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Donnerstag, 25 November 2021 11:12

Voith: Kooperation mit Siemens Mobility für die Wartung von Scharfenberg-Kupplungen

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Foto Voith.

In einem zunächst auf drei Jahre angelegten Projekt wollen Voith und Siemens Mobility neue und effizientere Strategien zur Überholung von automatischen Scharfenberg Kupplungen entwickeln. Dadurch sollen die Wartungszyklen verlängert werden, was zur Kostenreduzierung für Bahnbetreiber führt.

Im Rahmen der Kooperation erarbeitet Voith einen Algorithmus, der Prognosen zum Zustand von automatischen Kupplungen ermöglicht. Diese sollen zu längeren Wartungsintervallen für die Kupplungen führen. Die Vorhersagen dafür erfolgen mit Hilfe der neuen OnCare.Health Schaku App von Voith, die in die Railigent® Application Suite von Siemens Mobility integriert wird. Railigent führt alle maßgeblichen Daten zum Zustand eines Bahnsystems in einem offenen Ökosystem zusammen. Durch die intelligente Analyse der Daten schafft die Application Suite einen erheblichen Mehrwert und generiert Handlungsempfehlungen mit dem Ziel den Bahnbetrieb von der einzelnen Systemkomponente bis zur gesamten Bahninfrastruktur zu optimieren. „Die Integration der OnCare.Health Schaku App in Railigent erweitert die Möglichkeiten der digitalisierten Zustandsüberwachung und ermöglicht den Bahnbetreibern dadurch ein optimiertes Asset Management über den gesamten Lebenszyklus“, sagt Astrid Frankl, Partner Manager für Digital Services / IoT und AI platform Railigent bei Siemens Mobility Customer Services.

Während der ersten, drei Jahre andauernden, Phase des Projekts sammeln die Service-Teams von Siemens Mobility zunächst relevante Daten zum Zustand der Scharfenberg Kupplung. Als Datenpool dienen insgesamt 84 Züge des Rhein-Ruhr-Express. Siemens Mobility hat für die Fahrzeuge die Beauftragung zur Durchführung der Instandhaltung. Jeder Zug ist mit zwei Scharfenberg Kupplungen ausgestattet. Bei seinen jährlichen Inspektionen misst das Team von Siemens Mobility Services zentrale Daten der Kupplungen, etwa Kuppelspiel oder Überstand, und erfasst deren Zustand zusätzlich als Bild. Darüber hinaus fließen eventuell getroffene Instandhaltungsmaßnahmen und zahlreiche weitere Fahrzeugdaten, beispielsweise die Anzahl der Kupplungen und Temperatur, in den Datenpool mit ein, welcher über Railigent zugängig gemacht und bei Voith ausgewertet wird. „Wir hatten noch nie die Gelegenheit so viele detaillierte Betriebsdaten und physikalische Messungen unserer Kupplungen auszuwerten“, betont Dr. Matheus Habets, Vice President Product Management Digitalization Mobility bei Voith Turbo.

Auf Basis der Daten erstellt das Team von Voith, bestehend aus Analytikern, Service-Experten und Entwicklungsingenieuren, Vorhersagen über den Verschleiß der Kupplungen. Bereits während dieser ersten Phase des Projekts sollen sich Wartungsintervalle so verlängern, dass eine Überholung der Kupplung innerhalb der Gesamtlebensdauer der Fahrzeuge eingespart werden kann.

Ziel der zweiten Projektphase ist es, aus den vorhandenen Informationen einen Algorithmus abzuleiten. Dieser bildet dann die Grundlage für die von Voith konzipierte OnCare.Health Schaku App, die in Railigent integriert wird. Nach Abschluss beider Phasen erfolgt eine kontinuierliche Validierung der gewonnen Erkenntnisse, um langfristig noch exaktere Prognosen zu ermöglichen und weitere Verbesserungen der Produkte und Dienstleitungen von Voith und Siemens Mobility zu entwickeln. Insgesamt soll das Projekt dann bis maximal 2031 laufen. „Diese langjährige Zusammenarbeit mit Siemens ist für uns äußerst wertvoll, um ein tiefes Verständnis für den Verschleiß unserer Scharfenberg Kupplungen zu erlangen“, betont Habets.

Pressemeldung Voith

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