und schließlich Erreichen des Vorjahresniveaus im letzten Quartal.

Die Anzahl der von Zügen erfassten Personen sank um -34% an Bahnübergängen und um -12% in Bahngelände außerhalb von Bahnübergängen. Die anderen Unfallarten blieben auf dem Niveau von 2019.

Insgesamt sanken die Unfallzahlen im Perimeter von 2019 über das Jahr verteilt um -11% (3 742 Unfälle 2020 gegen 4 187 Unfälle 2019).

Unfallverteilung 2020

Wie seit jeher in der Bahngeschichte und trotz der Unfallverhütungskampagnen der Bahnen, sind 90% der Unfälle auf das Verschulden Dritter zurückzuführen. 76% der Unfälle betreffen Personen, die (außerhalb von Bahnübergängen) von Zügen erfasst werden, 9% betreffen Personenunfälle an Bahnübergängen und 4% der Unfälle sind auf Kollisionen von Kraftfahrzeugen an Bahnübergängen zurückzuführen, was insgesamt fast 90% der signifikanten Unfälle ausmacht. Die regelwidrigen Verhaltensweisen sind zu zahlreich, um verschwiegen zu werden und es ist an der Gesellschaft, insbesondere an den Behörden, für mehr Sicherheit an Bahngleisen zu sorgen.

UIC-Sicherheitsindex

Der globale Sicherheitsindex der UIC zeigt mehr als die reine Unfallstatistik: jeder Unfall wird nach Art und Ursache, Anzahl und Kategorie der Unfallopfer gewichtet. Somit kann das allgemeine Sicherheitsniveau unabhängig von den glücklicherweise seltenen Unfällen mit gravierenden Auswirkungen genauer aufgeschlüsselt werden.

Wenn man den historischen Umfang der Sicherheitsdatenbank betrachtet, bleibt der Trend des UIC-Sicherheitsindexes auch 2020 mit 8,39 weiterhin rückläufig. Dies stellt eine nachhaltige Verbesserung des Bahnsicherheitsniveaus dar. Dazu kommt der Index von 6,55 der neuen Mitglieder im Jahr 2020. Trotz des Beitritts der vier neuen Mitglieder sinkt der Gesamtindex von 15,68 im Jahr 2019 auf 14,88 im Jahr 2020, d.h. um beachtliche -5%, was größtenteils auf die Leistungen der neuen Mitglieder zurückzuführen ist.

Mitglieder der Sicherheitsdatenbank der UIC

ADIF (Spanien), CFL (Luxemburg), CFR-SA (Rumänien), CIE (Irland), DB AG (Deutschland), HŽ (Kroatien), Network Rail (UK), Infrabel (Belgien), IP (Portugal), BANE NOR SF (Norwegen), MÁV (Ungarn), ÖBB (Österreich), PKP (Polen), ProRail (Niederlande), RAI (Iran), SNCF Réseau (Frankreich), FS RFI (Italien), SBB CFF FFS (Schweiz), SŽ (Slowenien), SŽ (Tschechien), TCDD (Türkei), Trafikverket (Schweden), ŽSR (Slowakei)

• Neue Mitglieder 2019: RŽD (Russland), RAS-EL (Griechenland), KRRI (Südkorea)
• Neue Mitglieder 2020: FtiA (Finnland), UŽ (Ukraine), SETRAG (Gabun), SAR (Saudi-Arabien)
• Neue Mitglieder 2021: EUSKOTREN (Spanien), FGC (Spanien), LTG (Litauen), NRIC (Bulgarien)

Zugang zum Dokument

UIC-Sicherheitsbericht

Pressemeldung UIC

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Letzte Änderung am Dienstag, 16 November 2021 18:55